Brugg/Windisch
Das ist die Aargauer Antwort auf die australischen AC/DC

«Hells Bells» wird zum «Hölle Glöggli», «Whole Lotta Rosie» zu «Huere Vill Rösli»: Heissi Schissi sind die Mundartversion der australischen Kult-Hardrockband AC/DC. Zum Einsatz kommen akustische Gitarre, Banjo und Kontrabass.

Michael Hunziker
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Jeder Musiker schlüpft in eine Rolle: Angus Rind, Viel Ruth, Melch-Holm, Brain Schott und Kiff Williams (von links). zvg

Jeder Musiker schlüpft in eine Rolle: Angus Rind, Viel Ruth, Melch-Holm, Brain Schott und Kiff Williams (von links). zvg

Auch wenn es im ersten Moment nach einer Verballhornung tönt: Hinter Heissi Schissi stecken fünf talentierte und durchaus seriöse Vollblutmusiker. «Wie nehmen dieses Projekt sehr ernst und stecken unsere ganze Energie und unser ganzes Herzblut in die Musik», sagt Sänger Simon de Roche.

Und fügt im gleichen Atemzug mit einem spitzbübischen Lachen an: «Aber natürlich soll das Ganze Spass machen.»

Ihren nächsten Auftritt – auf der bisher grössten Bühne in der Bandgeschichte – werden Heissi Schissi am 31. Mai am Stadtfest in Brugg haben. Als die Anfrage gekommen sei, hätten sie ohne zu zögern zugesagt.

«Auf dieses Konzert freuen wir uns riesig. Das wird für uns auf jeden Fall etwas ganz Besonderes», sagt der Sänger. Es handle sich sozusagen um ein Heimspiel. Simon de Roche kommt aus Windisch, das Probelokal befindet sich beim Bahnhof Brugg auf Windischer Boden.

Apropos Probelokal: Am anderthalbstündigen Programm – von Anfang bis Ende werden AC/DC-Coverversionen gespielt – werde rege gefeilt, so de Roche. Die Bedingungen waren zuerst nicht ganz ideal: Weil der Schlagzeuger während des Stadtfests in den Ferien weilen wird, musste ein Ersatz gefunden werden.

«Eine Konzertabsage stand nie zur Diskussion», unterstreicht der Sänger. Mit dem Bruder des Banjo-Spielers konnte schliesslich ein Musiker verpflichtet werden, der «perfekt zu uns passt».

Simon de Roche ist überzeugt: «Das Konzert am Stadtfest wird für uns ein Höhepunkt in diesem Jahr.» Mit dem klaren Ziel vor Augen sei die Motivation selbstverständlich bei allen Bandmitgliedern gross. «Gegenwärtig kümmern wir uns um die Details», so der Sänger, denn: «Die Feinheiten machen den Unterschied. Je besser die Abläufe sitzen, desto mehr können wir uns auf die Show konzentrieren.»

Und diese soll energiegeladen sein: «Auf der Bühne geben wir alles, sind dauernd in Bewegung. Wir wollen von der ersten bis zur letzten Sekunde mit kraftvollem, solidem Rock unterhalten.» Jeder Musiker, so de Roche weiter, schlüpfe in eine spezielle Rolle. Er selber tritt unter dem Pseudonym Brain Schott auf – eine Anlehnung an die Namen der legendären AC/DC-Sänger Bon Scott und Brian Johnsen.

Entstanden ist die Formation Heissi Schissi aus der Mundartband Vollkorn. Ein Mitglied habe schon in seiner Jugendzeit davon geträumt, einmal AC/DC-Songs zu spielen. Im März 2011 begannen im Hinblick auf einen ersten Auftritt die Proben.

«Am Anfang haben wir den Aufwand ziemlich unterschätzt. Zuerst klang es schrecklich», erinnert sich de Roche. Denn bei den eingängigen und vermeintlich simplen AC/DC-Stücken müsse das Timing perfekt stimmen, um den nötigen Druck zu erzeugen.

Vor dem ersten Konzert war die Unsicherheit gross. «Wir wussten nicht, wie wir ankommen.» Die Bedenken waren unbegründet. Die Reaktionen waren erfreulich und so nahm das «Zwischenprojekt Heissi Schissi» immer mehr Raum ein. Im letzten Jahr standen eine Stubetour und eine Rocktour auf dem Programm.

Unter ihren Zuhörern habe es übrigens jeweils Jugendliche genauso wie 50-Jährige AC/DC-Anhänger, sagt de Roche. Heissi Schissi bezeichnen sich deshalb nicht ohne Grund als «der ideale Einstieg für alle, die noch nie an einem AC/DC-Konzert waren sowie die perfekte Weiterbildung für hartgesottene Fans, die endlich mal wissen möchten, was die Australier da eigentlich singen.»

Mit einem schelmischen Lachen erwähnt de Roche die oft zweideutigen Texte. «Sie sprühen vor Witz. Es macht richtig viel Freude, diese Lieder zu singen.»

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