«Das ‹Umhaue› tut schon weh, aber dafür kommt etwas Schönes: ein Heim mit grossem Restaurant.» Rolf Alder, ehemals Stadtammann von Brugg und Präsident Stiftung Gesundheit Region Brugg, sprüht vor Optimismus.

Dabei hat er soeben angekündigt, dass im Park des Pflegezentrums Süssbach prächtige Kastanienbäume gefällt werden müssen. Nicht in diesem, wohl aber im nächsten Jahr: Das Grossprojekt Akkord fordert seinen Tribut. Dieses umfasst das Gesundheitszentrum auf beiden Seiten der Fröhlichstrasse und kostet gegen 100 Millionen Franken.

Mit einem Wort: Es ist eine «grosse Kiste», die bis ins Jahr 2016 gestemmt werden muss. Bäume müssen Akkord weichen, weil «Schönes» entstehen wird. Das ist kein Grund zum Heulen, wiewohl das gestrige Wetter dazu reichlich Anlass gibt.

Mit Rolf Alder freuen sich Hans Bürge, Geschäftsleiter des Pflegezentrums Süssbach AG; Markus Schärer, Architekt des Wettinger Büros Fugazza Steinmann Partner; Landschaftsarchitekt Felix Naef und – in erster Linie – etwa 12 Heimbewohnerinnen und Heimbewohner.

Diese sind zu Fuss oder – bestens ausgerüstet mit Wolldecken – im Rollstuhl zum gedeckten Sitzplatz gekommen, um zu erfahren, was sich in den nächsten Jahren vor ihren Augen abspielen wird. Im Moment steht jedoch ein symbolischer Akt im Vordergrund: Zwei neue Bäume werden gepflanzt. «Ich habe Bäume sehr gerne», sagt Felix Naef und erobert mit diesen Worten sein Publikum.

Ja, sagt der Landschaftsarchitekt, die langjährigen Kastanienbäume würden im Sommer 2014 leider gefällt, «doch hier, vor ihren Augen, stehen zwei japanische Kirschbäume, die jetzt gepflanzt werden.»

Naef rühmt ihre rosafarbene, bezaubernde Blütenpracht, rühmt den Schatten, den sie geben werden und erzählt, wie der neue Park «mit Wegen und Wasser» aussehen wird. Doch nun soll zur Tat, also zur Pflanzaktion, geschritten werden. Ist diese den Anwesenden bei dem Regen überhaupt noch zumutbar? Sollen nicht zuerst Punsch und Lebkuchen gereicht werden? Nein. Das Geniessen kommt nachher – Felix Naef bittet die Anwesenden zu den Bäumen.

«Nehmen Sie eine Schaufel»

Begeistert greifen die Süssbach-Bewohner zu; wer nicht weiss, wie so etwas funktioniert, wendet sich an Alder oder Naef.

Mittlerweilen ist die Kälte allen in die Knochen gefahren. Beherzt greifen klamme Hände nach dem heissen Punsch. «Bald gilt es ernst», sagt Markus Schärer, «nächste Woche wird das Baugesuch für Vorarbeiten und Umbauten eingereicht; im Januar 2014 dann das Hauptbaugesuch.»

Obgleich Optimismus aufscheint: «Akkord» ist ein Lupf, der von allen am Bau Beteiligten und primär von jenen, die im Süssbach leben oder arbeiten, viel abverlangt.