Das Pilotprojekt «Kollibri» von Postauto Schweiz, das in der Region Brugg getestet wurde, wird per Mitte Oktober eingestellt. Das wurde bereits bei der Lancierung im Herbst 2018 angekündigt. Postauto betreibt das Pilotprojekt zusammen mit den SBB, der Amag sowie den lokalen Taxibetrieben Taxi24 und BruggerTaxi.

Nun haben die Verantwortlichen zusammen mit dem Kanton Aargau und den Gemeinden im Betriebsgebiet geprüft, ob sie das Mobilitätsangebot nach der einjährigen Pilotphase weiterbetreiben könnten. Postauto ist für einen definitiven Betrieb eines On-demand-Services auf Gemeinden, Kantone und den Bund angewiesen, die das Angebot bestellen und mitfinanzieren. Gemäss Medienmitteilung von Postauto habe es einige interessierte Gemeinden im Einzugsgebiet gegeben, «doch alleine mit diesen Gemeinden wäre das Bediengebiet zu klein, wodurch auch die notwendige finanzielle Basis für die Weiterführung nicht gegeben war». Das bedeutet also das vorläufige Aus des «Kollibri» in der Region Brugg, obwohl das Angebot gut genutzt wird. Pro Tag gibt es durchschnittlich 30 Buchungen. Bis anhin mussten sich die Gemeinden finanziell nicht beteiligen, die Stadt Brugg unterstützte das Projekt administrativ.

Auf Nachfrage der AZ sagt der Postauto-Sprecher Urs Bloch: «Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir einzelne Gemeinden oder den Kanton Aargau kritisieren, weil ‹Kollibri› nach der geplanten Zeitdauer von einem Jahr nicht weitergeführt werden kann.» Das sei zu Beginn des Projekts gar nicht vorgesehen gewesen und die Idee sei erst aufgekommen, weil der Betrieb gut funktioniere und «Kollibri» bei den Kunden gut ankomme.

Bei einer Weiterführung wäre nicht unbedingt die Anzahl teilnehmender Gemeinden wichtig gewesen, sondern der Perimeter. «Dieser soll eine zusammenhängende Fläche von einer gewissen Mindestgrösse bilden, damit sinnvolle Fahrten von A nach B möglich sind», erklärt Bloch. «Nach Gesprächen mit Gemeinden hat sich gezeigt, dass es in der Region Brugg nach dem Ende des ‹Kollibri›-Projekts nicht möglich wäre, ein ‹Kollibri›-Angebot für einen zusammenhängenden Perimeter anzubieten, weil einzelne Gemeinden nicht mitmachen wollten.»

Weil diese Art von Mobilitätsangebot noch neu ist, taucht auch die Frage auf, ob «Kollibri» zum öV gezählt wird oder zu einem privaten Angebot. «Diese Diskussion mündet in der Frage, wer das Angebot finanzieren soll», so Bloch. Es gebe aber Pläne, Angebote wie «Kollibri» in anderen Regionen zu testen oder einzuführen. Gespräche laufen, Verträge sind aber noch keine unterzeichnet. «Im Aargau gibt es aber derzeit keine konkreten Pläne für die Zeit nach dem Pilotprojekt in der Region Brugg», sagt Bloch.