Brugg/Windisch
Das Café Fridolin rentiert nicht mehr und schliesst Ende Jahr

Die Stiftung Faro zieht sich aus der Stadt zurück und macht nach zwei Jahren auch den Laden an der Storchengasse dicht.

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Im Café Fridolin an der Hauptstrasse hat es in den letzten Monaten oft an Gästen gefehlt.

Im Café Fridolin an der Hauptstrasse hat es in den letzten Monaten oft an Gästen gefehlt.

CM

Wer regelmässig im Café Fridolin in der Brugger Altstadt etwas getrunken oder zu Mittag gegessen hat, konnte – vor allem seit der Entlassung der Betriebsleiterin vor den Sommerferien – beobachten, wie es mit dem Lokal abwärtsging. Nun hat sich die Stiftung Faro entschieden, das Café Fridolin und den Verkaufsladen an der Storchengasse 15 aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Jahr zu schliessen.

«Aufgrund der Erfahrungen in den letzten Monaten halten wir es für nicht mehr realistisch, dass wir das Café Fridolin betriebswirtschaftlich erfolgreich führen können», schreibt die Stiftung in einer Medienmitteilung. Der Hauptgrund dafür sei die Erkenntnis, dass die Stiftung Faro mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht in der Lage sei, die Ertragslage nachhaltig zu verbessern und die Kundenwünsche optimal zu erfüllen.

Vor Weihnachten ist Schluss

«Diese Tatsache schmerzt und der Entscheid, das Café Fridolin zu schliessen, ist uns sehr schwer gefallen», heisst es in der Mitteilung. Die Stiftung sei stets bestrebt gewesen, das Café Fridolin weiterzubetreiben. Insbesondere, weil die Arbeit im Café für die Klientinnen und Klienten eine gute Gelegenheit bietet, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln und im Idealfall im ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen. «Da wir über die Festtage sowieso Betriebsferien haben, wird vor Weihnachten Schluss sein», sagt Co-Geschäftsführer Dani Hohler. Der Vertrag läuft noch bis im Sommer 2018.

Aus Kostengründen schliesst auch der Verkaufsladen an der Storchengasse 15 in Brugg auf Ende Jahr. Die Produkte werden künftig am Standort an der Bachmattstrasse 12 in Windisch sowie an verschiedenen Märkten angeboten.

Nachdem im Sommer 2016 alle Werkstätten ins Areal der Brugg Kabel AG an der Bachmattstrasse umgezogen sind, verblieb an der Storchengasse nur noch das Atelier mit dem Verkaufsladen. «Der Grund für die Schliessung sind die hohen Betriebskosten dieses Einzelstandorts», heisst es in der Mitteilung weiter. Per Anfang 2018 bestehe nun die Möglichkeit, die Brugger Arbeitsplätze in die Ateliers und Werkstätten in Windisch zu integrieren und dadurch beträchtliche Kosten einzusparen.

Umzug ins Rekrutierungszentrum

Neben den beiden weniger erfreulichen Nachrichten aus Brugg gibt es von der Stiftung Faro auch Positives zu vermelden. Auf Mitte 2019 kann sie im heutigen Rekrutierungszentrum in Windisch ein neues Wohnheim aufbauen. Dazu hat der Kanton nun grünes Licht gegeben. «Das ist wie ein Sechser im Lotto», sagt Dani Hohler mit einem Lächeln.

Aktuell unterhält die Stiftung Faro im Auftrag der kantonalen Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten auf dem Areal Königsfelden für 74 Personen ein Wohn- und Beschäftigungsangebot. Die Wohnplätze befinden sich im «Sternbild» im Hauptgebäude der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) sowie in einem Wohnpavillon. Aus diversen Gründen besteht ein Ersatzbedarf für einen grossen Teil dieser Wohninfrastruktur.

Einerseits realisiert die PDAG derzeit ein grosses Bauprojekt auf dem Areal Königsfelden. Nach Fertigstellung des Neubaus Ende 2019 beginnt der Umbau des Hauptgebäudes. Auf diesen Zeitpunkt hin musste die Stiftung Faro einen Ersatz für die Wohnplätze im Hauptgebäude finden.

Andererseits wurde 2015 aufgrund des dringenden Platzbedarfs ein Wohnprovisorium für fünf Jahre bewilligt. Somit musste auch für diese Wohnplätze ein Ersatz gefunden werden. Zudem ist das Wohnheim Sternbild seit Jahren überbelegt. Aus diesem Grund sind eine Aufhebung der Doppelzimmer und eine Erweiterung des Wohnraums dringlich. Danach werden noch 28 Personen im «Sternbild» wohnen.

Während der letzten drei Jahre hat die Stiftung Faro daher intensiv nach einem Ersatz für die wegfallende Infrastruktur gesucht. Die Verhandlungen mit der Hiag Immobilien AG über die Nutzung des im Mai 2018 freiwerdenden Rekrutierungszentrums verliefen erfolgreich. Es konnte ein Vertrag für 25 Jahre aufgesetzt werden. Bis Ende November läuft die Detailplanung für die Umbauten. Gleichzeitig erfolgt die Baueingabe bei der Gemeinde. Der Beginn des Umbaus ist für Juni 2018 geplant; der Bezug des Zentrums ist für das zweite Quartal 2019 vorgesehen.

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