Brugg
Das Jugendfest hat auch mit dem Anbau genug Platz

Trotz Stapferschulhaus-Erweiterung kann die Morgenfeier problemlos durchgeführt werden – mit einer Ausnahme.

Michael Hunziker
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Die Morgenfeier ist auch nach dem Anbau noch möglich.

Die Morgenfeier ist auch nach dem Anbau noch möglich.

Claudia Meier

Mit dem Kredit von 10,56 Mio. Franken steht ein happiger Betrag zur Diskussion im Brugger Einwohnerrat gleich an der ersten Sitzung in diesem Jahr: Das Schulhaus Stapfer soll umfassend saniert und erweitert, der Sportplatz Hallwyler erneuert werden.

Die Gesamtsanierung des stattlichen Schulhauses Stapfer dränge sich nach einer sehr langen Nutzungszeit auf, stellt der Stadtrat in seiner Botschaft fest. Die Erweiterung sei aufgrund der Schulraumplanung notwendig. «Der Stadtrat ist gewillt, den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrpersonen ein zeitgemässes, funktionales Schulhaus zur Verfügung zu stellen.» Für das Vorhaben genehmigte der Einwohnerrat im letzten Mai einen Projektierungskredit von 830 000 Franken.

Heizwärmebedarf sinkt massiv

Die Grundsubstanz des rund hundert Jahre alten Gebäudes sei gut, fährt die Behörde fort. Allerdings seien einige Grundrissanpassungen erforderlich, hauptsächlich für die neuen Gruppenräume, den neuen Lift und die WC-Anlagen. Ausgewiesen sei der Sanierungsbedarf im Bereich der Fassade, des Dachs und des Sockelgeschosses. Ebenso sind die Kanalisation und die Haustechnikinstallationen – Elektro, Heizung, Lüftung und Sanitär – am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, führt der Stadtrat weiter aus.

Durch die Massnahmen, rechnet er, könne eine Reduktion des Heizwärmebedarfs um bis zu 50 Prozent erreicht werden. Eine Analyse habe überdies Umweltschadstoffe lokalisiert, die fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden müssten. Nicht zuletzt wird der Turm im Innern mit einer Stahlkonstruktion versehen, damit die Erdbebensicherheit gewährleistet ist. Der Lift im Westtrakt wird alle Geschosse inklusive dem neu als Materialdepot genutzten Dachraum erschliessen.

Provisorium

Separate Projekte mit eigenen Vorlagen sind der Ersatz der Fernwärmeleitungen Hallwyler sowie die Provisorien für die Auslagerung des Schulbetriebs. Während der Gesamtsanierung und Erweiterung des Schulhauses Stapfer ist der Schulbetrieb nicht möglich. Zehn Klassenzimmer sollen aus diesem Grund in provisorischen Bauten auf der Freudensteinwiese untergebracht werden. Gerechnet wird mit Kosten von 1,12 Mio. Franken. Das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben die über 50 Jahre alten Fernwärmeleitungen. Sie sollen auf einer Länge von rund 250 Metern ersetzt werden. Zur Diskussion steht ein Kredit von 480 000 Franken. (mhu)

In der geplanten Schulhaus-Erweiterung – einem Sockelbau, der in die bestehende Böschung integriert wird – werden zwei Klassenzimmer sowie ein Gruppenraum untergebracht. Darüber entsteht eine Terrasse als Erweiterung des Pausenplatzes mit guter Sicht auf den Freudensteinplatz.

Das aus dem Architekturwettbewerb hervorgegangene Projekt wurde im Einvernehmen mit der kantonalen Denkmalpflege entwickelt. Da es sich beim Stapferschulhaus um ein Gebäude unter Schutz der Denkmalpflege handelt, steht eine wesentliche Veränderung der vorhandenen Bausubstanz – Stichwort Zimmereinteilung – nicht zur Diskussion. Anders ausgedrückt: «Während der historische Bau nach denkmalpflegerischen Kriterien fachgerecht renoviert wird, ist der Erweiterungsbau zeitgemäss konstruiert», fasst der Stadtrat zusammen. Die Einrichtungen sollen möglichst so flexibel sein, «dass sie für künftige Unterrichtsentwicklungen nicht einschränkend wirken».

Die Durchführung der Jugendfest-Morgenfeier ist gemäss Behörde auch nach der Erweiterung problemlos möglich. Allerdings werde im Jahr 2017 das Jugendfest wegen der Bauarbeiten nicht auf dem Freudensteinplatz stattfinden können. «Der Stadtrat wird einen geeigneten Alternativstandort festlegen.»

So sieht das Schulhaus mit Anbau aus.

So sieht das Schulhaus mit Anbau aus.

zvg

Abschluss im Sommer 2018

Der Sportplatz Hallwyler mit seinem Hartplatz und der Laufbahn wird erneuert. Im Rahmen der Sanierung sollen auch betriebliche Verbesserungen für den Turnunterricht vorgenommen werden. Am Rand des Freudensteinwäldchens bildet ein Gerätehaus mit Schuhwaschanlage den Ersatz für die heutigen Fertiggaragen.

Nach dem Beschluss des Einwohnerrats steht am 5. Juni die Volksabstimmung auf dem Terminprogramm. Der Urnengang findet statt, weil sich um eine einmalige Ausgabe von mehr als 3 Mio. Franken handelt. Der Umzug in das Provisorium ist während der Sportferien 2017 vorgesehen, anschliessend erfolgt der Baubeginn. Bis zu den Sommerferien 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Einwohnerrat Freitag, 4. März, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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