Brugg
Das Hallenbad hat Mängel

Die Fluchtwege und der Grundwasserschutz im Frei- und Hallenbad Brugg sind veraltet. Nun sollen sie auf neusten Stand gebracht werden.

Michael Hunziker
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Das Hallenbad wurde 1982 erbaut. Der Einwohnerrat entscheidet über einen Kredit von 493'000 Franken, um die bestehenden Mängel beheben zu können.

Das Hallenbad wurde 1982 erbaut. Der Einwohnerrat entscheidet über einen Kredit von 493'000 Franken, um die bestehenden Mängel beheben zu können.

Michael Hunziker

Die beiden Schadensfälle haben Spuren hinterlassen im Frei- und Hallenbad Brugg: Im April 2015 kam es zu einem Brand im Technikraum. Der Saisonauftakt im Freibad musste um einen Monat verschoben werden. Ein paar Jahre zuvor, im August 2007, wurde die Anlage durch das Jahrhundert-Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen. Es wurden Sofortmassnahmen umgesetzt. Vollständig behoben wurden die Schäden 2008 bei einer umfassenden Sanierung der technischen Anlagen.

Risiko besteht bei Personenschutz

Im Nachgang stellte die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) fest, «dass das Hallenbad im Bereich Wasserversicherung ein aussergewöhnliches Risiko birgt». Für die Zukunft werde die Deckung der Schäden durch Grundwasser ausgeschlossen. Die Abteilung Planung und Bau in Brugg liess deshalb die Risiken im Zusammenhang mit dem Frei- und Hallenbad systematisch erfassen und beurteilen. Die Gefährdungs- und Risikoanalyse zeigte bei der bestehenden Fluchtwegsituation «ein nicht unbeträchtliches Risiko beim Personenschutz», stellt der Stadtrat fest.

In den Bereichen Fluchtwege und Brandschutz sowie Grundwasserschutz wurden weitere Abklärungen vorgenommen. Der Einwohnerrat entscheidet an der nächsten Sitzung über einen Kredit von 493'000 Franken, um die Mängel beheben zu können. Offiziell trägt das Geschäft den Titel «Ertüchtigung der Fluchtwege und des Grundwasserschutzes im Hallenbad».

Die Untersuchung zur Statik des Hallenbad-Untergeschosses deckte gemäss Stadtrat auf, «dass es im Falle eines Ansteigens des Grundwassers bei kritischen Gebäudeteilen, das heisst insbesondere der Bodenplatte im Hallenbadkeller, zu einem Versagen kommen kann». Als Verstärkungsmassnahme der Bodenplatte ist in Teilbereichen eine sogenannte Klebearmierung vorgesehen. Wo altersbedingt nötig, werden gleichzeitig die Komponenten der Gebäude- und Badewassertechnik ersetzt.

Es gibt neue Türen

Die Untersuchungen zum Brandschutz zeigten, fährt der Stadtrat fort, «dass mehrere Sachverhalte im Bereich der Fluchtwege des Hallenbads nicht mehr den heute geltenden Anforderungen entsprechen». Um den Fluchtweg aus dem Untergeschoss und den Garderoben zu gewährleisten, sollen drei Massnahmen umgesetzt werden: brandfallgesteuerte Türen bei Garderoben und Abgang von der Kasse, Brandschutzverkleidung für die Lüftungskanäle, Fluchttüre ins Freie im Erdgeschoss. Verschiedene weitere, nicht mehr vorschriftskonforme Türen werden ebenfalls ersetzt, die Notfallbeleuchtung/Signalisation ergänzt.

Unmittelbar nach der Kreditbewilligung soll die Ausführungsplanung beginnen. Die Bauarbeiten sind im Juli und August 2018 geplant – also während der ordentlichen Revisionszeit des Hallenbads. «Mit der Ertüchtigung der Fluchtwege und des Grundwasserschutzes wird ein wichtiger Beitrag für die Personen- und Gebäudesicherheit im Hallenbad Brugg geleistet», fasst der Stadtrat zusammen.

Einwohnerrat: Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Rathaussaal.