Schinznach-Dorf
Das kleinste Zivilstandsamt schliesst die Türen für immer

Die Zeit der handgeschriebenen Register ist vorbei, die Bürgerinnen und Bürger sind elektronisch erfasst.Per 1. Januar 2013 – ein Jahr früher als geplant – wird das Zivilstandsamt Kreis Schinznach-Dorf nach Brugg verlegt.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Gemeindeammann Urs Leuthard: «Wir sind froh, dass die Lösung mit Brugg kurzfristig zustande gekommen ist.»

Gemeindeammann Urs Leuthard: «Wir sind froh, dass die Lösung mit Brugg kurzfristig zustande gekommen ist.»

Archiv/EF

«Wir waren stolz auf unser Zivilstandsamt im Schenkenbergertal», sagt Urs Leuthard, Gemeindeammann in Schinznach-Dorf. «Das Zivilstandsamt funktionierte gut und war bestens integriert. Wir haben es gerne geführt und geben es deshalb nur ungern auf.»

Per 1. Januar 2013 – ein Jahr früher als geplant – wird das Zivilstandsamt Kreis Schinznach-Dorf nach Brugg verlegt. Dieser Umstand erfülle ihn zwar mit etwas Wehmut, räumt Leuthard ein, aber: «Die Entwicklung hat sich abgezeichnet und wir müssen sie akzeptieren. Die Strukturen verändern sich. Dem können wir uns nicht entziehen.»

Rückerfassung beendet

Der Reihe nach: Seit 2004 wurde in Schinznach-Dorf – im Auftrag der Gemeinden Auenstein, Oberflachs, Schinznach-Bad, Schinznach-Dorf, Thalheim, Veltheim und Villnachern – ein eigenes Zivilstandsamt betrieben. Bis heute wurden alle Bürgerinnen und Bürger mit Heimatort in diesen Gemeinden elektronisch erfasst. Diese
Rückerfassung ist jetzt abgeschlossen. Die Folge ist eine Pensenreduktion, weil Arbeitsabläufe vereinfacht werden und sich beispielsweise Formulare erübrigen oder per Knopfdruck hergestellt werden können.

Anders gesagt: «Der Betrieb dieses kleinsten Zivilstandsamts im Kanton rechtfertigt sich nicht mehr», hält Urs Leuthard fest. Der Gemeindeammann macht auf die Probleme aufmerksam: Stellvertretungen könnten nur noch mit Schwierigkeiten gelöst werden. Zudem ende das befristete Anstellungsverhältnis mit Zivilstandsbeamtin Margrith Märki. Amtsleiterin Luzia Senn habe ebenfalls auf Ende Jahr gekündigt.

Noch in diesem Jahr gilt es, das Archiv in Schinznach-Dorf mit den wertvollen, alten Büchern und Akten vorsichtig nach Brugg zu bringen. Um diese Arbeiten kümmern sich die Verwaltungsangestellten zusammen mit den Bauamtsmitarbeitern.

Trauungslokale bleiben

Trotz Wehmut über den Verlust des eigenen Zivilstandsamtes im Schenkenbergertal: «Mit dem Umzug kann das Zivilstandsamt in Brugg gestärkt werden», nennt Leuthard einen Vorteil. «Mit dem Zusammenschluss wird – zumindest auf weitere Sicht – ein Standort im Bezirk gesichert.» Und: «Der Service public ist gewährleistet», ist der Gemeindeammann überzeugt. Wir sind froh, dass die Lösung mit Brugg kurzfristig zustande gekommen ist.»

Auch wenn ein Zivilstandsamt nicht der Ort sei, den man täglich aufsuche, stehe in Zukunft permanent eine Auskunftsstelle zur Verfügung, so Leuthard. Interessant für die Hochzeitspaare: Die heutigen Trauungslokale in den Gemeinden bleiben bestehen.

Aktuelle Nachrichten