Brugg/Windisch

Das neue Kraftwerk in der Rütenen sichert der Region das Trinkwasser

Spatenstich fürs Stufenpumpwerk (v. l.): Felix Kreidler (Geschäftsleiter Ingenieur- und Service-Dienste IBB), Stefan Obrist (Präsident Regionale Wasserversorgung Birrfeld), Matthias Treier (Gemeinderat Windisch), Roman Maeder (Geschäftsbereichsleiter Ingenieurbüro K. Lienhard AG) und Andi Bruder (Leiter Wasserwerk Gemeinde Windisch).

Im neuen Stufenpumpfwerk sind in Zukunft die Trinkwasserleitungen von Brugg und Windisch verbunden.

Brugg und Windisch fusionieren – jedenfalls, was das Trinkwasser betrifft. Am Dienstagvormittag lud die Gemeinde Windisch zum Spatenstich für das neue Stufenpumpwerk im Gebiet Rütenen in Windisch.

Hier werden künftig die Trinkwasserleitungen von Brugg und Windisch verbunden.
«Wasser wird in der Region Wasserschloss als selbstverständlich angesehen», sagte Gemeinderat Matthias Treier.

«Tatsächlich haben wir hier genügend Wasser. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass es dort ist, wo es sein muss.» Heisst: Jeden Tag werde dafür gesorgt, dass die Endnutzer stabil mit Trinkwasser versorgt sind.

Treier zeigte sich überzeugt, dass eine regionale Vernetzung im Bereich Trinkwasser sinnvoll ist und in Zukunft an Wichtigkeit gewinnen wird. «So kann man bei Engpässen besser reagieren», sagte er. «Mit dem neuen Stufenpumpwerk setzen wir die Basis für diese Vernetzung.»

Es wird immer mehr Wasser gebraucht

Das neue Stufenpumpwerk hat eine Förderleistung von 2000 bis maximal 4000 Liter pro Minute. Täglich können so maximal 5760 m3 Trinkwasser befördert werden, wie Roman Maeder, Geschäftsbereichsleiter des Ingenieurbüros K. Lienhard AG, sagt.

Insgesamt kostet das Stufenpumpwerk 750 000 Franken. Dieser Betrag wird unter der Brugger Energieversorgerin IBB sowie der Gemeinde Windisch aufgeteilt. Dazu kommen 200 000 Franken für die neuen Leitungen.

Mit dem Spatenstich gestern Vormittag ging eine lange Planungsphase zu Ende. «Ursprünglich war hier nur eine Notwasserverbindung geplant, dann haben wir gemerkt, dass es mehr braucht», erklärte Felix Kreidler, Geschäftsleiter Ingenieur- und Service-Dienste bei der IBB.

Denn: «Der Siedlungsdruck auf unser Grundwasser steigt. Dazu kommt der Klimawandel, der dazu führt, dass es längere Trockenperioden gibt.» Das habe zur Folge, dass die Landwirtschaft grundsätzlich mehr Wasser brauche. Und weil die Vegetationsphasen länger dauern würden, resultiere zusätzlich noch ein grösserer Wasserverbrauch.

Kreidler machte auch darauf aufmerksam, dass die Trinkwasser-Verteilung in der Schweiz nicht ganz stimmt. «Wir müssen das Wasser richtig verteilen», sagte er. Denn die Wasserversorgung sei ein Service public. Mit dem Stufenpumpwerk mache man in Brugg-Windisch einen Anfang.

Das begrüsste auch Stefan Obrist, Präsident der Regionalen Wasserversorgung (Rewa) Birrfeld, der die Gemeinden Birrhard, Birr, Hausen, Lupfig, Mülligen und Windisch angehören. «Es wird immer schwieriger, Wasser zu beschaffen, umso wichtiger ist eine gute Vernetzung», sagte Obrist.

Auch er betonte, dass es immer wieder zu Schutzzonen-Konflikten komme, wenn immer näher an Stufenpumpwerke oder andere Wasserversorgungsgebäude gebaut werde.

Sein Appell: «Bis anhin löste jede Gemeinde ihre Trinkwasserversorgung selber. Davon müssen wir wegkommen, das soll künftig regional gelöst werden.» Hier könne die Rewa helfen. Das neue Stufenpumpwerk bezeichnete Obrist in seiner kurzen Rede als Meilenstein.

Der Bau wird übrigens in den Hang hineingebaut, zu sehen sein wird eine ca. drei Meter hohe Betonwand. Läuft alles nach Plan, soll das neue Stufenpumpwerk Ende Februar 2020 den Betrieb aufnehmen. Für die Bauarbeiten ist die Implenia zuständig.

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