Campus-Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz, Überbauungen Fehlmannmatte, Kunzareal, Reisezentrum oder Spinnereiareal: Als Leiter der Abteilung Planung und Bau hat Kurt Schneider die Entwicklung von Windisch massgeblich mitgeprägt. Morgen Donnerstag wird er sein Büro im siebten Stock der Gemeindeverwaltung räumen.

Am 1. September tritt er in Aarau seine neue Stelle an – als Leiter der Stadtentwicklung sowie als Stellvertreter von Stadtbaumeister Felix Fuchs. «In Aarau stellen sich derzeit viele raumplanerische Fragen», sagt Schneider. «Mir bietet sich die Chance, in der Kantonshauptstadt etwas bewegen zu können. Ich freue mich auf die Herausforderung, darauf, meine Erfahrungen einzubringen und Neues kennen zu lernen.»

Faszinierende Vielfalt

Auf seine sieben Jahre in Windisch blicke er mit guten Gefühlen zurück, sagt Schneider. «Ich habe viele Menschen getroffen, denen das Wohl der Gemeinde am Herzen liegt und für die nicht nur die eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.» Als Abteilungsleiter war Schneider bei den Bauvorhaben die Ansprechperson für die Beteiligten.

Die Kontakte und der Austausch mit den Arbeitskollegen, den Behördenvertretern sowie der Bevölkerung möchte er nicht missen. «Ich muss dort sein, wo sich etwas bewegt. Eine Ortschaft muss sich genau wie die Gesellschaft ständig weiterentwickeln, da sie in einem engen Kontext stehen. Solange ich meinen Teil beitragen kann, fühle ich mich wohl.» Schon als er sich auf die Stelle beworben habe, sei klar gewesen, welches Potenzial in Windisch vorhanden sei. «Die Aufgaben entsprachen genau meinen Vorstellungen.»

Die Entwicklung der Gemeinde wie auch der Region Brugg sei noch nicht zu Ende, stellt Schneider fest. Wichtige Projekte konnten aber mittlerweile zu einem glücklichen Abschluss gebracht werden. Der scheidende Abteilungsleiter erwähnt die augenfälligen Veränderungen vom Bahnhof bis zum Gemeindehaus mit dem Campus – «eine attraktive Umgebung, in der viele Aktivitäten möglich sind» –, der Zürcherstrasse und der Fehlmannmatte. Er erinnert sich an einen Artikel der «Weltwoche» aus dem Jahr 2006, in dem die Gemeinde als unansehnliches Strassendorf bezeichnet wurde, als trostloses Pflaster. «Einiges ist passiert mit der Aufwertung des Strassenraums und den Bauten für Menschen, die hier wohnen, arbeiten oder die Freizeit gestalten wollen. Das Faszinierende an Windisch ist seit jeher die Vielfalt, die sich aber erst für Besucher öffnet, die sich Zeit nehmen und sich darauf einlassen.»

Ohne Grundeigentümer gehts nicht

Es sei natürlich, so Schneider weiter, ein glücklicher Umstand gewesen, dass die Gemeinde einen guten Plan hatte, der konsequent umgesetzt wurde. «Neben der Bevölkerung braucht es insbesondere Grundeigentümer, die mitspielen. Sie sitzen am längsten Hebel und können diese Prozesse auch unterbinden.» Anders gesagt: «Kann man sie nicht für ein Vorhaben gewinnen, nützen alle guten Ideen nichts. Die Herausforderung bestand darin, alle an einen Tisch zu bringen und den gemeinsamen Nutzen herauszustreichen.»

Am Schluss könnten immer nur dann Lösungen gefunden werden, wenn die Beteiligten ihre privaten Interessen auch einmal dem öffentlichen Interesse unterordnen, ist Schneider überzeugt. Beim Spinnereiareal beispielsweise hätten sich die Mitglieder des Quartiervereins intensiv Gedanken gemacht über ihre künftige Umgebung, ihre Nachbarn sowie das Thema Verkehr. «Sie trafen auf einen Investor, der sich darauf einliess.»

So habe es in der Umsetzung kaum Verzögerungen durch Einsprachen gegeben und der neue Quartierteil weise mit attraktiven Strassenräumen, Bushaltestelle, grosszügigem Quartierplatz und Fusswegen einen Mehrwert für die Anwohner auf. «Wer sich aktiv verhält, über den Gartenzaun hinweg denkt und sich im Rahmen der Interessenabwägung auf Konsenslösungen einlässt, gestaltet mit.»

Seine Tätigkeit in Windisch betrachte Schneider zusammenfassend mit einer gewissen Befriedigung. Klar habe es Situationen gegeben, «in denen mehr möglich gewesen wäre». Zum Beispiel? «Ein Anliegen ist mir gewesen, der Gestaltung des öffentlichen Raums, vor allem im Zentrum, mehr Gewicht zu geben, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Bei solchen Projekten ist leider für die Entscheidungsgremien der Nutzen nicht sofort erkennbar.»

Trotzdem: «Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein Dialog stattfindet und in einem demokratischen Prozess entschieden wird, was in welcher Form umgesetzt wird.» Auch wenn die zeitliche Belastung teilweise hoch gewesen sei, habe er nie den Verleider gehabt. «Schwierig wird es erst dann, wenn ein Projekt aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht unterstützt wird oder daraus menschliche Schicksale resultieren.»

Schneider ist zuversichtlich, dass die Gemeinde den Schwung der letzten Jahre in die Zukunft mitnehmen kann. An grossen Themen werde es nicht mangeln, hält er fest. Er weist auf die Gesamtsanierung der Psychiatrie Königsfelden mit einem geplanten Investitionsvolumen von über 100 Millionen Franken hin. Das Areal verfüge über viele Qualitäten. Kein Wunder, bezeichnet er den Bereich bei der Platane neben der Klosterkirche als einen seiner ganz persönlichen Lieblingsplätze.