Brugg
Das Hospiz Palliative Care stockt um 50 Prozent auf

Die Erweiterung um drei auf - neu - neun Zimmer ist ein Schritt mit «weitreichenden Folgen», sagt Rolf Tschannen, der zusammen mit Margrit Güntert seit Anfang 2014 Co-Leiter des Aargauer Hospiz-Vereins ist.

Elisabeth Feller
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«Ich liebe Dich», steht auf dem Lebkuchenherz: Ein Patientenzimmer im Hospiz Palliative Care in Brugg.

«Ich liebe Dich», steht auf dem Lebkuchenherz: Ein Patientenzimmer im Hospiz Palliative Care in Brugg.

Alex Spichale

Immer mehr schwerst Erkrankte wollen ihren letzten Lebensabschnitt im Brugger Hospiz verbringen. Schon bald wird dieses nicht mehr nur sechs, sondern neun Räume anbieten können.

Rückblick: 2010 zog das damalige Hospiz an der Reuss in Niederwil nach Brugg ins Pflegezentrum Süssbach um: Dorthin, wo sich früher die Gebärabteilung des Bezirksspitals Brugg befunden hatte. Ausschlaggebend war zweierlei: Die zentrale Lage und die Möglichkeit zur Expansion. «Die Nachfrage von schwerst Erkrankten, die ihren letzten Lebensabschnitt im Hospiz verbringen wollen, ist in den letzten Jahren gestiegen», so Tschannen, «weshalb das Thema Erweiterung intensiv diskutiert wurde.»

An idealen Bedingungen mangelt es nicht. Gleich neben den bisherigen Räumlichkeiten befinden sich Zimmer, die dem Pflegezentrum Süssbach gehören. Hans Bürge, Geschäftsleiter der Stiftung Gesundheit Region Brugg (zuständig für die Immobilien), hatte dem Hospiz signalisiert, dass das Pflegezentrum bereit sei, seine Räume auf der dritten Etage abzutreten, vielmehr langfristig zu vermieten.

Einzige Bedingung: «Wir hatten uns schnell zu entscheiden, weil der Süssbach im Rahmen des Grossprojekts ‹Akkord› umgebaut und erweitert wird. Wir wussten: Würden wir die Chance nicht jetzt ergreifen, gäbe es anstelle dreier zusätzlicher Hospiz-Zimmer anders genutzte Räume für die Süssbach AG», so Rolf Tschannen. Also gab der Vorstand des Aargauer Hospiz-Vereins grünes Licht.

Müssen nicht neu gebaut werden

Die zusätzlichen, bereits vorhandenen Zimmer müssen nicht neu gebaut, sondern lediglich modifiziert und farblich auf die warme Atmosphäre des Hospiz abgestimmt werden. Am 20. Oktober wird mit den Arbeiten begonnen – gehen sie reibungslos über die Bühne können die drei neuen Patientenzimmer im Dezember oder im Januar 2015 bezogen werden. Die Kosten werden sich auf ca.195 000 Franken belaufen.

Beiträge? «Ja. Wir sind an den Kanton gelangt und hoffen auf einen Beitrag von Swisslos», so Tschannen. Eine verbindliche Zusage gibt es aber – jene der Stiftung Luise Thut. Die Erweiterung werde eine Aufstockung des Hospiz-Personals und zudem einen Mehraufwand der Administration bedingen, gibt Tschannen zu bedenken: Das müsse im Detail noch abgeklärt werden. Gibt es noch ein weiteres Ziel? «Ja. Wir möchten einen angemessenen Platz im Gesundheitswesen des Kantons Aargau.»