Brugg
Der Barkeeper war auch ein Kokshändler - vier Jahre Gefängnis

«Ich weiss es auch nicht», meinte der Angeklagte auf die Frage von Bezirksgerichtspräsident Hansruedi Rohr nach dem Grund für die Delikte. «Ich habe Geld gebraucht.» Das Bezirksgericht verurteilte den Dealer zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Louis Probst
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Der Angeklagte hat mit Deals 30 000 Franken Gewinn erzielt. (gestellte Aufnahme)

Der Angeklagte hat mit Deals 30 000 Franken Gewinn erzielt. (gestellte Aufnahme)

Keystone

Vorgeworfen wurden dem 35 Jahre alten Barkeeper mehrfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei sowie Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz. Beschuldigt wurde der Angeklagte, im Zeitraum von drei Jahren zwei bis drei Kilo Kokain erworben und davon zwischen 1,1 und 1,5 Kilo in sozusagen «nasengerechten» Portionen weiterverhökert zu haben.

30 000 Franken durch Drogenverkauf

Der Vorwurf der Geldwäscherei stützte sich darauf, dass der Angeklagte aus dem Erlös des Drogenverkaufes – der auf rund 30 000 Franken beziffert wurde – ein Motorrad und einen Roller gekauft hatte. Dass er mit den Töffs herumgefahren war, obwohl ihm der Lernfahrausweis verweigert worden war, trug ihm eine Anklage wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz ein.

Er sei sich bewusst, dass es schwierig sei, die Menge der Drogen zu ermitteln, die der Angeklagte umgesetzt habe, räumte der Staatsanwalt ein. «Die Voraussetzungen für einen schweren Fall sind aber klar erfüllt.»

Zum Vorwurf der Geldwäscherei erklärte der Ankläger, dass dieser Tatbestand nicht komplizierte Transaktionen voraussetze, sondern eine Vereitelungshandlung. Wenn illegal erwirtschaftete Vermögenswerte in legal erworbene Güter – hier die Motorräder – investiert würden, liege klar eine Vereitelungshandlung vor. «Das Verschulden des Angeklagten darf keinesfalls bagatellisiert werden», betonte der Staatsanwalt. «Eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und eine Busse von 1000 Franken sind dem Verschulden angemessen.»

Verteidigerin: «Kein schweres Drogendelikt»

Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch ihres Mandanten vom Vorwurf der Geldwäscherei. Für die übrigen Delikte beantragte sie eine bedingte Geldstrafe von maximal 150 Tagessätzen zu einem Minimalansatz. Die Verteidigerin machte geltend, dass keineswegs ein schweres Drogendelikt vorliege. In der Anklage würden pauschale Vorwürfe erhoben. Damit werde der Anklagegrundsatz verletzt.

«Das angebliche Geständnis war eine Selbstanzeige», erklärte die Verteidigerin. «Bei der Eruierung der Drogenmenge, die der Angeklagte umgesetzt haben soll, sind sehr originelle Varianten angewendet worden. Man hat so lange gerechnet, bis es gepasst hat.»

Das Bezirksgericht sprach den Angeklagten zwar vom Vorwurf der Geldwäscherei frei. Es verurteilte ihn aber in den übrigen Punkten im Sinne der Anklage zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und einer Busse von 500 Franken. «Die Anklage ist gesetzeskonform», betonte der Vorsitzende in der mündlichen Begründung des Urteils. «Bei den Drogendelikten ist der schwere Fall zweifellos gegeben. Dass der Angeklagte 30 000 Franken Gewinn erzielt hat, zeigt, dass er in erheblichem Umfang mit Drogen gehandelt hat.»