Hausen/Lupfig

Das Reichholdareal erwacht aus seinem Dornröschenschlaf

Auf dem rund 75000 Quadratmeter grossen Reichholdareal sollen sich neue Firmen ansiedeln.

Auf dem rund 75000 Quadratmeter grossen Reichholdareal sollen sich neue Firmen ansiedeln.

Mit einem Masterplan werden die Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung des Reichholdareals zwischen Hausen und Lupfig geschaffen. Vorgesehen ist eine industriell-gewerblichen Nutzung.

Viele Jahre ist nichts passiert auf dem Reichholdareal zwischen Hausen und Lupfig. Jetzt soll wieder Leben einkehren auf der rund 75 000 Quadratmeter grossen Industriebrache, sollen wieder Hallen und Bürogebäude entstehen. Ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einer industriell-gewerblichen Nutzung ist der jetzt vorliegende Masterplan, der die Rahmenbedingungen vorgibt.

Der grösste Teil des Geländes der früheren Reichhold Chemie ist heute im Besitz der Hiag Immobilien mit Sitz in Basel. Und diese will das Areal, das sich in der Arbeits-, Gewerbe und Industriezone befindet, entwickeln und langfristig vermieten. Das Potenzial sei gross, die Verkehrslage sei aufgrund der Nähe zum Autobahndreieck A1 und A3 ideal.

Aber: Reine Logistik-Unternehmen, Baumärkte oder Einkaufszentren, die für ein hohes Verkehrsaufkommen sorgen, kommen nicht infrage, stellt die Hiag Immobilien fest. Das Areal gehöre zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt. Hier sollen unter anderem Unternehmen aus dem Bereich Spitzentechnologie angesiedelt werden. Vom Tisch sind dagegen die Pläne für ein Pflegezentrum. «Das Areal soll sich zu einem gemischt genutzten Arbeitsquartier entwickeln. Bis 2030 dürfte der Prozess abgeschlossen sein», erklärt Alex Römer, Arealentwickler bei der Hiag Immobilien. «Es soll ein hoher Anteil an wertschöpfungsintensiven Nutzungen entstehen.»

Ein Jahr an Grundlagen gearbeitet

Den Masterplan hat die Hiag Immobilien zusammen mit den beiden betroffenen Gemeinden, dem Kanton sowie dem Team der Standortentwicklung Aargau in einem zwölfmonatigen Prozess erarbeitet. «Ziel ist es, übergeordnete Themen wie Erschliessung, Verkehr oder Grünflächen gemeindeübergreifend für das Areal zu regeln», sagt Römer. «Mit dem Masterplan wird die Grundlage geschaffen, damit das Areal anschliessend in Etappen ganzheitlich entwickelt werden kann und die übergeordneten Interessen gewahrt werden.» Geschaffen werde also die erforderliche Basis, um mit Mietinteressenten in Vertragsverhandlungen einsteigen zu können.

Später, wenn konkrete Interessen bekannt sind, werden für Teile des Areals Gestaltungspläne erarbeitet. Die Bauprojekte, die schliesslich realisiert werden, richten sich nach den geltenden Bauvorschriften der Gemeinden Hausen und Lupfig, betont die Hiag Immobilien.

Wegen der Grösse des Reichholdareals sei eine Etappierung der Bauprojekte nötig und sinnvoll, so die Hiag Immobilien weiter. Wo mit der Überbauung begonnen werde, hange von der Nachfrage der künftigen Nutzer sowie dem möglichen Zeitplan beim Bereinigen der Altlasten auf dem Lupfiger Areal-Teil ab. Im Hausener Bereich seien keine Altlasten zu erwarten. Für die sanierungspflichtigen Stellen soll übrigens noch im Laufe dieses Jahres 2014 ein Konzept erstellt werden.

Das vorgesehene Strassen- und Wegnetz dient gemäss Hiag Immobilien «ausdrücklich» auch Velofahrern und Fussgängern. Für den motorisierten Verkehr ist das Areal über die Hauptstrasse erschlossen. Durch die beiden Bushaltestellen «Hausen, Stollen» sowie «Lupfig, Seeblizentrum» ist das Gebiet auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Eine zusätzliche Bushaltestelle ist im Masterplan im Areal-Innern vorgesehen. Längerfristig unausweichlich ist laut Hiag Immobilien – aufgrund der Gesamtentwicklung des Birrfelds – eine Kapazitätserweiterung des Seebli-Knotens.

Interesse ist vorhanden

In einem Mitwirkungsverfahren kann die Bevölkerung von Hausen und Lupfig bis 2. Juli schriftlich zum Masterplan Stellung nehmen. «Das gibt uns die Möglichkeit, die Überlegungen der Öffentlichkeit zu präsentieren und Inputs entgegen zu nehmen», sagt Arealentwickler Römer. An Informationsveranstaltungen werden die Pläne vorgestellt und es werden Fragen beantwortet: Hausen: Dienstag, 10. Juni, 19 Uhr in der Mehrzweckhalle; zudem Fragestunde am Montag, 23. Juni, 18 bis 20 Uhr im Gemeindehaus; Lupfig: Dienstag, 17. Juni, 19 Uhr, im Giebelzimmer des Gemeindehauses.

Ein Zeitplan für die kommenden Schritte kann gemäss Hiag Immobilien momentan noch nicht festgelegt werden. Sei der Masterplan genehmigt, werde die Vermarktung angegangen. Anfragen treffen laut Alex Römer immer wieder ein. «Um jedoch ernsthaft mit möglichen Nutzern sprechen zu können, sind verlässliche Grundlagen erforderlich. Der Masterplan ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung.»

Hiag ist in Region bekannt

Die Hiag Immobilien mit Sitz in Basel entwickelt ehemalige Industrieareale und besitzt in der Schweiz Land an 38 Standorten mit einer Gesamtfläche von 2,4 Mio. Quadratmetern. Aktuell treibt die Gruppe nach eigenen Angaben 46 kurz-, mittel-, und langfristige Projekte voran. In der Region entwickelt die Hiag Immobilien unter anderem auch das Kunzareal in Windisch sowie den Industriepark Klingnau-Kleindöttingen.

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