Brugg

Das Verfahren um die neue, zentrale Verwaltung ist blockiert

Zentrale Verwaltung, Stadtbibliothek, Verkaufsflächen, Büros und Wohnungen: Die Visualisierung zeigt den Innenhof der geplanten Überbauung auf dem Areal «Alte Post».

Zentrale Verwaltung, Stadtbibliothek, Verkaufsflächen, Büros und Wohnungen: Die Visualisierung zeigt den Innenhof der geplanten Überbauung auf dem Areal «Alte Post».

Der Brugger Stadtrat beantwortet die Kleine Anfrage von FDP-Einwohnerrat Peter Haudenschild zur Immobilienstrategie. Für ihn ist diese eigentlich schon überfällig.

Wie lange es – noch – dauern wird, bis Brugg zu einer neuen, zentralen Verwaltung kommt, ist nach wie vor offen. Derzeit liegt der Ball beim Regierungsrat, ist der Beantwortung einer Kleinen Anfrage von FDP-Einwohnerrat Peter Haudenschild zu entnehmen. Er hatte sich erkundigt nach der Immobilienstrategie der Stadt.

Die Zentralisierung der Verwaltung ist seit Jahren ein Thema in Brugg. Nach einem Studienauftrag im 2015 und 2016 wurde ein Richtprojekt erarbeitet, Anfang 2017 das Gestaltungsplanverfahren gestartet. Konkret vorgesehen ist auf dem Areal zwischen Schulthess-Allee und Annerstrasse – das Bindeglied zwischen Altstadt sowie Bahnhof und Neumarkt – eine Überbauung mit der zentralen Stadtverwaltung samt Stadtbüro, Stadtbibliothek, Verkaufs­flächen, Büros sowie rund 100 Wohnungen.

Der Verlauf hängt vom Regierungsrat ab

Mit seiner Kleinen Anfrage wollte sich FDP-Einwohnerrat Haudenschild informieren über den Fortschritt oder die Verzögerungen beim Projekt sowie über die Anzahl Einsprachen.

In seiner jetzt vorliegenden Antwort verweist der Stadtrat auf den Gestaltungsplan «Alte Post», der Voraussetzung ist für die Realisierung eines neuen Verwaltungsgebäudes und der beschlossen worden ist vom Stadtrat im vergangenen Oktober. Gegen diesen Beschluss haben der Aargauische Heimatschutz sowie eine Gruppierung privater Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer Beschwerde erhoben, über die der Regierungsrat erstinstanzlich zu entscheiden hat. «Der weitere Verfahrensverlauf, dessen Dauer und Ausgang sowie die daraus resultierenden Kosten hängen wesentlich vom Entscheid des Regierungsrats ab und lassen sich derzeit nicht abschätzen», hält der Stadtrat fest.

Auftrag ist erteilt für eine Immobilienstrategie

Für FDP-Einwohnerrat Haudenschild wird – im Zusammenhang mit verschiedenen wichtigen und finanziell gewichtigen Vorhaben – eine Immobilienstrategie immer dringlicher «und ist eigentlich überfällig». Er wollte deshalb wissen, wie der Stand der Dinge ist, bis wann der Stadtrat die Immobilienstrategie definieren und umsetzen will. Ebenfalls fragte er danach, was der Stadtrat unternimmt, dass wirklich nur streng dem Gesetz entsprechende Objekte – ob private oder öffentliche – unter Schutz gestellt werden und nicht weitere, gar minderwertige.

Der Stadtrat hat an seiner Klausur im Juni dieses Jahres, heisst es in der Antwort, den Ressortleiter Planung und Bau beauftragt, innerhalb eines Jahres einen Vorschlag für eine Immobilienstrategie vorzulegen. Die fachliche Beurteilung der Schutzwürdigkeit von Bauten und Objekten, fährt der Stadtrat fort, erfolgt durch die kantonale Denkmalpflege. «Bau- und kulturgeschichtlich wertvolle Bauten und Kleinobjekte von kommunaler Bedeutung werden im Bauinventar nach einheitlichen Kriterien erfasst, dokumentiert und gewürdigt.»

Für die Schutzobjekte gelte der Substanzschutz und daher grundsätzlich das Abbruchverbot. «Aus- und Umbauten sind jedoch möglich, soweit diese sich mit den Schutzzielen vereinbaren lassen und der Charakter des Gebäudes erhalten bleibt», führt der Stadtrat aus und ergänzt: «Eine allfällige Entlassung eines Gebäudes, das unter kommunalem Schutz steht, kann auf Antrag eines Grundeigentümers geprüft werden. Dazu ist zwingend ein Fachgutachten einzuholen, in dem aufgezeigt wird, dass die gesetzlichen Anforderungen der Schutzwürdigkeit nicht oder nicht mehr genügend erfüllt sind.»

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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