Veltheim
Das Schloss Wildenstein lüftet seine Geheimnisse

Bauforscher haben Wandmalereien im Schloss Wildenstein in Veltheim entdeckt. Während ihrer Arbeit haben die Forscher viele überraschende Erkenntnisse über die Bauweise und die Geschichte des Schlosses gesammelt.

Michelle Cechmanek
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Rundgang Schloss Wildenstein in Veltheim
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Schloss Wildenstein Im Winter.

Rundgang Schloss Wildenstein in Veltheim

AZ

«Hocherfreulich» seien die Erkenntnisse über die Bauweise und die Geschichte des Schlosses Wildenstein, wie Reto Nussbaumer, Kantonaler Denkmalpfleger sagt. «Beispielsweise wurden unter einer barocken Holzdecke nachgotische Wandmalereien entdeckt». Das Schloss hat eine sehr spannende Baugeschichte. «Dies kommt der Idee von Samuel Wehrli – das Schloss als Museum für diverse Sammlungen zu nutzen – sehr entgegen», so Nussbaumer.

Interessante Vergangenheit

Zu den Wandmalereien kommt die überraschende Erkenntnis über die Bauweise des Schlosses hinzu, worüber das «Regionaljournal» von Radio DRS Anfang Jahr berichtete.

So hat man herausgefunden, dass das Schloss Wildenstein nicht – wie zuvor angenommen – auf den Grundmauern einer frühmittelalterlichen Burg steht. Zwar weiss man, dass dort schon in sehr früher Zeit eine Burg stand. Die Forscher vermuten nun, dass es sich bei der alten Burg um eine sehr simple Anlage aus Holz gehandelt hat und diese niederbrannte.

Weiter haben die Untersuchungen ergeben, dass um 1500 die Schlossmauern massiv erhöht wurden. Diese aber nicht so gebaut wurden, dass sie dem Beschuss durch Artillerie widerstehen konnten, obwohl schon damals Kanonen gebraucht wurden. Die Mauern wurden also verändert, um einer anderen Bedrohung zu begegnen. Nämlich die der Bauern, die damals gegen ihre Herren aufständisch wurden. Die hohen Mauern waren durch Sturmleitern nicht zu bezwingen. So konnte schon eine kleine Gruppe das Schloss gegen Bauern schützen.

Die im 17. Jahrhundert eingebaute Schiessscharte, die noch heute zu sehen ist, machte damals noch nicht viel Sinn. Die Forscher gehen davon aus, dass sie ausschliesslich zur Zier gebaut wurden.

Vor geschlossener Pforte

«Der vorherige Besitzer liess die Archäologen immer wieder vor geschlossener Pforte stehen», erklärt Kantonsarchäologe Peter Frey. Das sei bei Samuel Wehrli aber ganz anders. «Die Zusammenarbeit mit dem begeisterten Schlossherrn ist sehr angenehm und die Arbeiten sind für beide Parteien sehr spannend», fügt Reto Nussbaumer hinzu.