Bevölkerung

Das Schenkenbergertal soll moderat und dank Familien wachsen

Eines von vielen Bauprojekten im Schenkenbergertal: die Überbauung Breiti in Thalheim.

Ein moderates Wachstum ist allen Gemeinden wichtig. In einigen kann allerdings noch mehr gebaut werden als in anderen.

Der Bez in Schinznach-Dorf droht das Aus, wenn sie künftig nicht genügend Schüler vorweisen kann. Die Kinderzahlen sollen darum im Schenkenbergertal mittels Wachstum und familienfreundlicher Strukturen erhöht werden.

Das ist eine von vielen Massnahmen, welche die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal kurz vor Schuljahresbeginn kommuniziert hatte. In Auenstein, Veltheim und Villnachern macht die Altersgruppe von 0 bis 19 Jahren übrigens jeweils zwischen 18 und 18,7 Prozent aus.

Allein mit dem Bevölkerungswachstum kann die Bez nicht gerettet werden, dennoch hat die AZ das Wachstum in den Gemeinden des Schenkenbergertals unter die Lupe genommen. Für Auenstein, Schinznach, Thalheim, Veltheim und Villnachern gilt: Alle streben ein moderates Wachstum an, wobei in den einen Gemeinden noch mehr gebaut wird als in anderen.

Bevölkerungswachstum im Schenkenbergertal

Bevölkerungswachstum im Schenkenbergertal

Wachstumsmöglichkeiten sind Grenzen gesetzt

Auenstein verzeichnete in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Die Preise für das begehrte Wohnbauland seien gestiegen, sagt Gemeindeammann Reto Porta.

«Die Kombination von höheren Grundstück- und Immobilienpreisen und bevorzugter Wohnlage führt dazu, dass Auenstein vor allem von jenen als Wohnort ausgewählt wird, die genügend finanzstark sind und gleichzeitig einen idyllischen, ruhigen Wohnort in der Nähe von einem attraktiven Naherholungsgebiet suchen», so Porta.

Den Wachstumsmöglichkeiten seien aber aufgrund der Verfügbarkeit entsprechender Liegenschaften Grenzen gesetzt, «was durchaus dem Interesse der heutigen Wohnbevölkerung entspricht». Eine starke Veränderung der Wohnbevölkerung werde im Dorf abgelehnt. In den vergangenen fünf bis sieben Jahren sind in der Gemeinde Mehrfamilienhäuser entstanden.

In den nächsten Jahren stehen noch weitere Bauvorhaben an, die entweder in Planung sind oder für die die Baubewilligung erteilt wurde. Einfluss auf das Bevölkerungswachstum haben gemäss Porta die Richtplanvorgaben, die Verkehrsanbindung, die Verfügbarkeit an Mietwohnungen zu tiefen Preisen sowie gewerbliche und industrielle Arbeitsplätze.

«Die Gemeinden am rechten Aareufer können dies anbieten», sagt Porta. Bezüglich Bevölkerungswachstum in Korrelation zu den Schülerzahlen gibt er zu bedenken: «Ist es wünschenswert, dass sich gewachsene, bewährte Strukturen in Dörfern dermassen verändern sollen? Oder ist allenfalls zu hinterfragen, ob einheitliche, vorgegebene Minimalschülerzahlen korrekt sind oder nur vor dem Hintergrund von Kosteneinsparungen getroffen werden?»

Dennoch ist der Auensteiner Gemeinderat bestrebt, Angebote für Familien im Rahmen seiner Möglichkeiten anzupassen. Eben erst sei auf dem Primarschulgelände ein erweiterter Spielplatz erstellt worden. «Diese Anlage wurde in Zusammenarbeit mit der Schule und dem Elternforum realisiert», sagt Porta.

«Damit wurde auch sichergestellt, dass das Areal den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht.» Vor kurzem wurde ein neues Schulhaus mit weiteren Räumlichkeiten erstellt.
Ein neues Primarschulhaus entsteht auch in Schinznach.

«Damit investieren wir in die Zukunft der Schule. Die Oberstufe mit der Bezirksschule ist auch ein guter Grund, sich in Schinznach niederzulassen», sagt Gemeindeammann Urs Leuthard. Weiter biete man eine Spielgruppe und Tagesstrukturen an. Leuthard ergänzt: «In Schinznach sind alle Neuzuzüger willkommen.

Für den Erhalt der Oberstufe sind vor allem Familien mit Schulkindern erstrebenswert.» Im Dorf sind mehrere Wohnungen in Planung oder bereits in Bau. Dadurch wird der jährliche Zuwachs in den nächsten Jahren bei etwa 20 Personen liegen. Ein schnelleres Wachstum werde nicht angestrebt und wäre aufgrund der Baulandreserven auch nicht realistisch.

Rege Bautätigkeit in den Gemeinden

Ähnlich sieht es in Veltheim aus. «Aufgrund der vorhandenen Baulandreserven und des Effekts der Verdichtung wird kaum viel mehr Wachstum drinliegen, auch wenn wir uns eine Zahl von rund 1700 vorstellen könnten», sagt Gemeindeammann Ulrich Salm.

Im Moment seien Wohnungen für ca. 50 Personen in Umsetzung. Weitere werden folgen. Veltheim möchte vor allem Familien mit Kindern, die das Leben auf dem Land mit angemessenen Verkehrsverbindungen schätzen, anziehen.

«Wir unterstützen ein gutes Angebot bei der Schule, haben einen Kinderspielplatz eingerichtet und fördern auch finanziell den Mittagstisch bzw. die Nachmittagsbetreuung», sagt Salm.
In Thalheim ist Gemeindeammann Roland Frauchiger überzeugt, dass die Gemeinde Familien schon immer gute Bedingungen geboten hat.

«Unsere Dorfgemeinschaft mit der familiären Primarschule und die aktiven Vereine bieten Kindern und Jugendlichen ein ideales Umfeld. Die naturnahe Umgebung bietet auch Erwachsenen vielfältige Freizeitmöglichkeiten und eine attraktive Wohngegend», so Frauchiger. «Wir freuen uns über alle Neuzuzüger, besonders über junge Leute und Familien, die unsere aktuelle Altersstruktur ideal ergänzen.»

Zurzeit ist in Thalheim die Überbauung Breiti in der Umsetzung. Die bewilligten Bauprojekte ermöglichen ein Bevölkerungswachstum von gegen 50 Personen. Ansonsten habe die Gemeinde keine speziellen Wachstumsziele, ergänzt Frauchiger.

In Villnachern ist ebenfalls eine rege Bautätigkeit festzustellen. Aktuell werden im Unterdorf sechs Einfamilienhäuser realisiert, wobei zwei bereits bewohnt sind. «Hinter dem Gasthof Bären ist eine Überbauung von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage und 20 Wohnungen geplant», sagt Gemeindeschreiber Benjamin Plüss.

In der Nähe der Schule soll ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen für Familien entstehen. Insgesamt dürften diese neuen Wohnungen Platz für ungefähr 50 Personen bieten. Villnachern erhofft sich Neuzuzüger, die zu einer Verbesserung der durchschnittlichen Steuerkraft pro Einwohner beitragen.

Allen Gemeinden ist gemeinsam, dass sie auf ein aktives Dorfleben setzen – mit Vereinen, Musikgesellschaften oder weiteren familienfreundlichen Institutionen.

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