Jugendfest
Das war der Rutenzug – und ganz Brugg freute sich übers Wetterglück

Wenn eines klar ist, dann dies: Der Rutenzug fällt nie aus – unabhängig von der Witterung. Am Donnerstag hatten Teilnehmer und Besucher Glück: Erst gegen Ende setzte der Regen ein.

Elisabeth Feller
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Die Farbtupfer in Form von flatternden Bändern kommen am Rutenzug, der unter grauen Wolken stattfindet, gerade richtig.
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Herzig: Die weissen Kleidchen, die filigranen Blumenkränze – einfach schön anzuschauen.
Immer wieder entdecken die Kinder Verwandte und Bekannte am Strassenrand. Freudig winken die Schüler, wenn sie jemanden entdecken.
Diese kleine Zuschauerin übt für in ein paar Jahren. Der Blumenkranz steht ihr auf jeden Fall gut.
Ob im Haar, in den Händen oder in den Brunnen: Blumen prägen das Jugendfest.
Tradition: Blumensträusschen in allen Farben und Variationen gehören schlicht dazu.
Was diesem Mädchen wohl durch den Kopf geht? Einen wunderschönen Kranz trägt auch sie.
In allen Farben: Ein prächtiger Blumenstrauss ist der Hingucker am Rutenzug.
Tolle Kombination: Weiss und Rosa passen perfekt zusammen – am Rutenzug erst recht.
Wegen diesen Haselruten heisst der Umzug – ja genau – Rutenzug. Die Ruten werden nur von den Knaben getragen.
Impressionen vom Rutenzug: Selbst wenn es regnen würde, diese Zuschauer würden nicht nass werden.
Gelassen: Diese Oberstufenschülerin erlebt wohl nicht ihr erstes Jugendfest.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
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Impressionen vom Rutenzug.
Brugger Rutenzug: Impressionen
Impressionen vom Rutenzug.
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Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.
Impressionen vom Rutenzug.

Die Farbtupfer in Form von flatternden Bändern kommen am Rutenzug, der unter grauen Wolken stattfindet, gerade richtig.

Sandra Ardizzone

Lass es bitte nicht regnen, lieber Gott»: Wer am frühen Donnerstagmorgen ein Prasseln und Rauschen sondergleichen hört, ahnt Ungutes – zumal der Meteorologe am Radio fortwährendes Nass und Donnergrollen verheisst. Wird der Rutenzug demnach buchstäblich ins Wasser fallen? Das darf einfach nicht sein.

Optimismus ist gefragt, weshalb sich Blicke zum Himmel zunächst verbieten. Schliesslich geht Stadtammann Daniel Moser diesbezüglich mit gutem Beispiel voran: «Wir brauchen heute keinen Schirm», sagt er hoffnungsvoll. Wer wagte, ihm zu widersprechen?

Wie jedes Jahr finden sich auch 2016 in der Altstadt zahlreiche Besucherinnen und Besucher links und rechts der Hauptstrasse ein; in erster Linie natürlich Brugger, die das Jugendfest aus dem Effeff kennen, aber auch Auswärtige (selbst aus fernen Ländern), die erfahren wollen, weshalb dieses Fest einen legendären Ruf geniesst.

Überpünktlich, ja sogar eine Minute früher als 8.45 Uhr, schiesst die Fontäne des Erdbeeribrunnens in die Höhe – schon dringen markige Trommelwirbel und satte Bläserklänge an die Ohren: Der Rutenzug setzt sich in Bewegung.

Einmal mehr dominiert bei den Kindern die Farbe Weiss. Doch in diesem Jahr tritt sie weniger strahlend als gewohnt in Erscheinung. Das verwundert allerdings nicht, denn der grauen Wolken werden immer mehr, was den Umzug düsterer als gewohnt aussehen lässt. Da kommen Farbtupfer in Form flatternder Bänder in knalligem Orange, Grün und Blau gerade richtig.

Unsicherheit nagt an einem

Die diesjährigen Gäste aus Habsburg schwenken Fähnchen; den Musikgesellschaften und -vereinen aus Brugg und Umgebung geht ein Mann mit grosser, nicht flatternder Fahne voraus. Immer wieder bestaunen die Zuschauer die fantasievollen Kränze der Mädchen und die grossen Ruten, die von den Buben getragen werden. Nicht zu vergessen: Von den Fensterbrüstungen hängen die leuchtenden, charakteristischen Blumen aus Seidenpapier.

Ach, wie könnte alles schön sein, wenn bloss nicht die Unsicherheit an einem nagen würde: Wird sich der Regen zurückhalten? Nein, den Gefallen tut er uns nicht. Exakt dann, als sich der Umzug Richtung Freudenstein in Bewegung setzt, beginnt es zu tröpfeln. «Ist nicht schlimm», beruhigt eine Mutter ihren kleinen Sohn. Schirme werden aufgespannt – aus den Tröpfchen werden Tropfen, doch die gute Laune lässt sich niemand nehmen.

Auf dem Weg zur Morgenfeier beim Freudenstein kommt man an liebevoll verzierten Gartenzäunen vorbei. Doch diesmal stimmt der Anblick der roten und weissen Seidenblumen traurig: Sie sind klitschnass und weisen deshalb nicht ihre ansonsten so füllige, einnehmende Gestalt auf. Da wirkt der Regenschirm vor uns mit seinen dunkelroten Rosen als wahrer Aufsteller.

Flucht unter Bäume

Der Zug stockt; federleichte Plastikmäntel werden übergezogen; ein Vater ruft seiner Tochter zu: «Da, nimm.» Gemeint ist ein Schirm. Das wird ja eine immer nassere Sache, denkt man und imaginiert sich einen Song von «Supertramp»: «It’s raining again». Jedenfalls kann man gar nicht anders, als nach oben zu blicken – o nein! Es giesst und giesst; man flüchtet sich unter Bäume . Ein Trost immerhin: Der Rutenzug hat stattgefunden; die Stimmung ist gut – was will man mehr?