Elfingen
Das Feuerwehr-Kommando bleibt in der Familie Bürgi

Nach der Schlussübung der Feuerwehr Oberes Fricktal wurde der langjährige Kommandant Reto Bürgi feierlich verabschiedet.

Irene Hung-König
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Reto Bürgi (l.) übergibt das Zepter an seinen Bruder Marco.

Reto Bürgi (l.) übergibt das Zepter an seinen Bruder Marco.

Irene Hung-König

An der Bushaltestelle Hiltematt hat sich am Freitagabend die gesamte Feuerwehr Oberes Fricktal zur Schlussübung versammelt. Im Halbdunkel scharen sich die Gäste um die Feuerwehrleute. «Wir zeigen, was wir in diesem Jahr gelernt haben», sagt Übungsleiter Marcel Herzog. Neben ihm steht Kommandant Reto Bürgi, der als Einsatzleiter fungiert.

Es ist dies sein letzter Einsatz als Kommandant. Nach insgesamt zehn Jahren, neun davon in der fusionierten Feuerwehr Oberes Fricktal und zuvor in Zeihen, übergibt er das Zepter an seinen jüngeren Bruder Marco. Dieser moderiert die Schlussübung.

Küchenbrand in der Wohnung

Aus dem ehemaligen landwirtschaftlichen Depot steigt in der Schlussübung Rauch auf. Im zweiten Obergeschoss sind drei Kinder am Fenster zu sehen, sie rufen um Hilfe. Das Fahrzeug mit der Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr Frick braust heran. Die Drehleiter wird ausgefahren, die Kinder steigen in den Korb und werden sicher hinuntergebracht. Die Sanitäterinnen und Sanitäter empfangen die Kinder und bringen sie ins sogenannte «Verwundetennest».

Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt: Ein Mann muss auf der Vorderseite des Hauses via Leiter in Sicherheit gebracht werden. Die Atemschutzleute gehen nochmals in die Wohnung, versichern sich, dass niemand mehr dort ist. Der starke Rauch ist immer noch sichtbar: «Nie geht jemand ohne Atemschutz rein», erklärt Marco Bürgi.

Verabschiedung auf dem TLF

Nach einem «Ausflug» in luftige Höhen im Korb der Autodrehleiter steht Kommandant Reto Bürgi mit dem Bözer Gemeindeammann Robert Schmid auf dem Dach des Tanklöschfahrzeugs. «Eine Feuerwehr ist so gut, wie der, der vorne steht», sagt Robert Schmid. Die beachtliche Zahl von 615 Übungen habe Reto Bürgi absolviert und 75 Einsätze bestritten. Es sei Bürgis Verdienst, dass die Feuerwehr Oberes Fricktal nach der Fusion 2009 heute als Super-Mannschaft dastehe.

Als Dank für die zehn Kommandanten-Jahre erhält der Reto Bürgi eine Holzuhr mit Gravur überreicht. «Dies alles ist ohne meine Kameraden gar nicht möglich. Ich hoffe, ihr unterstützt meinen Nachfolger genauso», sagt er.

Marco Bürgi hat ab dem 1. Januar das Sagen. Die Feuerwehr – das ist wohl eine Herzensangelegenheit der Familie Bürgi. Die insgesamt vier Brüder sind alle in der Feuerwehr, schon der Vater war Kommandant. «So haben wir uns den Namen Bürgi-Wehr eingehandelt», sagt Reto Bürgi und lacht. Sein Vater steht daneben und schiesst eifrig Fotos.