Zahlreiche Kisten stehen auf dem Loorhof in Lupfig herum. Sie sind alle bis oben gefüllt mit Äpfeln. Dazwischen stecken Zettel, auf denen steht, wie viele Liter Süssmost die Kunden gerne hätten. Die passenden Flaschen stehen meist schon daneben.

Der «Aargauer Bauer 2018»-Finalist Andreas Suter sieht sich die Äpfel an, die auf seinem Hof angeliefert wurden. Er betreibt den Loorhof zusammen mit seinen Eltern als Generationengemeinschaft und ist für das Mosten zuständig. «Am Dienstag werden die Äpfel jeweils angeliefert, am Mittwoch mosten wir und am Donnerstag ist der Süssmost abholbereit», sagt Suter. Noch bis Weihnachten werden sie mosten und täglich in ihrem Hofladen Süssmost frisch ab Presse sowie pasteurisierten Most anbieten.

Dieses Jahr haben Suter und seine Helfer besonders viel zu tun. Wegen der ertragsreichen Apfelernte wissen die meisten nicht, was sie mit den zahlreichen Früchten anfangen sollen, die ihre Bäume hergegeben haben. Sie lassen ihre Äpfel dann zu Süssmost verarbeiten.

Most-Produktion in Lupfig

Einblick in die Mosterei auf dem Loorhof von Andreas Suter in Lupfig.

Energie dank Frostjahr

«Mengenmässig ist das ein Rekordjahr», sagt Andreas Suter. Zwar sind die Äpfel nicht so gross und geben deswegen weniger Saft, weil es aber so viele sind, gleicht sich das wieder aus. «Nach dem Frostjahr 2017 hatten die Bäume viel Kraft. Sie haben schön geblüht, wegen der Hitze und Trockenheit gab es auch keine Pilzerkrankungen», so Suter. Mehr Regen wäre den Bäumen aber durchaus zuträglich gewesen.

Selber bewirtschaften die Suters 20 000 Bäume mit 20 verschiedenen Sorten. Neben dem Direktverkauf der Äpfel ab Hof beliefern sie auch Grosshändler. Zum Mosten brauchen sie häufig die Äpfel, die vom Grosshandel nicht angenommen werden.

Ideal ist ein Mostapfel, wenn er weder faul noch zu lange am Boden lag. Sonst kann es sein, dass der Süssmost einen erdigen Geschmack bekommt. Auch sollten die Äpfel nicht schon lange im Voraus gepflückt werden, sondern kurz vor dem Verarbeiten. Generell eignen sich alle Sorten zum Mosten. Für einen guten Most werden süssliche und säurereiche Äpfel gemischt.

Ausgezeichneter Most

Aus den Äpfeln, die Andreas Suter in seine 20-jährige Mostpresse schüttet, gewinnt er etwa 80% Saft. Die restlichen 20% sind Träsch, das als Tierfutter dienen kann. Das Mosten geht zügig vonstatten, in einer Stunde kommen ungefähr 500 Liter zusammen.

Der Süssmost wird einstweilen in Tanks zwischen gelagert. Etwas davon wird frisch ab Presse den Kunden weitergeben oder im Hofladen verkauft, das Meiste wird hingegen pasteurisiert. Durch das Erhitzen des Safts werden Keime abgetötet und der Süssmost ist bis zu einem Jahr haltbar. Frisch ab Presse hält sich der Saft im Kühlschrank etwa fünf Tage. Dann beginnt er zu vergären.

Mit ihrem Süssmost haben Suters schon mehrmals am Aargauer Grand Prix Süssmost und am Schweizer Süssmost-Qualitätswettbewerb mitgemacht. 2017 gewann die Familie mit ihrem Süssmost die Goldmedaille in der nationalen Ausscheidung. Auch beim Aargauer Grand Prix sind sie jedes Jahr ganz vorne dabei, vermutlich auch am 23. Januar 2019, wenn wiederum der beste aargauische Süssmost gesucht ist.