Trotz des garstigen Wetters, das gestern Montagvormittag herrschte, sprach Rektor Alex Simmen vom Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Brugg von einem Sonnen- und Freudentag. Er meint damit den jüngsten Entscheid des Kantons, die gewerblich-industriellen Berufsfachschulen (GI) zu konzentrieren sowie das BWZ Brugg an der Annerstrasse künftig als reine GI-Schule und bewährtes Kompetenzzentrum für Elektro- und Naturberufe zu führen.

Die KV-Abteilung, die mit seinen rund 300 Lernenden im Flex-Gebäude an der Industriestrasse untergebracht ist, fusioniert auf das Schuljahr 2020/21 mit zB. Baden (KV Baden) und wird wie Bad Zurzach zu einem Aussenstandort des Zentrums Ost. Zwar werde neu eine Berufsmaturitäts-Klasse von Brugg dem KV Rheinfelden zugeteilt. Dennoch sollten im Flex-Gebäude auch künftig zwölf Klassen unterrichtet werden, sagt Simmen. Zudem werde die Erwachsenenbildung mit der Weiterbildung zB. Baden fusionieren.

«Lange darauf hingearbeitet»

Rektor Alex Simmen betont: «Auf diesen Moment haben wir lange hingearbeitet. Jetzt hoffen wir, dass wir für die nächsten 20 Jahre Ruhe haben.» Er erinnert an die unglückliche Zwangsheirat der GI- und KV-Abteilung in Brugg vor 18 Jahren im Rahmen des kantonalen Sparprogramms Stabilo. Und an den erfolglosen Versuch des Kantons vor 3 Jahren, ein neues Standort- und Raumkonzept für die Berufsschulen zu realisieren.

Entscheidend für die neue Lösung sei die Motion der Fraktionen FDP, CVP und GLP gewesen betreffend baldiger Schaffung von Kompetenzzentren bei den GI- und KV-Berufsfachschulen. Der nun vom Kanton präsentierte Reformvorschlag, die KV-Abteilung vom BWZ zu trennen, beruhe auf einem Vorschlag des BWZ-Schulvorstands und der -leitung. «Das war unsere Überlebensstrategie, um den Schulstandort Brugg zu sichern», fährt Simmen fort. Er spricht von einem fairen Prozess, bei dem vor allem die Einzelgespräche viel zum Erfolg beigetragen hätten.

Nach der Umsetzung dieser Reform wird das BWZ gut 1000 Lernende umfassen: knapp 700 in den Elektroberufen und etwa 350 in den Naturberufen. «Der Entscheid des Kantons macht uns nicht nur Mut, sondern gibt uns vor allem auch Planungssicherheit», sagt Simmen.

Neu Montageelektriker in Brugg

Mit der Reform werden am BWZ Brugg insbesondere die Elektroberufe gestärkt. Neben Elektroinstallateuren, Netzelektrikern und Multimediaelektronikern werden künftig neu Montage-elektriker und zusätzliche Elektroin-stallateure von Rheinfelden nach Brugg wechseln. Die Schule rechnet mit einem Zuwachs von zirka 200 Lernenden und einigen Fachlehrpersonen. Damit ist die Raumauslastung an der Annerstrasse aber noch nicht erschöpft.

Mit der beschlossenen Konzentration der Elektroinstallationsberufe an den beiden Standorten in Brugg und Aarau wird laut Simmen eine seit längerem geforderte Massnahme des Verbands aargauischer Elektroinstallationsfirmen (VAEI) umgesetzt. Der Rektor ist froh, dass das BWZ bereits vor zwei Jahren in ein weiteres Labor für Elektroberufe investiert hat. Insgesamt verfügt die Schule nun über vier solcher Labors, wo das theoretische Wissen gleich in der Praxis angewandt werden kann.

Für das neue BWZ soll nun ein Organisationsstatut ausgearbeitet werden.