Noch dominieren im Pfarrhaus in Mandach die Umzugskartons. «Aber mit jeder Kiste, die wegkommt, fühlen wir uns etwas mehr zu Hause», freut sich Noëmi Breda. «Das Telefon funktioniert zwar noch nicht. Aber auch das kommt noch.»

Allerdings sind es beim Besuch im Pfarrhaus Mandach wohl eher Stunden, denn Tage seit das Pfarrehepaar Noëmi und Dan Breda mit seinen Kindern Mathias (9 Jahre), Johann (7 Jahre), David (5 Jahre), den Zwillingsschwestern Adina und Sonja (3 Jahre) und dem Nesthäkchen Marilena (1 Jahr) eingezogen ist. «Es ist unser erster Arbeitstag», erklärt Noëmi Breda. «Wir haben noch wenig Ahnung, was uns erwartet. Bevor wir die Arbeit aufnehmen können, müssen wir erst einmal das Büro einräumen.»

Dan und Noëmi Breda sind von Dornach, wo sie sich gemeinsam eine Pfarrstelle geteilt hatten, nach Mandach gekommen. «Ich habe diese Gegend hier nicht gekannt», stellt Noëmi Breda fest. «Sie hat mir aber auf Anhieb gefallen. Die Landschaft ist ähnlich derjenigen des Oberbaselbiets, wo ich aufgewachsen bin.» Auch Dan Breda, der in Hermannstadt im rumänischen Siebenbürgen aufgewachsen ist und seit neun Jahren in der Schweiz lebt, sagt: «Die hügelige Landschaft erinnert mich sehr an meine Heimat.»

Studien-Bekanntschaft

Kennen gelernt hat sich das Pfarrehepaar – das sich wie seine Vorgänger Renate Bolliger König und Christian König Bolliger das Pensum teilt – während des Studiums. «Dank einem Stipendiat konnte ich ein Jahr lang in Basel studieren», erklärt Dan Breda. «Dabei habe ich meine Frau kennen gelernt». Vorerst musste er aber nach Rumänien zurückkehren, wo er nach Abschluss der Studien mehrere Gemeinden betreute.

«Um mein Fachwissen zu vertiefen, habe ich mich dann zu einer Weiterbildung in Richtung Katechetik und Jugendarbeit entschlossen, die ich in Aarau absolvieren durfte», sagt er. «Dort sind wir uns nach rund zehn Jahren wieder begegnet.»

Zur Theologie gekommen ist das Ehepaar gewissermassen auf verschiedenen Wegen. «Ich bin von meiner Familie her überhaupt nicht vorbelastet», stellt Noëmi Breda fest. «Theologie ist ein tolles und sehr abwechslungsreiches Studium, und ich schätze auch das Pfarramt sehr. Es ist einfach schön, Christ zu sein, über christliche Themen nachdenken und sie weitergeben zu dürfen.»

Sonntagsschule im Verborgenen

In seiner Jugend im damals noch kommunistischen Rumänien habe Religion als Opium fürs Volk gegolten, erklärt Dan Breda. «Ich bin zu Beginn meiner Schulzeit durch meine Grossmutter mit der Religion in Kontakt gekommen. Sie hat mich in die Sonntagsschule begleitet, die damals im Verborgenen stattfinden musste. Als ich die biblische Geschichte kennenlernte, war es um mich geschehen. Schon im Alter von 11 oder 12 Jahren habe ich so etwas wie den Ruf verspürt weiterzumachen. Mein innigster Wunsch war es, Pfarrer zu werden.»

Nach der Heirat wirkte Noëmi Breda während fünf Jahren als Pfarrerin in Bülach, während ihr Mann ein kleines Pensum als Religionslehrer hatte. «Schon damals war es unser Wunsch, gemeinsam für eine Pfarrstelle verantwortlich zu sein», sagt Noëmi Breda. Diese Chance eröffnete sich dem Ehepaar in Dornach. Nach fünf Jahren kam aber der Wunsch nach einer Veränderung, wobei die Wohnsituation eine entscheidende Rolle spielte.

«Als wir die Ausschreibung der Pfarrstelle in Mandach sahen, haben wir zuerst die Ortschaft Mandach gegoogelt, um herauszufinden, wo sie überhaupt liegt», sagt Dan Breda. «Uns stand dann eine lange Bedenkzeit zur Verfügung. Wir haben uns aber plötzlich entschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und uns für die Stelle in Mandach zu bewerben.»
Offen, aber klar positioniert

Auf die Frage nach ihrer religiösen Ausrichtung entgegnet Noëmi Breda: «Ich habe Mühe mit Schubladisierungen. Wir sind offen für vieles und daher eher liberal einzuordnen. Mir ist es aber wichtig, dass meine Konfirmandinnen und Konfirmanden ihre Religion kennen.» Bei aller Offenheit sei ihre Position klar definiert. Eine gute Zusammenarbeit mit den Katholiken, aber auch mit den Freikirchen ist ihnen wichtig. Wobei es natürlich auch immer auf das Gegenüber ankomme.

«Wir hoffen, dass wir uns in Mandach schnell zu Hause fühlen und für die Gemeinde da sein können und dass wir erfüllen können, was von uns erwartet wird.» Sie haben sich vorgenommen, erst einmal anzukommen und die Leute sowie die Gemeinde kennenzulernen. Ihre Vorgänger haben gute Arbeit geleistet. «Darauf können wir aufbauen.» Und Dan Breda meint zuversichtlich: «Ich habe das Gefühl, dass es gut kommen wird.»