«Eins ruft das andere», stellt Josef Ineichen fest und weist dabei auf einen feinen Riss im Wandbild des Soldatendenkmals auf dem Villigerfeld. Nachdem sich Baumpfleger der beiden mächtigen Linden, die das Denkmal flankieren, angenommen hatten und Angehörige der Genie-Schulen Brugg die Umgebung wieder in Schuss gebracht haben, ist Anfang Juni mit der Restaurierung des Wandbildes begonnen worden.

Inzwischen ist der Sockel der leicht gewölbten Betonwand, die das Bild trägt, in mehreren Schritten gereinigt worden. Die Metalllettern der Inschrift, die lange Zeit unter Algen und Moos verborgen waren, sind wieder sichtbar. Und auch der diskrete Hinweis auf die Sappeur-Kompanie I/5, deren Angehörige die Betonwand für das Kunstwerk von Ernst Leu erstellt hatten, ist wieder zu sehen.

Mittlerweile haben Restaurator Josef Ineichen und seine Assistentinnen Katharina Flores und Dorit Mühlmann das Bild gereinigt, die Umrisse der Figuren ergänzt und die Vorbereitungen getroffen, damit die Schäden an den heiklen Stellen des Bildes behoben werden können.

Eine Herausforderung bei der Restaurierung des Wandbildes liegt in der Technik, die Ernst Leu vor knapp 80 Jahren angewendet hatte. Der Künstler hatte sein Bild ja nicht einfach mit Farbe auf die Betonwand gepinselt. «Leu hat mit einer Kratzputztechnik gearbeitet», erklärt Josef Ineichen. «Dabei hat er mithilfe von Schablonen die einzelnen Flächen der Figuren mit farbigem Putz aufgetragen.» Josef Ineichen betont, dass man sich bewusst sein müsse, dass – aufgrund der Technik, die Ernst Leu angewendet hatte – auch nach der Restaurierung das Bild nicht in satten Farben leuchten wird. «Es geht bei der Restaurierung ja darum, das Bild so zu erhalten, wie es ursprünglich gewesen ist», gibt er zu bedenken.

Zwei Tafeln geben Auskunft

Während sich Josef Ineichen mit seinen Mitarbeiterinnen und der Restauratorin Ina Link über die nächsten Arbeitsschritte unterhält, sucht Paul Müller, der Präsident des Vereins, der sich die Rettung des Soldatendenkmals auf die Fahne geschrieben hat, den idealen Standort für die beiden Tafeln, die neben dem Denkmal aufgestellt werden sollen. Die Tafeln geben künftig Auskunft über die Entstehung des Denkmals und über den geschichtlichen Kontext. Paul Müller zeigt sich beeindruckt von der Arbeit der Restauratorinnen und Restauratoren. «Hier wird professionell gearbeitet», stellt er fest und lobt die gute Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege.

Vorgesehen ist, das restaurierte Denkmal am 17. September einzuweihen – 77 Jahre nach der ersten Einweihung.