Lupfig
Dem Birrfeld droht der Verkehrsinfarkt

Grossrat Richard Plüss fordert Verbesserungen beim Strassen- und Schienenverkehr. Er befürchtet vor allem negative Auswirkungen der Pförtneranlagen, wie sie das Verkehrsmanagement auch im Bereich des Reichhold-Areals vorsieht.

Louis Probst
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Mit der geplanten Südwestumfahrung von Brugg und der Nordumfahrung von Windisch befürchtet Richard Plüss Staus beim Seebliknoten.LP

Mit der geplanten Südwestumfahrung von Brugg und der Nordumfahrung von Windisch befürchtet Richard Plüss Staus beim Seebliknoten.LP

«Das Birrfeld darf nicht im Regen stehen gelassen werden», betont Richard Plüss, SVP-Grossrat und Gemeindeammann von Lupfig. Richard Plüss befürchtet, dass sich die Massnahmen, die zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Zentrum der Region getroffen werden, zum Nachteil der Aussengemeinden, und damit der Gemeinden im Birrfeld, auswirken. «Das Verkehrsmanagement, die Südwestumfahrung Brugg-Windisch und die Nordumfahrung von Windisch finde ich grundsätzlich gut», betont er. «Aber es braucht zusätzliche Massnahmen. Denn eine Lösung für das Zentrum wirkt sich nicht unbedingt auch zum Vorteil der Aussengemeinden aus.»

Richard Plüss befürchtet vor allem negative Auswirkungen der Pförtneranlagen, wie sie das Verkehrsmanagement auch im Bereich des Reichhold-Areals vorsieht. «Die Dosierungsanlagen werden zwangsläufig zeitweilige Staus bilden», stellt er fest. «Das betrachten wir im Birrfeld als sehr problematisch. Vor allem angesichts des starken Wachstums im Bereich Industrie und Gewerbe, wie auch beim Wohnen.» Dieses Wachstum sei nicht zuletzt auf die guten Verkehrsanbindungen zurückzuführen. Diese seien aber nur solange ein Pluspunkt, wie sie funktionieren. «Wenn Staus alltäglich werden, verliert die Region an Attraktivität», sagt Plüss.

Der Seebliknoten ist ein Problem

Als kritischen Punkt bezeichnet Richard Plüss den Seebliknoten. Messungen, die 2010 vorgenommen wurden, hätten Frequenzen ergeben, die eigentlich erst für 2018 erwartet worden waren. «Mit der Realisierung der Südwest-Umfahrung von Brugg und Windisch wird aber noch mehr Verkehr auf den Seebliknoten zu rollen», sagt Plüss. Er erinnert auch daran, dass im Birrfeld rund 40 Hektaren eingezontes Industrie- und Gewerbeland zur Verfügung steht, was zu einer starken Zunahme des Verkehrs führen wird.

Beim Kanton sei das Problem Seebliknoten bekannt. Beim Bundesamt für Strassen (Astra), das für den Knoten zuständig ist, sehe man jedoch eine Sanierung erst in zweiter Priorität. Richard Plüss: «Das heisst, dass der Verkehr in den nächsten fünf Jahren kommt, die Sanierung des Seebliknotens jedoch erst in vielleicht zwanzig Jahren. Das kann es doch nicht sein. Wenn wir nicht einen Verkehrskollaps produzieren wollen, braucht es dringend Lösungen, die aufeinander abgestimmt sind.»

Eine Interpellation ist eingereicht

Philosophie des Kantons sei es, den Strassenverkehr nicht attraktiver zu machen, sagt Richard Plüss. «Wenn man aber nicht bereit ist, auf der Strasse etwas zu tun, muss man wenigstens beim öffentlichen Verkehr etwas machen.» Er nennt den S-Bahn-Ring durch das Birrfeld oder eine Verdichtung des Bahnfahrplans in den Stosszeiten.

Inzwischen hat Plüss im Grossen Rat eine Interpellation zur «Verkehrspolitik im Birrfeld» eingereicht. Je nachdem wie die Antworten der Regierung ausfallen, werde er mit einem Postulat nachdoppeln. «Es braucht Verbesserungen auf Strasse und Schiene», sagt er und erinnert daran, dass das Birrfeld als «Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung» eingestuft wurde.