Birr/Lupfig

Das Eigenamt feiert das Erbe der Visionäre von vor 50 Jahren

In der Fotoausstellung «Birrfeld im Wandel der Zeit» zeigen die Organisatoren auf, wie sich die Region vom Agrar- zum Industriestandort entwickelt hat. Hier beispielsweise das Reichholdareal und die Amag.

In der Fotoausstellung «Birrfeld im Wandel der Zeit» zeigen die Organisatoren auf, wie sich die Region vom Agrar- zum Industriestandort entwickelt hat. Hier beispielsweise das Reichholdareal und die Amag.

Die Kulturkommission lässt die Zeit von vor 50 Jahren aufleben – mit eindrücklichen Fotos und Filmen

Visionen hatten sie, damals vor 50 Jahren. Pläne dazu, wie sich Birr und Lupfig verändern sollen, um mit der Zukunft klar zu kommen. Es war eine Zeit des Umbruchs in den zwei Eigenämter Gemeinden. 1955 entschied die BBC, im Birrfeld ein neues Werk zu errichten. Die Folge: In der Region wurde schlagartig die Industrialisierung im grossen Stil eingeleitet. Für Planer waren diese Veränderungen eine grosse Herausforderung. Gebaut wurde damals das Modell «Gartenstadt Birrfeld», das dann an der Expo 1964 in Lausanne ausgestellt wurde. Für die Planung dieser Industriesiedlung im Grünen, die in der Schweiz ohne Beispiel war, organisierte und koordinierte der Planer Hans Marti das notwendige Prozedere. Daraus entstand die Planungsvision «Gartenstadt Birrfeld», die den Perimeter über das ganze Birrfeld beinhaltete, von Habsburg bis Brunegg.

Die Pläne scheiterten

«Das war eine durchaus intelligente Planung», findet Toni Bossard, Gemeindeschreiber in Lupfig. «Aber es waren Pläne und Visionen, die am direkt-demokratischen System scheiterten.» Er bringt das Beispiel der Birrfeldstrasse, die vierspurig angedacht war und durch die Dörfer geführt hätte. Damals hätten sich die Bauern vehement dagegen gewehrt, «heute wären wir froh, wenn die Dörfer verkehrsmässig besser erschlossen wären», so Bossard. Eine solche Strasse sei jetzt nicht mehr machbar; das Land ist zugebaut. Die ganzen wirtschaftlichen Veränderungen hatten natürlich auch Einfluss auf die Bevölkerung. Wohnraum wurde nötig, es kamen Gastarbeiter, viele blieben, mehrere Kulturen trafen aufeinander. Aus diesem Grund wurde damals die Kulturkommission Birr gegründet. Vor einigen Jahren schloss sich diese mit jener von Lupfig zusammen.

Hauptsächlich um die letzten 50 Jahre geht es am Jubiläumswochenende der Kulturkommission Birr Lupfig. Am Freitag, 9. September, findet in der Mehrzweckhalle Breite in Lupfig eine Diskussionsrunde zum Thema «Von der Kornkammer zum Industriestandort» statt. Mit von der Partie werden sein: Claude Ruedin, Planer und Partner von Hans Marti; Rolf Gipser, langjähriger Planer von diversen Ortsplanungen im Birrfeld; Reto Candinas, Kreisplaner beim Kanton und zuständig für die Gemeinde des Birrfelds. «Die Besucher können ums Modell herumsitzen, ein Glas Wein trinken und philosophieren», sagt Toni Bossard.

Festlich geht es am Samstag zu und her. Am Nachmittag treten verschiedene Eigenämter Gruppen auf, beispielsweise die Feldmusik, die Trachtengruppe oder die Blaskapelle. Kulinarisch reicht das Angebot von Wurst, Steak über Curry, Crêpes bis hin zu Raclette. Zudem können die Besucher in der Fotoausstellung «Birrfeld im Wandel der Zeit» eindrückliche Bilder und Filme anschauen.

Jubiläum Kulturkommission Diskussion zu «Von der Kornkammer zum Industriestandort» am 9. September, 19 Uhr, Mehrzweckhalle, Lupfig. Fest am 10. September, 14 bis 24 Uhr, Mehrzweckhalle Lupfig. Die Fotoausstellung zur selben Zeit in der Bibliothek Lupfig.

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