Brugg/Windisch

Der Abfallsack kostet ab 2019 in Lebensmittelläden deutlich mehr – und die Gemeinde verdient mit

Sie haben das Pilotprojekt vorgestellt (v. l.): Bruggs Vizeammann Leo Geissmann; Sven Schutzbach, Abteilung Planung und Bau Windisch; Bernhard Barmet, Abteilung Planung und Bau Brugg, und Urs Geissmann, Geschäftsführer Daetwiler AG.

Sie haben das Pilotprojekt vorgestellt (v. l.): Bruggs Vizeammann Leo Geissmann; Sven Schutzbach, Abteilung Planung und Bau Windisch; Bernhard Barmet, Abteilung Planung und Bau Brugg, und Urs Geissmann, Geschäftsführer Daetwiler AG.

Neu verdienen Gemeinden am Plastikabfall mit. Vom neuen Verkaufspreis für die Sammelsäcke gehen künftig 50 Rappen pro 60-Liter-Sack, resp. 5 Franken pro Rolle, an die Gemeinde.

Noch bis Ende Jahr sind die Kunststoffsammelsäcke für 20 Franken pro Rolle (2 Franken pro Sack) bei den ReCenters von Daetwiler in Brugg, Frick und Spreitenbach sowie an den Schaltern der regionalen Poststellen erhältlich. Ab 2019 kosten die Rollen 26 Franken (Fr. 2.60 pro Sack). In Brugg werden sie künftig über die Migros Neumarkt, den Sonneland-Shop und den Buono-Bioladen verkauft. Gleich fünf neue Verkaufsstellen gibt es in Windisch: Coop Hauserstrasse, Coop Campus, Migros, Sonneland AG sowie Volg.

Grund für diese Neuregelung ist das gemeinsame Bestreben von Brugg und Windisch, im Gemeindeverband Kehrichtverwertung Region Baden-Brugg ein Pilotprojekt zu lancieren. Der Verband betreibt die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Turgi und stört sich seit einigen Jahren daran, dass private Recyclingunternehmen separate Plastiksammlungen anbieten und die Gemeinden nichts daran verdienen.

Im Gegenteil: Dies führt zu Mindereinnahmen bei den Eigenwirtschaftsbetrieben der Abfallrechnung, weil durch die privaten Kunststoffsammlungen weniger Graugutsäcke verkauft werden können. Weil das Entsorgungsmonopol für Siedlungsabfall aber bei den Gemeinden liegt und die privaten Entsorger mit dem Plastikabfall in einem Graubereich operieren, hat eine entsprechende Arbeitsgruppe eine neue Lösung gesucht.

Konzession ausgehandelt

Gestützt auf zwei Gutachten, die vom Vorstand des Gemeindeverbands in Auftrag gegeben wurden, haben die Stadt Brugg und die Gemeinde Windisch in den vergangenen Monaten mit der Brugger Entsorgungsfirma Daetwiler Konzessionsverträge erarbeitet. Was dies genau bedeutet, erläuterten an einer Medienorientierung Bruggs Vizeammann Leo Geissmann, der die Arbeitsgruppe Kunststoffsammlung leitet; Geschäftsführer Urs Geissmann von der Daetwiler AG; Projektleiter Bernhard Barmet von der Abteilung Planung und Bau in Brugg sowie Bereichsleiter Sven Schutzbach von der Abteilung Planung und Bau in Windisch. Die mit der Daetwiler AG ausgehandelten Konzessionen treten am 1. Januar 2019 in Kraft und sind – im Sinne eines Pilotversuchs – auf drei Jahre begrenzt.

Vom neuen Verkaufspreis für die Sammelsäcke gehen künftig 50 Rappen pro 60-Liter-Sack, resp. 5 Franken pro Rolle, an die Gemeinde. Die erwähnten Lebensmittelgeschäfte werden von Brugg und Windisch mit den Plastiksack-Rollen beliefert. Wie bis anhin können die mit dem Kunststoffmaterial gefüllten Sammelsäcke bei den drei ReCenters von Daetwiler sowie neu beim Werkhof in Windisch kostenlos abgegeben werden. «Wir freuen uns, als privates Unternehmen einen Weg mit Brugg und Windisch gefunden zu haben», betonte Geschäftsführer Urs Geissmann. Die Daetwiler AG muss gegenüber dem Gemeindeverband auch nachweisen, dass mindestens 50 Prozent des Kunststoffsammelguts stofflich getrennt, also rezykliert werden.

Nichts ändern wird sich am kostenlosen Sammeln von PET- und Kunststoffflaschen durch die Detailhändler.

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