Brugg
«Das Haus der Medizin» hat mehr zu bieten als das frühere Spital

Das «Haus der Medizin» am Süssbach in Brugg ist auf Kurs: Nach acht Monaten ist der Rohbau vollendet. Ende Jahr sollen die ersten Ärzte einziehen.

Daniel Vizentini
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Am 3.Januar startet der Betrieb im künftigen «Haus der Medizin».

Am 3.Januar startet der Betrieb im künftigen «Haus der Medizin».

Daniel Vizentini

«Ich hätte das im Januar nicht für möglich gehalten», sagt Otto Suhner, der Verwaltungsratspräsident des Medizinischen Zentrums Brugg (MZB). Der Bau der künftigen Gemeinschaftspraxis «Haus der Medizin» laufe terminlich und finanziell nach Plan. Dies gab Suhner am Montagabend an der Aufrichte des neuen Gebäudes bekannt.

Gegen 100 Personen, darunter Handwerker, Bauarbeiter, Architekten, Ärzte, Pflegepersonal und Lokalbehörden, nahmen daran Teil. «Brugg macht vor, wie es geht – einmal mehr», sagte Suhner den Anwesenden. Als das Bezirksspital vor sieben Jahren geschlossen wurde, habe er noch Bedenken gehabt, «ob das gut geht» als Zentrum mit Alters- und Pflegeheim. «Heute platzen wir aus allen Nähten», sagt Suhner.

Praxen und Labor auf drei Etagen

Im Erdgeschoss des «Hauses der Medizin» wird eine Gemeinschaftspraxis für insgesamt sechs Allgemein- und Fachärzte eingerichtet. Im ersten Stock werden drei Ärzte im Bereich der Gastroenterologie arbeiten – in der Diagnostik und Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen wie etwa Untersuchungen bei Darmkrebsverdacht.

Ebenfalls im ersten Stock wird das Kantonsspital Baden (KSB) eine Praxis einrichten, unter anderem für Urologie. Das Labor des MZB zieht neu in den zweiten Stock des «Hauses der Medizin», die Abteilung für Radiologie bleibt im bisherigen Gebäude. Im Nebengebäude werden die Brugger Apotheker gemeinsam eine Apotheke betreiben.

Zwölf Stunden am Tag geöffnet

Das Konzept sieht erweiterte Öffnungszeiten vor, von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends. Damit wolle man den Patienten einen erweiterten Zugang zum MZB bieten und den fehlenden Notfallbetrieb entschärfen, sagt Susanna Mattenberger, die Geschäftsführerin des MZB. Bis auf den Notfallbetrieb hat das privat geführte MZB heute mehr zu bieten als das frühere, öffentliche Bezirksspital. Dass das KSB sein Angebot in Brugg erweitere, spreche ebenfalls für das MZB, so Mattenberger. Dieses nimmt Patienten aller Versicherungsklassen auf, egal ob allgemein, halbprivat oder privat.

Das MZB beteiligt sich mit 12,5 Prozent oder 500000 Franken am «Haus der Medizin». Durch die Zusammenarbeit erhofft man sich unter anderem, Synergien nutzen zu können. Dem Neubau an der Fröhlichstrasse beim Süssbach musste Anfang Jahr das Willihaus weichen. Ab dem 3. Januar wird der Praxisbetrieb im neuen Gebäude eröffnet.