Das sündige Höschen und die Zuckerpuppe

Die Theatergruppe Bözberg führt das Stück «Zuckerpuppe» auf. Viel Verwirrung, Gefluche und sexy Damenhöschen kann das Publikum in Oberbözberg erwarten.

Malini Gloor
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Bäckermeister Gusti Holzer mit dem heissen Höschen, das ihn garantiert in Bedrängnis bringen wird. Bild: Malini Gloor

Bäckermeister Gusti Holzer mit dem heissen Höschen, das ihn garantiert in Bedrängnis bringen wird. Bild: Malini Gloor

  

Morgen ist es so weit: Das Theaterstück «Die Zuckerpuppe», aufgeführt von der Theatergruppe Bözberg, wird in der Turnhalle Chapf in Oberbözberg gezeigt. Verwirrung, Gefluche und heisse Höschen sorgen für Lacher. Vor jeder Aufführung singt der Chor Bözberg; der Feuerwehrverein serviert Essen und löscht jeden Durst.

Die Stimmung ist ausgelassen, die letzten Kostüme werden zurechtgezupft: Die Mitglieder der Theatergruppe, die es seit über 50 Jahren gibt, bereiten sich auf eine der letzten Proben vor. «Seit drei Jahren führe ich hier Regie, seit zwanzig Jahren spiele ich mit – und bin noch immer voller Elan dabei», sagt Regisseurin Christa Crausaz. Damit ist sie in guter Gesellschaft. Die zwölf Mitglieder im Alter von 29 bis 65 Jahren lieben es, auf und hinter der Bühne zu stehen. «Es ist immer lustig hier, wir sind eine super Truppe» heisst es. Oder: «Der Applaus des Publikums ist jedes Jahr das Schönste. Wenn die Saison vorüber ist, werde ich immer etwas wehmütig.» Trotzdem sind neue Mitglieder immer sehr willkommen. Melden kann man sich bei Monika Leuenberger (Telefon: 0797587291).

Freigiebige Küsse und ein Bäckergeselle

Die Bühne ist hell erleuchtet, die Laiendarstellerinnen und -darsteller sind parat. Und los geht’s! Ein Pärchen neckt sich, sie ruft ihm zu «Chasch dir dis Küssli sälber abhole!».

Sekunden später betritt ein flapsiger Jugendlicher die Szene: «Jetzt chläbed ihr scho wieder anenand!». Es ist Andi Holzer, der Bruder von Karin Holzer, die nicht so freigiebig ist mit ihren Küssen. Bäckergeselle Toni hätte das natürlich gerne anders.

Eifersuchts-Szenen und eine weibliche Leiche

Schnell wird klar, dass in der Bäckerfamilie Holzer mit Oberhaupt Gusti ein rauer Umgangston herrscht: Die Stimmung ist angespannt, weil Gusti Holzer eine supersüsse Zuckertorte gebacken hat, die am Tortenwettbewerb selbstverständlich den ersten Preis gewinnen soll.

Allzu viel wird an dieser Stelle aber nicht verraten, nur so viel: Ob Gusti Holzer den Preis gewinnt, ist fraglich. Dass aber plötzlich mehrere sexy Damenslips ohne Besitzerin auftauchen, sorgt für glühende Eifersuchts- und Rechtfertigungs­szenen. Als die gestylte Kriminalkommissarin Gertrud Stamm dann noch auftaucht und eine weibliche Leiche im Bäckers-Heim sucht, eskaliert die Situation komplett.

Was man sich sicher merken sollte: «Aber wäg es Paar fremde Unterhose laht mer sich doch nöd scheide!» «Nei, aber wäg dem, wo drin gsteckt isch!» Da kann man nur sagen: Ab ins Theater, um sich «Die Zuckerpuppe» zu Gemüte zu führen und froh zu sein, dass man selbst an keinem Tortenwettbewerb teilgenommen hat!

«Die Zuckerpuppe» 23.November, 20 Uhr, Türöffnung 17.30Uhr; 24.November, 14 Uhr, Türöffnung 11.30 Uhr; 29.November, 20 Uhr, Türöffnung 17.30 Uhr; 30.November, 20 Uhr, Türöffnung 17.30 Uhr; Turnhalle Chapf, Chapf 9, Oberbözberg.