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Der Aero-Club Aargau sagt deutlich Ja zur Werkstatt mit Hangars

Die 82. Generalversammlung des Aero-Clubs Aargau bewilligte am dreistündigen Sitzungs-Marathon 2,6 Millionen Franken für das Neubauprojekt auf dem Flugplatz Birrfeld. Nach einer längeren Diskussion stimmte die Versammlung schliesslich zu.

Max Weyermann
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Ein neuer Gebäudekomplex und ein neuer Hangar soll auf dem Flugplatz Birrfeld gebaut werden.

Ein neuer Gebäudekomplex und ein neuer Hangar soll auf dem Flugplatz Birrfeld gebaut werden.

Michael Hunziker

Vor dem offiziellen Teil der von 145 Stimmberechtigten besuchten Versammlung stand ein Vortrag von Markus Gygax, Präsident der Stiftung Pro Aero, zum Thema «Fliegerei: Grenzbereich, Faszination oder Notwendigkeit» auf dem Programm.

Werner Neuhaus blickte in seinem präsidialen Jahresbericht auf ein erfolgreiches, aber sehr arbeitsintensives Jahr des Regionalverbands Aargau des Aero-Clubs (AeCS) der Schweiz zurück. Infolge des vorwiegend guten Wetters stieg die Zahl der Flugbewegungen auf dem Birrfeld gegenüber den Vorjahren um rund fünf Prozent an. Auch die Fliegerschule war sehr gut ausgelastet, ebenso der Sektor Segelflug.

Für die abgelaufene Betriebskonzession als Flughafen hat der Vorstand des AeCS Aargau die Verlängerung um weitere 30 Jahre beantragt. In diesem Zusammenhang wurde das Betriebsreglement unter Beizug der umliegenden Gemeinden den neuen Gegebenheiten angepasst. Es wird demnächst durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) dem Kanton Aargau und den Nachbargemeinden zur Vernehmlassung zugestellt.

Ja nach langer Diskussion

Das Neubauprojekt Werkstatt mit Hangar Ost und West wurde der Versammlung von Architekt Hanspeter Studiger und von Finanzchef Charles Bélaz vorgestellt. Auf dem Platz der den heutigen Anforderungen nicht mehr genügenden Werkstatt der Fliegerschule Birrfeld soll eine Halle mit einer Grundfläche von 64 auf 25 Metern und einer Höhe von 8 Metern erstellt werden. Hinzu kommt ein 14 auf 6 Meter messender Annexbau. Laut Plan wird der neue Gebäudekomplex direkt nördlich an die bestehenden Hangars 4 und 5 angrenzen. Im westlichen Teil ist ein weiterer Hangar vorgesehen, in der Mitte die neue FSB-Werkstatt mit Platz für vier Flugzeuge plus Personal-, Technik- und Lagerräume. Im Osten sind eine Halle für die Einstellung des auf dem Flugplatz stationierten Rettungshelikopters sowie eine ebenfalls zu vermietende Werkstatt integriert, in der voraussichtlich Selbstbauer wirken könnten. Im südlich an die Helikopterhalle anschliessenden Annexbau sind Personalräume für diesen Bereich vorgesehen.

Antrag, Vorhaben zurückzustellen

Nach einer längeren Diskussion mit Pro- und Kontra-Argumenten gegen das Projekt reichte Peter Frey den Antrag ein, das Vorhaben ein Jahr zurückzustellen, um eine umfassendere Gesamtschau unter Beizug der zu den aktuellen Plänen kritisch eingestellten «Flying Architects» erarbeiten zu können. Angesichts der Dringlichkeit zur Verbesserung der Infrastruktur und der Arbeitsbedingungen sowie der unsicheren Zukunftsaussichten bezüglich Baukonjuntur und Bankzinsen stimmte die Versammlung schliesslich dem Kreditantrag des Vorstandes im Betrag von 2,6 Millionen Franken mit grossem Mehr zu. Die Fliegerschule Birrfeld ist zudem bereit, aus ihren Mitteln zusätzlich 500 000 Franken zu bezahlen. Für die ebenfalls beantragten 300 000 Franken für eine Photovoltaikanlage wurde die absolute Mehrheit von 73 Stimmen mit 79 Ja knapp übertroffen. Voraussetzung für die Realisierung dieser Option wird jedoch unter anderem eine positive Beurteilung des Kosten-/Nutzenverhältnisses durch die mitbeteiligten Industriellen Betriebe Brugg sein.

Finanziell auf gesunden Beinen

Finanziell steht der Aero-Club Aargau auf gesunden Beinen, dies auch dank einer im vergangenen Jahr erhaltenen Erbschaft von 500 000 Franken, die nach Steuern noch 390 800 Franken einbrachte. Nach dem Tod des Flugplatzrestaurant-Pächters Christoph Richner wurde dieser Betriebszweig im Eiltempo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und unter der neuen Bezeichnung Restaurant Cockpit neu eröffnet.

Der von Max Gloor beantragten Erhöhung der Landegebühren zugunsten von Betriebs- und Infrastrukturverbesserungen wurde nicht entsprochen, der Antrag von Werner Neuhaus senior betreffend Ablehnung einer durch das BAZL geforderten Änderung der Flugzeug-Parkordnung hingegen angenommen. Der Vorstand sucht nun eine einvernehmliche Lösung. Nach der Bestätigung des gesamten Führungsgremiums des AeCS Aargau mit Präsident Werner Neuhaus an der Spitze bildeten die Ehrungen für langjährige Vereinszugehörigkeit und für besondere fliegerische Leistungen den Abschluss der Versammlung. Besondere Beachtung fand der nicht anwesende Ernst Hümbelin für sein 75-Jahr-Jubiläum als Mitglied.

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