Wer in diesen Tagen durch Brugg spaziert, kann sich gegen die aufsteigende WM-Euphorie kaum zur Wehr setzten. Auf dem Eisi-Gelände hat die WM-Arena Brugg das grosse Public Viewing aufgebaut. Und auch die Geschäfte der Stadt Brugg haben sich mächtig ins Zeug gelegt: Viele Schaufenster strahlen WM-Atmosphäre aus.

Die Detailhandelsgruppe des Gewerbevereins Zentrum Brugg hat nach der Bekanntgabe der Brugger Fanmeile den «Schaufenster Award Brugg» lanciert. Sie war der Meinung, dass auch die Detailhändler zur WM-Stimmung beitragen sollten. «Unsere Idee war, dass bei einem Spaziergang durch Brugg das WM-Feuer sichtbar und ansteckend ist», sagt Christina Thomann vom Gewerbeverein Zentrum Brugg.

Schwieriger Start

Der Start der Aktion lief allerdings nicht wünschenswert. «Die Resonanz war klein», so Thomann. Doch sie und Bea Weber, ebenfalls von der Detailhandelsgruppe, wollten mehr. Sie nahmen sich zusammen drei Tage frei und gingen persönlich bei den Geschäften vorbei. «Wir gingen die Klinken putzen und versuchten die Geschäfte zu überzeugen», erzählt sie weiter. Mit Erfolg, denn inzwischen verbreiten 30 Schaufenster in der ganzen Stadt WM-Stimmung.

Die Kreativität der Ladenbesitzer war gefordert. Einzige Bedingung: Der Fussball und das Plakat der WM-Arena Brugg mussten im Schaufenster Platz finden. Alles andere konnte frei arrangiert werden. Im Blumenladen Amaryllis ist ein Fussballer aus Blütenblättern zu bestaunen, in der Wollboutique sind gestrickte Babyschuhe – für jede Nation farblich passend zur Flagge – zu sehen. Gegenüber ist im Leder Küng die Schlumpf-WM aufgebaut.

Nicht alle Geschäfte haben ein Schaufenster oder konnten es frei schmücken. Daher sind auch Indoor-Ausstellungen wie in der Post zu bewundern. Thomann konnte sich bereits einige Schaufenster anschauen. «Es haben sich alle Mühe gegeben», ist ihr Fazit. Erste Reaktionen aus der Bevölkerung sind bereits ersichtlich. Immer mehr Passanten nehmen sich Zeit und bleiben vor den verschiedenen Schaufenstern stehen.

Top 3 erhalten Preise

Der Aufwand zum Dekorieren kann sich lohnen, denn die Schaufenster werden in einem zweiteiligen Verfahren bewertet. Die drei «besten» Schaufenster erhalten einen Pokal und einen grosszügigen Batzen in die Personalkasse. So bekommt der erste Platz gar 500 Franken, der zweite erhält 300 Franken und der dritte noch 200 Franken. Die Vorausscheidung findet über die Facebook-Seite «Schaufenster Award Brugg» statt.

Alle Schaufenster sind online gestellt und die zehn meistgelikten Fotos kommen am 6. Juli in die nächste Runde. Eine vierköpfige Jury fällt dann die finale Entscheidung anhand eines Fragenkatalogs. Die Preisverleihung der Top-3 findet am 11. Juli statt. Die passende Location für beide Events liegt auf der Hand: das Public-Viewing-Gelände der WM-Arena Brugg.