Brugg

Das Medizinische Zentrum kratzt an der 5000er-Marke – doch die Zukunft der Klinik wird nicht einfach

Die Zahl der ambulanten Eingriffe im Medizinischen Zentrum Brugg ist leicht gestiegen. Auf die Klinik warten jedoch happige Herausforderungen – die Tarife im ambulanten Bereich wurden gekürzt.

Das ambulante Angebot liegt im Trend: Mit 4930 Eingriffen im Geschäftsjahr 2017 kann das Medizinische Zentrum Brugg (MZB) erneut einen Rekordwert verzeichnen. Im Vorjahr waren es 4926 Eingriffe.

An einer Medieninformation äusserten sich die Verantwortlichen denn auch zufrieden zum Geschäftsgang: Sandra Weingart, Geschäftsleiterin; Andreas Meyenberg, ärztlicher Leiter und Vizepräsident des Verwaltungsrats, sowie Ruedi Steiner, Mitglied des Verwaltungsrats.

Das MZB, lautete das Fazit, habe sich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution für die medizinische Grundversorgung in der Region entwickelt.

Weil sich der Mix der Eingriffe verändert und damit der medizinische Aufwand erhöht hat, liegt der Gesamtbetriebsertrag mit knapp 8 Mio. Franken allerdings um 3,5 Prozent unter dem Vorjahr. Nach Abschreibungen und Rückstellungen kann ein Jahresgewinn von rund 81 300 Franken ausgewiesen werden (Vorjahr 246 000 Franken).

Neue Leiterin der Tagesklinik

Im mittlerweile 13. Betriebsjahr konnte das MZB weitere zusätzliche Belegärzte gewinnen: Dr. med. Rebecca Königsdorfer, mit Praxisstandort in Brugg; Dr. med. Katharina Burkhard mit Praxisstandort in Leuggern sowie Dr. med. Alexandre Descloux, Dr. med. André Häfliger und Prof. Dr. med. Thomas Kocher, die in einer Gemeinschaftspraxis in Baden tätig sind.

Auf der anderen Seite waren – altersbedingt – die Abgänge zu verzeichnen von zwei langjährigen Belegärzten: Dr. med. Andreas Meyenberg und Dr. med. Mehdi Fartab, beide Mitglieder des Venenforums Aargau, haben ihre chirurgische Tätigkeit aufgegeben.

Meyenberg bleibt indes nach Beendigung seiner Belegarzttätigkeit ärztlicher Leiter des MZB. Ebenfalls eine Veränderung war zu verzeichnen in der Tagesklinik: Johanna Meier entschied sich, kürzerzutreten. Sie übergab die Leitung an ihre Stellvertretung Christine Riner. Johanna Meier, die seit Beginn im MZB tätig ist, steht der Geschäftsleiterin weiterhin als deren Stellvertretung zur Seite.

Operationssäle werden renoviert

Nicht verschwiegen wurde an der Medieninformation, dass die Zukunft nicht einfach wird für die auf ambulante medizinische Eingriffe ausgerichtete Klinik. Denn per Anfang dieses Jahres hat der Bundesrat die Tarife gekürzt.

Diese kurzfristige Ankündigung habe das MZB schwer beschäftigt und den Budgetprozess sehr schwierig gemacht, räumten die Verantwortlichen ein. Wegen den erwarteten Mindereinnahmen habe der Verwaltungsrat zum ersten Mal ein negatives Budget verabschieden müssen.

Der Trend ambulant vor stationär sei zwar erfreulich. Aber wenn gewisse ambulante medizinische Eingriffe kaum mehr kostendeckend durchgeführt werden könnten, dann sei dies frappant für das MZB, stellte Geschäftsleiterin Sandra Weingart fest.

Trotzdem wird am heutigen, umfassenden Angebot festgehalten. «Wir sind der Bevölkerung verbunden und verpflichtet», sagte der ärztliche Leiter Andreas Meyenberg.

Als privatrechtliche Klinik müssten sämtliche Gelder selber erwirtschaftet werden, es seien keine Beiträge vom Staat zu erwarten, ergänzte Verwaltungsrat Ruedi Steiner. Auch sei im verhältnismässig kleinen Betrieb keine Quersubventionierung möglich.

Mit 4,8 Mio. Franken Liquidität und 51 Prozent Eigenkapital sei das MZB aber auch in Zukunft in der Lage, die vorläufigen tarifpolitischen Tendenzen abzufedern, versicherte Sandra Weingart. «Wir werden uns durchbeissen.»

Oder anders ausgedrückt: Bisher sei gut gewirtschaftet worden, sei der Verwaltungsrat umsichtig und vorsichtig mit den Ressourcen umgegangen. Es sei deshalb im laufenden finanziell schwierigen Jahr möglich, die geplante Renovation der Operationsabteilung durchzuführen. Vorgesehen sind die Arbeiten – mit dem Austausch der Sterilisationsabteilung – in diesem Sommer.

Kurz: Die nicht immer einfachen Rahmenbedingungen seien zu akzeptieren. Für das MZB gelte es, auch künftig auf schlanke Strukturen zu setzen sowie die Prozesse weiter zu optimieren und noch effizienter zu werden. «Wir sind gut aufgestellt.» Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung vom 26. April eine gleichbleibende Dividende von 2 Prozent.

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