Birrfeld
Das sichere E-Bike-Fahren braucht Übung und will richtig gelernt sein

Das Forum 60plus bot Senioren einen E-Bike-Kurs auf dem Flugplatz an – sie lernten die Gefahren kennen.

Max Weyermann
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E-Bike-Kurs im Birrfeld
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Katharina Schlatter informiert über die verschiedenen E-Bikes.
Katharina Schlatter weist die Teilnehmer in die Welt der E-Bikes ein.
Werner Leuenberg, Instruktor TCS Aargau, gibt Tipps und Tricks.

E-Bike-Kurs im Birrfeld

Max Weyermann

Die Benützung des E-Bikes bietet im Vergleich zum normalen Velo einerseits erhebliche Erleichterungen in Sachen Tretarbeit, wegen des Motorantriebs aber auch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Im Rahmen des Kurses im Birrfeld bestand Gelegenheit, zu beachtende Aspekte des elektrisch unterstützten Fahrens kennenzulernen.

Auf die Ausschreibung des Fahrkurses in Zusammenarbeit mit dem TCS Aargau gingen beim in den Gemeinden Habsburg, Hausen, Mülligen und Windisch tätigen Forum 60plus sechs Anmeldungen ein. Präsident Heinz Brun: «Es geht uns darum, dass interessierte Senioren in Theorie und Praxis die Grundlagen des E-Bikens erwerben und sich so möglichst sicher auf den Fahrradstreifen und Strassen bewegen können.» Instruktor Werner Leuenberg vom TCS Aargau wartete zu Beginn des Kurses mit einigen statistischen Angaben auf.

Seinen Ausführungen zufolge beträgt der E-Bike-Bestand in der Schweiz aktuell gegen 300 000 Stück. Jedes Jahr kommen rund 60 000 hinzu. 57 Prozent der Unfälle mit solchen Zweirädern sind Selbstunfälle, wobei die Mehrzahl der Opfer älter als 45 Jahre ist. 2014 waren gemäss BFU-Statistik fünf Todesfälle und wesentlich mehr Verletzte zu verzeichnen.

Defensives Fahrverhalten ist wichtig

Im Theorieteil wurden die Kursteilnehmer mit den Unterschieden in Bezug auf Konstruktion und gesetzlichen Bestimmungen der langsamen und der mit Tretunterstützung bis zu 45 km/h schnellen E-Bikes bekanntgemacht. Bei letzteren sind Vignette, Nummernschild und das Tragen eines Helms obligatorisch. Bei den mit weniger Power ausgestatteten, mit Tretunterstützung bis zu 25 km/h schaffenden Modellen, empfiehlt sich der Helm ebenfalls. Werner Leuenberg: «Unfallursache Nummer 1 ist das Linksabbiegen ohne deutliches Handzeichen und Einspuren.

An zweiter Stelle steht das Fahren im Kreisel, bei dem ebenfalls höchste Vorsicht geboten ist, auch weil hier andere Verkehrsteilnehmer das Vortrittsrecht oft missachten.» Besonders wichtige Punkte sind das defensive Fahrverhalten mit steter Wachsamkeit, das Tragen auffälliger Kleidung, aber auch die regelmässige Überprüfung und Wartung der Bikes, ganz besonders von Verschleissteilen wie Bremsen und Reifen.

Katharina Schlatter, Velomechanikerin bei der Firma Stöckli in Niederlenz, leitete anschliessend zum praktischen Teil mit der Präsentation von E-Bikes mit verschiedenen Rahmen-, Antriebs- und Akkukonstruktionen über. Es bestand Gelegenheit, auf dem Parkplatz des Flugplatzes Birrfeld einen Geschicklichkeitsparcours zu absolvieren, bevor zum Abschluss eine Testfahrt via Strassen und Radwege in Birr und Lupfig zurück zum Ausgangsort auf dem Programm stand. Dieser Rundkurs mit einigen Steigungen bewältigten die Teilnehmer mühelos.

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