Das ehemalige städtische Zeughaus von 1673 ist eines der auffälligsten Gebäude in der unteren Brugger Hofstatt. Das spezielle Portal und der Treppenturm mit einer sogenannten «welschen Haube» als Dach bilden einen markanten Abschluss der Häuserzeile.

1964 wurde das Haus zum Museum, seit der Umgestaltung vor drei Jahren heisst es «Stadtmuseum Brugg – Stäblisaal und Historische Sammlung», zuvor war es das «Heimatmuseum und Stäbli-Stübli Brugg».

In einem Artikel im «Bund» und «Tages-Anzeiger» bezeichnete Martin Bieri das Stadtmuseum Brugg als das kleinste Museum der Schweiz, das dem Landschaftsmaler Adolf Stäbli gewidmet ist.

Von seinen düsteren Gemälden sind die Hochzeitspaare hier umgeben, wenn sie sich im edlen Stäblisaal das Ja-Wort geben, und das kommt immer häufiger vor. Die Zahl der Trauungen stieg von 60 im Jahr 2013 auf 95 im vergangenen Jahr.

Die Hochzeitsgäste sehen zwar auch einen Teil des Stadtmuseums, werden aber in der Besucherstatistik von Kurator Dominik Sieber nicht mitgezählt. «Sie laufen über das Konto des Zivilstandsamts und der Stadtverwaltung.»

2013 gab es einen Besucherrekord

Historiker Dominik Sieber aus Zürich ist seit Sommer 2015 in einem kleinen Teilzeitpensum Kurator dieses speziellen Museums. Er weiss, wie sich das Stadtmuseum in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Aufgaben noch anstehen.

Über die genauen Besucherzahlen kann Sieber ab 2015 Auskunft geben. Wie der Publikumszuspruch in den vorhergehenden Saisons war, liegt ihm nur auszugsweise vor.

«Im Jahr 2013 wurden 1158 Besucher und Besucherinnen gezählt. Alleine an den vier aussergewöhnlichen Tagen des Stadtfestes kamen 800 Besucher», erklärt Sieber.

Für 2015 habe er dann selber 432, ein Jahr später 637 und letztes Jahr 932 Besucher gezählt. «Diese Steigerung ist sicher mit dem neuen Stäblisaal in Verbindung zu bringen», betont der Kurator.

Besucherzahlen Stadtmuseum Brugg

Zudem habe Bieris Zeitungsartikel 2017 Leute nach Brugg gebracht, die bisher noch nie das Museum besucht hatten.

Neue Dauerausstellung geplant

Während der offiziellen Öffnungszeiten schauen zirka 15 bis 20 Besucher pro Tag im Museum vorbei. Gleich viele zählt Sieber auch bei speziellen Führungen.

«Den grössten Zuspruch haben wir an den Veranstaltungen», so der Kurator. Davon gibt es vier pro Jahr. Die nächste findet zum Saisonauftakt am 8. April um 11.15 Uhr statt. In Kurzvorträgen «Geschätzte Dinge» werden (unbekannte) Objekte aus der Sammlung des Stadtmuseums vorgestellt.

Mittelfristig möchte das Stadtmuseum die Besucherzahl weiter steigern. Sieber: «Dazu soll eine neue Dauerausstellung dienen, für die an der Ortbürgergemeindeversammlung im Dezember ein Projektierungskredit gesprochen wurde.»

Seit Mai 2017 arbeitet der Kurator im Stadtmuseum mit an der Inventarisierung aller Bilder, Grafiken und historischen Objekte; dies unter der Leitung von «Sauerländer-Mangold. Büro für Geschichte».

Denn: Ein umfassendes Inventar des Museums gab es bisher nicht. Nun wird mit der Software «MuseumPlus», die auch das Museum Aargau benutzt, alles erfasst.