Windisch
Das Dohlenzelg soll weichen

Die Schulraumplanung wird Windisch noch über Jahre beschäftigen – nun ist der erste Schritt gemacht.

Janine Müller
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«Grosse Mitte» heisst der Projektentwurf für den Ersatzneubau des Schulhauses Dohlenzelg in Windisch. Und so sieht das Schnittmodell der Architekten Ebinger Kuwatsch aus Zürich aus.

«Grosse Mitte» heisst der Projektentwurf für den Ersatzneubau des Schulhauses Dohlenzelg in Windisch. Und so sieht das Schnittmodell der Architekten Ebinger Kuwatsch aus Zürich aus.

Keystone

Die städtebauliche Entwicklungsstudie für den Bereich Chapf-Dohlenzelg in Windisch ist abgeschlossen. Die Studie sollte aufzeigen, wie ein neues Primarschulhaus Dohlenzelg inklusive Turnhalle sowie die Tagesstrukturen und ein Kindergarten städtebaulich, freiraumgestaltend und betrieblich an diesem Standort optimal integriert werden können. Zusätzlich mussten die Planer den Ablauf und die Kosten dafür angeben.

Von neun Planerteams, die sich beworben haben, schafften es drei in die engere Auswahl: Team ItttenBrechbühl aus Basel, Team Tschudin + Urech aus Brugg sowie das Team Ebinger Kuwatsch aus Zürich. Am meisten überzeugt hat der Projektentwurf «Grosse Mitte» der Zürcher Architekten Ebinger Kuwatsch.

Die eingereichten Arbeiten wurden von einer Begleitgruppe mit Vertretungen aus Gemeinderat, Schule, Abteilung Planung und Bau sowie Fachplaner, aber auch von einer Echogruppe mit Vertretern des Einwohnerrats beurteilt. «Beide Gremien kamen unabhängig voneinander zur gleichen Empfehlung an den Gemeinderat, die weitere Entwicklung des Schulareals Chapf-Dohlenzelg auf Grundlage des Projekts ‹Grosse Mitte› weiter zu verfolgen», hiess es an einer Medieninformation am Donnerstagabend mit Gemeindepräsidentin Heidi Ammon, Vizepräsidentin Rosi Magon sowie Roland Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau der Gemeinde Windisch.

So geht es jetzt weiter

An der Oktobersitzung wird der Windischer Gemeinderat dem Einwohnerrat einen Projektierungskredit vorlegen. Wie hoch dieser ist, ist zurzeit noch unklar. Dann hat der Einwohnerrat auch die Gelegenheit, weitere Anträge bezüglich Projekt einzureichen. Parallel dazu wird der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe für die Aussenraumplanung im Areal Chapf-Dohlenzelg einsetzen, in der auch beispielsweise die Vereine eine Stimme erhalten sollen. Es gelte, die unterschiedlichen Interessen einzubeziehen, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Das Stimmvolk wird dann ebenfalls noch über das Projekt an der Urne abstimmen. Wird der sportliche Zeitplan eingehalten, dürfte das neue Schulhaus frühestens im Schuljahr 2023/24 in Betrieb gehen. Mit dem Dohlenzelg-Neubau ist aber erst ein Teil der Schulraumplanung abgeschlossen. In weiteren Projekten folgen das Rütenen- und das Dorfschulhaus. (jam)

Sanierung wäre umständlich

Mit diesen Plänen wird auch klar, dass das bestehende Schulhaus Dohlenzelg aus dem Jahr 1954 abgerissen werden soll. Die drei Architekten-Teams, die bis zum Schluss dabei waren, versuchten sich zwar an Lösungen, die eine Sanierung beinhaltete. Letztlich mussten sich aber alle eingestehen, dass eine Neubauvariante einer Sanierung mit Erweiterung vorzuziehen ist.
Argumente gegen die Sanierung waren unter anderem, dass die Kosten etwa gleich hoch wären, bei einem Umbau Restrisiken bestehen und dass der Unterricht über mehrere Jahre in Provisorien stattfinden müsste. «Keinem Team ist es gelungen, eine betrieblich und organisatorisch gute Lösung mit wirtschaftlichen Vorteilen gegenüber einer Neubauvariante zu präsentieren», sagte Roland Schneider. «Wir haben die Absicht, Schulraum zu bauen, der den Ansprüchen in den nächsten 20 bis 25 Jahren genügt», ergänzte Gemeindepräsidentin Heidi Ammon. Mit dem Projekt «Grosse Mitte» würde dies erreicht, da die Räume beispielsweise flexibel genutzt werden können.

Weitere Vorteile dieses Projekts seien, dass die Schulanlage nur zweistöckig und daher gut erträglich ist für das angrenzende Quartier. Zudem sei der Kindergarten mit zugehörigem Aussenraum gut in die Anlage integriert. Der Spielplatz kann auch vom Quartier mitgenutzt werden. Ein weiterer grosser Vorteil: Das Projekt «Grosse Mitte» lässt sich ohne Provisorien baulich umsetzen. In einem ersten Schritt wird der Neubau erstellt. Anschliessend zügelt die Schule Dohlenzelg ins neue Gebäude, das alte Schulhaus wird daraufhin abgerissen.

Vereine an den Tisch holen

Am öffentlichen Infoabend, der im Anschluss an die Pressekonferenz stattfand, wurde hauptsächlich bemängelt, dass der aktuelle Hart- und der Fussballplatz dem Neubau weichen müssen. Diese werden nicht nur von der Schule, sondern auch von Vereinen rege genutzt. «Wir sind uns dessen bewusst», beschwichtigte Heidi Ammon. «Darum setzen wir eine Arbeitsgruppe für die Aussenraumplanung ein.»

Zahlen für das Bauprojekt wollten die Verantwortlichen übrigens bewusst (noch) keine nennen.