Im Deutsch des Holländers Karel Spanhak klingt der einheimische Dialekt an. Ist er in der Schweiz beheimatet? Nein, aber Karel Spanhak arbeitet oft in der Schweiz. Zum Beispiel in Schinznach-Dorf. Dort verwandelte er 2010 den Feldschenplatz in eine Arena für Bizets «Carmen». 2013 wird die Oper Schenkenberg im Gartencenter Zulauf Verdis «Il Trovatore» spielen. Der Bühnenbildner ist Karel Spanhak – wer sonst.

Parkplatz und Gewächshaus

«Wir haben als Schauplatz nichts anderes als einen Parkplatz und ein Gewächshaus. Das ist schwierig und wird noch schwieriger werden», sagt Spanhak lachend. Erste Skizzen lassen die Dimensionen des Unterfangens erkennen. «Die Wände werden 10 Meter hoch sein. Also müssen wird das Gewächshaus um 5 Meter aufstocken.» Lob gibts für den Partner: «Zulauf wird Teile der Glasfront herausbrechen». Somit ist die Sicht frei in die Halle, wo das Orchester platziert ist. Den Raum nutzen aber auch die Protagonisten für ihre Auftritte auf die Bühne – ein mächtiges, ansteigendes Dreieck. «Dieses», seufzt Spanhak in gespieltem Schrecken, «wird mit viel Hydraulik ausgestattet sein – auch das wird erfahrungsgemäss schwierig werden.»

Die Begeisterung des Holländers lodert hoch, als er auf die Glaswände zu sprechen kommt. «Ich giesse Farbe darüber», sagt er und meint damit nicht das Bemalen mit Pinsel, sondern die Illumination durch zwei Riesenbeamer. «Ich möchte die Stimmung in Verdis Musik aufnehmen und damit die Handlung illustrieren.» Wie? Spanhak erwähnt ein Highlight der Oper: Trovatore Manrico singt die berühmte Stretta «Di quella pira» («Lodern zum Himmel seh’ ich die Flammen»). «Ringsum wird alles brennen – das Publikum sitzt mitten im Feuer.» Das Licht werden eine ganz grosse Rolle spielen, betont Spanhak: «Deshalb ist der Lichtdesigner wichtig.» Die erste Bühnenbild-Skizze ist ein Häppchen: Es weckt die Lust auf mehr.

Bühnenbild: Das Bühnenbild-Modell von «Il Trovatore» ist zu sehen am 26. November, 9–17 Uhr und 27. November, 12–17 Uhr im Gartencenter Zulauf.