Schinznach-Dorf

Das Restaurant «s’Kafitassli» wird zur kunstvollen Weihnachtswelt

Weihnachtsstimmung im «Kafitassli» in Schinznach-Dorf

Weihnachtsstimmung im «Kafitassli» in Schinznach-Dorf

Jedes Jahr wird «s’Kafitassli» kunstvoll dekoriert. Inhaber und Gäste sind begeistert.

Wer «s’Kafitassli» betritt, taucht sogleich in eine Märchenwelt ein oder besser gesagt in eine märchenhafte Weihnachtswelt. Selbst wer noch nicht in Oh-du-fröhliche-Stimmung ist, wird es allerspätestens bei einem Besuch im Restaurant in Schinznach-Dorf. Hier funkelt und schimmert es überall.

Von der Decke, aus den Ecken und auf den Fenstersimsen glitzert es in Grün, Blau, Rot, Weiss, Silber und Gold. Das Auge entdeckt laufend neue Details. Äste, Christbaumschmuck, Kerzen, Zuckerstangen, Vogelkäfige und viele weiter Elemente verschmelzen zusammen mit dem Kunstschnee zu einem harmonischen Ganzen.

«Er hatte immer das Gefühl, mein Restaurant sei nicht dekoriert», sagt Inhaber Franz Schnyder über seinen Partner Markus Roth. Eines Tages hatte dieser genug und beschloss, selbst aktiv zu werden. Das ist jetzt dreieinhalb Jahre her. Seither dekoriert er «s’Kafitassli» im Frühling, Sommer, Herbst und Winter entsprechend der Jahreszeit. Schnyder offeriert auf der Speisekarte auch ein paar passende Spezialitäten. Zurzeit gibt es die Winterklassiker, das sind heisse Schokolade oder Kaffee mit Extrazutaten.

Manche Elemente der Dekoration gestaltet Roth jedes Jahr gleich, andere werden immer wieder neu angeordnet. Was auf jeden Fall sein müsse, erzählt er, sei die Sortierung nach Farbe. Denn er habe es nicht gern, wenn alles durcheinander sei.

Von Harry Potter inspiriert

Inspiriert wird er übers ganze Jahr von Läden, Gärtnereien, Ausstellungen und Filmen. 2016 inspirierte ihn Harry Potter, vor zwei Jahren die Gartenmesse Giardina. Heuer war es der Film «Narnia». Vieles sei aber auch einfach so im Kopf entstanden, so Roth. Konkrete Vorstellungen und Pläne für die diesjährige Weihnachtsdekoration entwickelte er schon Ende Sommer. «Ich bin immer überrascht von den neuen Ideen, die Markus hat und es gefällt mir immer wieder sehr gut», sagt Schnyder.

Die Äste bezog Roth von einer Kollegin, bei der ein Baum im Garten gefällt wurde. Ansonsten griff er auf das Material von den letzten Jahren zurück. Einiges kaufte er auch neu. «Jedes Jahr kommt noch etwas mehr hinzu», erklärt er. Mittlerweile sind es ungefähr 20 Umzugskartons. Diesmal brauchte Roth rund eine Woche, um alles zu basteln. Dafür nahm er Ferien. So konnte er die Dekoration vorfertigen und brauchte zur Adventszeit nur noch zwei Tage, um alles aufzuhängen.

Zu Hause geht es allerdings um einiges schlichter zu. Für eine aufwendige Dekoration in den eigenen vier Wänden fehlt dem Sozialpädagogen die Zeit, da er seinen Arbeitsort, den Heimgarten Brugg und das Café von Schnyders Cousine, das «Coffee Factory» in Oberentfelden, ebenfalls weihnachtlich verschönert. Deswegen musste er sämtliche weiteren Anfragen ablehnen.

Die Rückmeldung von den Leuten sei immer positiv, erzählen Schnyder und Roth. Manche wollten ihnen die Dekoration abkaufen, andere kämen extra in der Weihnachtszeit ins Restaurant. Ruhig werde es erst in der Weihnachtswoche, wenn viele Handwerker nicht mehr zum Mittagessen vorbeikämen, erklärt Schnyder. Folglich macht er den Betrieb vom 25. Dezember bis am 8. Januar zu. Am 24. Dezember wird bereits um 16 Uhr geschlossen. Denn dann gehört das Restaurant den Bewohnerinnen vom Wohnheim Heimgarten, die dort Weihnachten feiern. Mit der Familie zusammen zu sein, alle wieder zu sehen, das bedeutet für Schnyder Weihnachten. Und für Roth? Er schmunzelt und zeigt auf die Dekoration: «Das hier ist für mich Weihnachten.»

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