Das Zementwerk Siggenthal zählt zu den grössten Anlagen seiner Art in der Schweiz. Der für die Produktion von jährlich knapp einer Million Tonnen Zement notwendige Kalkstein und Mergel wird im Steinbruch Gabenchopf in Villigen abgebaut.

Der Transport der Rohstoffe erfolgt über ein vier Kilometer langes Förderband. Mitte der Fünfzigerjahre wurde das Abbaugebiet am Gabenchopf erstmals bewilligt und seitdem mehrmals erweitert. Die geltende Abbaubewilligung – samt Endgestaltungs- und Renaturierungskonzept – stammt aus dem Jahr 1998.

Jetzt möchte sich der Zementproduzent weitere Rohmaterialreserven sichern. Deshalb steht eine Erweiterung an – die sogenannte Etappe 4. Die Rede ist von einer Fläche von rund 5,8 Hektaren, die westlich an das derzeitig bewilligte Areal angrenzt.

Verfahren mit vielen Hürden

Vorgesehen ist, das Abbaugesuch 2017 einzureichen. Um die Bewilligung zu erhalten, ist ebenfalls ein Nutzungsplanverfahren zu durchlaufen. «Vorgängig muss die Gemeinde Villigen einer Zonenplanänderung zustimmen», erklärt Simone Aebischer, Werkleiterin des Zementwerks Siggenthal. Damit diese Zonenplanung überhaupt beantragt werden kann, musste ein Umweltverträglichkeitsbericht erarbeitet werden. «Dabei wurde das geplante Erweiterungsvorhaben auf seine Umweltverträglichkeit hin überprüft, das heisst auf seine Auswirkungen auf sämtliche relevanten Umweltbereiche», erklärt Simone Aebischer weiter. «Zudem haben Treffen mit der Begleitkommission Erweiterung Steinbruch Gabenchopf stattgefunden.» Die Mitglieder der Begleitgruppe setzten sich zusammen aus Vertretern von Gemeinden – neben Villigen auch Mandach, Mettauertal und Remigen – sowie von Kanton, Organisationen, Unternehmen und Verbänden.

Diesen Februar sind für die Umzonung notwendigen Unterlagen bei der Gemeinde Villigen zur Vorprüfung durch den Kanton eingereicht worden. Bei einem solchen Verfahren gebe es viele Hürden, antwortet die Werkleiterin auf die Frage nach den Herausforderungen. Der wohl grösste Knackpunkt sei es, die Bewilligung in dem dafür vorgesehenen Zeitraum zu erhalten. «Wichtig ist uns, dass die Bedürfnisse und Wünsche aller Anspruchsgruppen frühzeitig ins Projekt einfliessen. Aus diesem Grund arbeitet die Begleitkommission auch bei den weiteren Projektphasen der Erweiterung mit», betont die Werkleiterin.

Abbau bis 2015 geplant

Mit einer neuen Website zum Steinbruch Gabenchopf hat der Zementproduzent eine Informationsplattform geschaffen, die laufend über die Aktivitäten sowie über Flora und Fauna im Steinbruch berichtet. Der Online-Auftritt «soll den interessierten Leser anregen, mit uns in Kontakt zu treten», sagt Simone Aebischer. «Zielpublikum der Website sind die Bevölkerung, Behördenvertreter, Vertreter von Naturschutzorganisationen – kurz alle, die am Steinbruch Gabenchopf interessiert sind.»

Das Zementwerk Siggenthal besteht seit 1912. Heute werden am Standort rund 110 Mitarbeitende in der Zementproduktion sowie weitere rund 70 für zentrale Dienste beschäftigt. Ebenfalls ausgebildet werden jedes Jahr rund 10 Lernende. Im Richtplan ist ein möglicher Gesteinsabbau auf einem 77 Hektaren grossen Gebiet am Gabenchopf bis ins Jahr 2045 vorgesehen.