«Wir müssen Lärm machen fürs Latein», sagt Marie Louise Reinert, die Präsidentin des Lateintag-Organisationskomitees und des Trägervereins Lateintag.CH. Und Ursula Beerbohm vom Lateintag-OK stellt fest: «In letzter Zeit war viel zu lesen über das Latein. Zum Glück hat man sich jetzt an der Universität Zürich für das Latein entschieden. Die Uni Zürich ist aber die einzige Universität der Schweiz, die für das Phil-I-Studium Latein voraussetzt. Das zeigt die Tendenz auf, was mit dem Latein geschieht. Es wird an den Rand der Bildungsfläche gedrängt. Dem will der Lateintag etwas entgegensetzen. Er will aufzeigen, was das Latein zu bieten hat. Er will wachrütteln und dazu aufrufen, sich in die Welt des Lateins hereinführen zu lassen. Der Lateintag ist dabei auch für jene Menschen gedacht, die das Latein zwar nicht kennen, die sich aber dafür interessieren.»

Latein baut Brücken

Dazu bietet der Lateintag insgesamt 24 einstündige Kurse und Workshops an, die auf drei Zeitschienen parallel stattfinden. Das ermöglicht beispielsweise der Besucherin oder dem Besucher in der Sparte Literatur nacheinander «Die römische Welt aus der Sicht eines Esels» zu erfahren, im Kurs «Latein für Pärchen» Auszüge aus antiken Hochzeitsliedern zu lesen und schliesslich im Kurs «Amor und die schmetterlingsbeflügelte Psyche» etwas über das «Frauenbild des Apuleius und die Flatterhaftigkeit der menschlichen Seele» zu erfahren. Weitere Kurse – um nur einige zu nennen – befassen sich mit römischen Inschriften an Strassen und Brücken; mit «Harry Potter und dem magischen Latein» oder auch mit Latein als Wissenschaftssprache am Beispiel von Galileos Fallgesetz.

Keine intellektuellen Klimmzüge

«Die einzelnen Angebote sind Schaufenster, mit denen wir das Vergnügen am Latein wecken wollen», sagt Marie Louise Reinert. Und Ursula Beerbohm stellt fest: «Es gibt vieles zu entdecken und auszuprobieren. Der Lateintag bietet eine unglaubliche Vielfalt, die zeigt, wo das Latein erfahrbar ist – ohne intellektuelle Klimmzüge.»

Zwischen den Kursblöcken findet im Rathaussaal (von 12.30 bis 13.30 Uhr) ein Podiumsgespräch unter der Leitung von az-Redaktor Christoph Bopp zum Thema «Latein und Informatik – ein ungewohntes Paar» statt. Im Anschluss an die Kurse und Workshops und den Festakt mit einer Rede von Rudolf Wachter (Universität Basel) präsentieren in einem Theaterwettbewerb Lateinklassen Komödien von Plautus.

3. Schweizerischer Lateintag Brugg, Samstag, 17. November, 9.30 bis 19 Uhr.