Die Armee verlegt das Rekrutierungszentrum nach Aarau und verlässt den Standort Windisch. In die frei werdenden Räumlichkeiten auf dem Kunzareal als Mieterin einziehen will die Stiftung Faro. Diese betreut erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung.

Die bestehenden, rund 6500 Quadratmeter Geschossflächen sollen mit leichten Eingriffen den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Das Baugesuch für die Umnutzung des Rekrutierungszentrums in ein Wohnheim liegt bis 3. Mai in der Abteilung Planung und Bau auf. Bauherr und Grundeigentümer ist die Hiag Immobilien mit Sitz in Zürich.

Das äussere Erscheinungsbild der Liegenschaft wird sich nur leicht verändern, sagt Alex Römer, Arealentwickler bei den Hiag Immobilien. Die Fassade werde aber komplett neu gestrichen, die beiden Lifte werden eingehaust, da die aktuelle offene Bauweise einen aufwendigen Unterhalt mit sich bringe. Im Innern seien als Haupteingriff zusätzliche Nasszellen für die Wohnräume vorgesehen. Ein Farbkonzept werde zudem mehr Wohnlichkeit in das Gebäude bringen, fügt Römer an.

In einem vernünftigen Rahmen

Investiert werde in die Umnutzung ein einstelliger Millionenbetrag. Ziel ist gemäss dem Arealentwickler ein Baubeginn in diesem Sommer. Verläuft alles nach Plan, kann der Bezug durch die Stiftung Faro am Ende des zweiten Quartals 2019 erfolgen.

«Die Stiftung Faro stellt einen idealen Nachmieter für das Gebäude dar», ist der Arealentwickler überzeugt. Denn: «Sowohl räumlich als auch zeitlich passt es sehr gut. Die notwendigen Eingriffe in die Gebäudesubstanz bleiben in einem vernünftigen Rahmen.» Auch die Reaktionen der Nachbarn und seitens Behörden seien positiv. Im Oktober des letzten Jahres präsentierten die Stiftung Faro und die Hiag Immobilien das Vorhaben an einer öffentlichen Veranstaltung. Als wichtig erachtet wurde, dass für die Arbeitsplätze im Quartier weiterhin eine Verpflegungsmöglichkeit vorhanden ist.

Kurz: Die Stiftung Faro könne nicht nur die bisher verteilten Wohnplätze an einem Ort zusammenziehen, sondern auch von einem funktionierenden Quartier sowie von der Nähe zu weiterer Infrastruktur profitieren, fasst Römer zusammen. «Wir freuen uns auf eine angenehme Zusammenarbeit mit dem Team der Stiftung Faro.»

Zentrum für 50 Personen

Auch die Stiftung Faro spricht von einer idealen Lösung, die mit der Umnutzung des Rekrutierungszentrums der Armee jetzt in Sicht sei. Die Liegenschaft könne zu einem Wohnzentrum umgebaut werden, das den Bewohnerinnen und Bewohnern eine sehr gut passende Infrastruktur bieten werde, sagt Co-Geschäftsführerin Rosey Schär.

«Rund 50 Personen werden ab 2019 im jetzigen Rekrutierungszentrum einen neuen Ort zum Wohnen finden und die Mitarbeitenden einen neuen Arbeitsort.» Anders ausgedrückt: Die Vorfreude ist gross auf die Einrichtung, «worin man gerne wohnt, arbeitet und sich als Teil der Gesellschaft erlebt». Die Infrastruktur, fährt Rosey Schär fort, sei in einem Quartier eingebettet und biete so optimale Möglichkeiten für eine Teilnahme an die Nachbarschaft.

«Die Behörden und die Menschen im Quartier sind uns mit viel Offenheit, Fürsprache und Unterstützung begegnet. Wir fühlen uns willkommen.» Der Stiftung Faro sei es überdies ein wichtiges Anliegen, gemeinsam – beispielsweise mit dem Quartierverein – Ideen für das Quartier auszuarbeiten und zu verwirklichen.

Die Vorbereitungsarbeiten für dieses grosse Migrations-Projekt seien gestartet «und werden die Stiftung Faro in den nächsten anderthalb Jahren intensiv beschäftigen», sagt die Co-Geschäftsführerin. Seit fast fünf Jahren, gibt sie zu bedenken, leisten die Mitarbeitenden mit einem enormen Engagement Aufbauarbeit für die Stiftung Faro. Und es sei, ergänzt sie, intensiv gesucht worden nach einem Ersatz für die wegfallenden Räumlichkeiten.

Zur Erinnerung: Aktuell wird auf dem Areal Königsfelden ein Wohn- und Beschäftigungsangebot für über 70 Personen unterhalten. Auf dem Gelände realisieren die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) aber ihr grosses Bauprojekt – samt Neubau und Umbau des Hauptgebäudes.

Mit dem Bezug der Werkstattgebäude im Areal der Kabel Brugg im Jahr 2016 konnte ein guter Ort für die Werkstätten gefunden werden, stellt Rosey Schär fest. «Nun haben wir auch für die Menschen, die in der Stiftung Faro wohnen, idealen Ersatz für wegfallende Infrastruktur gefunden. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in unserer noch jungen Geschichte.»