Brugg
«Das Musizieren hat einen grossen gesellschaftlichen Stellenwert»

Die Musikschule Brugg feiert im kommenden Jahr ihr 25-Jahr-Jubiläum mit bemerkenswerten Veranstaltungen. Um Kinder für die Musik zu begeistern, werden auch Workshops durchgeführt. Der grosse Festakt findet im Campussaal statt.

Elisabeth Feller
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Im Sommer lockte die Serenade der Musikschule im Park ein grosses Publikum an.

Im Sommer lockte die Serenade der Musikschule im Park ein grosses Publikum an.

Sandra Ardizzone

Die Freude steht Jürg Moser und Ursula Peterhans, Leitungsteam der Musikschule Brugg, ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, feiert die Schule doch 2014 ihren 25. Geburtstag. «Dabei wurde sie erst 1989 als eine der letzten Musikschulen im Kanton Aargau gegründet», sagt Moser lächelnd.

Ein Vierteljahrhundert alt oder vielmehr jung ist demnach eine Institution, an der 30 Lehrpersonen 450 Schülerinnen und Schüler in 20 Instrumenten unterrichten.

Sich im Elfenbeinturm verkriechen, ist nicht die Sache der Musikschule Brugg. Immer wieder präsentiert sie sich mit kleinen oder grossen Ensembles in der Öffentlichkeit – wie etwa an der viel beachteten Serenade im Park der Villa Keller zum Auftakt der Jugendfestwoche 2013.

«Das Musizieren hat einen grossen gesellschaftlichen Stellenwert», schreibt Jürg Moser in der schmucken Broschüre mit dem Jubiläumsprogramm und doppelt nach: «Ohne musikalische Bildung wäre unsere Gesellschaft nicht nur ärmer – sie wäre in vielerlei Hinsicht einfach schlecht dran.»

Veranstaltungen 2014

25./26. Januar: Literatur und Musik mit Andreas Neeser, Doris Gautschi, Simone Schmid; Simmengut; gratis

24. Mai: Festakt im Campussaal mit u.a. einer Uraufführung von Felix Graf, 16 Uhr; gratis

16. August: Musikschulball im Simmengut, ab 18 Uhr; Eintritt
3. Dezember: Adventskonzert mit dem Orchesterverein Brugg in der Stadtkirche, 19.30 Uhr; gratis

Programmbezug: Musikschule Brugg, Renggerstrasse 12. Täglich von 8.30 bis 11.30 Uhr sowie Mo bis Do von 13.30 bis 17 Uhr; Freitagnachmittag geschlossen. (AZ)

Auf ihr Dasein ist die Musikschule so stolz, dass sie ihren 25. Geburtstag im kommenden Jahr einerseits mit einer Vielzahl von Aktivitäten, andererseits mit vier grossen Hauptanlässen feiert (siehe Box). «Bei jeder Veranstaltung sollen möglichst viele Kinder und Jugendliche teilnehmen», betont Jürg Moser.

Und Ueli Gygyli, Präsident der Musikschulkommission, ergänzt: «Wir haben zu den Brugger Schulen ein ausgezeichnetes Verhältnis.» Dieses dürfte durch den Auftakt im Januar noch unterstrichen werden durch «Literatur und Musik im Simmengut».

Der Workshop führt Musikschülerinnen und -schüler sowie Lehrpersonen mit bekannten Literaturschaffenden wie Andreas Neeser, Doris Gautschi und Simone Schmid zusammen.

Es muss der Campussaal sein

Dass der Festakt im Mai an einem besonderen Ort stattfinden muss, war Moser, Peterhans und Gygli klar. Der neue Campussaal kommt da wie gerufen.

Er bietet Platz für das vereinte Musikschulorchester samt mitwirkenden Lehrpersonen, das neben bekannten Melodien auch mit einer Surprise aufwartet: der Uraufführung einer Komposition von Felix Graf.

Dieser ist Lehrer für Jazz und Pop an der Musikschule Brugg. Wie bei der Campussaal-Eröffnung wird Landammann Alex Hürzeler auch diesmal zu Gast sein; zudem wird Bruggs Stadtammann Daniel Moser – selbst ein Klarinettist und Jazzliebhaber – Grussworte an das Publikum richten.

Ueli Gygli windet Brugg ein Kränzchen. «Wir spüren den Enthusiasmus in der Stadt», sagt er. Und das heisst auch: Brugg hat für das Jubiläum einen Spezialkredit gesprochen.

Geld machen aber auch die Freunde und Freundinnen der Musikschule Brugg (FFMB) locker. Sie tragen das Jubiläumsjahr ebenso wie die Lehrpersonen sowie «die vielen Helferinnen und Helfer, die uns beistehen», so Jürg Moser.

Kommentar: Wer musiziert wird hellhörig

«Wir brauchen die Musikschulen nicht nur für die persönliche Entwicklung der einzelnen Schüler, sondern auch, dass es unserer Gesellschaft und unserem Land gut geht», sagt Jürg Moser von der Musikschule Brugg.

Ist der Sport denn nicht auch wichtig für die individuelle und die gesellschaftliche Entwicklung? Sicher, bloss hat er noch immer einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft als die Musik. Dabei ist wissenschaftlich längst erwiesen, dass Musik die Sozialkompetenz in ebenso hohem Masse fördert wie der Sport.

Wer in der Musikschule ein Instrument erlernt und musiziert, der lernt, auf andere zu hören und mit anderen zu gestalten. Er lernt überdies, in einem kleinen Ensemble oder in einem grossen Orchester gemeinsam anzufangen und aufzuhören. Das mutet banal an, ist es aber nicht.

Wer diese Erfahrung in einer Musikschule gemacht hat, wird diese nicht wirkungslos verpuffen lassen. Vor allem dann nicht, wenn er sein Leben gestalten will. Dann wird ihm zupass kommen, was er einst gelernt hat: Nicht jeder kann ein Solist sein. Die Gesellschaft kann diesbezüglich von den Musikschulen viel lernen. Auch deshalb braucht es sie.