Obwohl aufgrund des brisanten Themas mit einem grossen Aufmarsch zu rechnen war, standen nur wenige Stühle bereit. Mit Stehtischchen wollten die Organisatoren für ein lockeres Ambiente sorgen. Doch dieses Ziel wurde bis zum Schluss des gut zweieinhalbstündigen Anlasses nicht erreicht. Die beiden Flipcharts blieben unbeschriftet.

«Wo drückt der Schuh?», wollte Moderator Gérald Strub am Anfang wissen. Unter den Gästen waren auch solche aus den Nachbargemeinden und aus Herznach. «Sie müssen den Spiess umdrehen. Die Leute haben keine Ahnung. Wir müssen doch zuerst wissen, um was es geht», antwortete ein Mann aus dem Publikum und erntete damit tosenden Applaus.

Strub verstand und übergab dem Kantonsvertreter Werner Baumann von der Abteilung für Umwelt das Wort. Weitere Inputs gab es von Hansueli Bühler, Präsident Planungsverband Fricktal Regio (Repla); von Rolf Zuberbühler, Planungsbüro RZ Geokonzept GmbH, Bellikon, sowie von Albert Betschart-Schriber, Ammann in Beinwil im Freiamt, der von seinen Erfahrungen mit Aushub-Deponien berichtete.

Eigentümer haben unterschrieben

Ausführlich wies Kantonsvertreter Baumann auf den Bedarf für neue Deponien hin. Ziel ist laut Repla-Präsident Bühler, unter Berücksichtigung der Ausschlusskriterien (wie 100 Meter Abstand zum Siedlungsrand) für die Region die besten Standorte zu finden.

Mit den betroffenen Grundeigentümern seien im Herbst 2014 Gespräche geführt worden. «Das war einer der schwersten Entscheide unseres Lebens», sagte eine anwesende Landbesitzerin.

Sie habe sich etwas gedrängt gefühlt, nach wenigen Wochen einen Vertrag zu unterschreiben. «Ich möchte nicht, dass es heisst: Die wollen das Tal verkaufen, denn das ist nicht die Absicht.» Vor dem Unterschreiben habe sie sich nochmals abgesichert, dass die Deponie nicht kommt, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, stellte die Landbesitzerin klar.

Eine Bedingung für die Standortsuche war, dass sich die drei Bauunternehmen (Ernst Frey AG, Kaiseraugst; Erne AG, Laufenburg; Ziegler AG, Sisseln) dazu zusammenschlossen. «Alles leicht verschmutzte Material geht heute vom Fricktal in den Kanton Basel-Landschaft», betonte Planer Zuberbühler.

Umgekehrt werde sauberer Aushub schon jetzt aus dem Raum Basel ins Fricktal gebracht. Material von Zürich oder aus dem südlichen Aargau im Fricktal zu deponieren, sei hingegen kein Thema.

Die Deponie «Förlig» würde voraussichtlich während 10 bis 15 Jahren betrieben. Zirka 6 Hektaren Land wären jeweils offen, der Rest kann weiterhin bewirtschaftet werden. Damit der Transport über die Nationalstrasse erfolgen kann, fordert der Gemeinderat den Ausbau des Autobahn-Halbanschlusses zu einem Vollanschluss.

Die präsentierten Absichten kamen bei einigen Gästen im Saal nicht gut an. «So viel Leute sind gegen das Projekt. Ihr müsst gar nicht weiterplanen. Das Geld könnt ihr sparen», sagte einer. Ein ehemaliges Behördenmitglied störte sich daran, dass die Planer den Gemeindeammann und die Landwirte mit Geld köderten und die Bevölkerung gespalten werde.