Brugg
Debatte über lebenswerte Zukunft trotz düsteren Prognosen

Das Café Philo startet am Sonntag im Dampfschiff mit dem Naturwissenschaftler und «Bildermacher» Peter Munz in die neue Saison. Diskutiert werden soll unter anderem über brandaktuelle Zukunftsfragen.

Tabea Baumgartner
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«Und, was ist morgen?» Waghalsige, oft düstere Prognosen von Zukunftsforschern wollen diese Frage fachgerecht beantworten. Am kommenden Sonntag diskutieren interessierte Menschen in einer offenen Runde des Café Philo im Dampfschiff Brugg über brandaktuelle Zukunftsfragen.

«Alle diese Meldungen können uns überfordern», sagt Peter Munz. Der Physiker und «Bildermacher», wie er sich selber bezeichnet, runzelt die Stirn. «Es scheint ein fast unermessliches, unbegrenztes Problem zu sein.»

«Freude am Nachdenken»

Würde er, Co-Moderator des nächsten Café Philo, eine Zukunftsprognose wagen? «Nein, das möchte ich nicht», sagt er. «Mich interessiert, wie die einzelnen Personen über die Zukunft nachdenken.» Dabei gehe es vor allem um die persönlichen Sichtweisen der Teilnehmer. Darum werden sich am kommenden Sonntagmorgen denkfreudige Menschen im Café Philo treffen. «Es ist nicht nur die Freude am Nachdenken, die uns zusammenbringt. Auch konkrete Ideen und Vorschläge, wie wir die Zukunft gestalten könnten, sind erwünscht.»

Seit der Gründung des Café Philo in Brugg ist Munz regelmässig mit dabei. «Menschen mit verschiedenen Sichtweisen hören einander zu, nehmen die Meinung des anderen zur Kenntnis und lernen, den eigenen Standpunkt infrage zu stellen», sagt er. Es gehe nicht darum, die anderen zu überzeugen, wie es in der Politik der Fall ist. Doch was bleibt davon, wenn sich der Sonntagmorgen zu Ende neigt, der Kaffee ausgetrunken, das Oberstübchen müde vom Denken ist? «Das Café Philo ist für mich immer ein Denkanstoss. Sobald ich den Raum verlasse, arbeitet es in mir weiter.»

Menschen ins rechte Licht rücken

Munz steht auf, führt in seine Ausstellung «Und, was ist morgen?», am «Bug» des Dampfschiffes. Bilder mit Menschenprofilen kombiniert mit persönlichen Gedanken der abgebildeten Personen zur Zukunft regen zum Nachdenken an. Der pensionierte Dozent und Professor der Fachhochschule Nordwestschweiz lebt seit 25 Jahren in Brugg. «Was ich geforscht und gemacht habe in meinem Leben, hatte immer etwas mit Licht zu tun» – Elektronen waren seine Forschungsobjekte, die Fotografie sein Experimentierfeld.

Der Wunsch in ihm, den Menschen auszuleuchten, seine Sichtweise ins rechte Licht zu rücken, ist ungebrochen. «Das einzelne Individuum geht in der Masse und Hektik leicht vergessen. Im Bild kann es zur Geltung gebracht werden», sagt er. Wenn wir für unsere Zukunft eine gute Stossrichtung finden möchten, brauchen wir die Meinungen aller Menschen einzubeziehen, betont er. «Ich wünschte mir, dass in einem Betrieb nicht zuletzt auch jede Raumpflegerin nach ihrer Meinung gefragt würde. Dann würden viele Entwicklungen besser verlaufen.»