Rüfenach
«Das Buch ist nicht unbedingt für Kinder geschrieben»

Mit ihrem ersten Buch «Tiefsinn statt Unsinn» hat sich Rita Haller einenTraum erfüllt. In den fünf Geschichten hat die Autorin ihre eigenen Lebenserfahrungen eingebracht. Diese handeln nicht nur von eitel Sonnenschein.

Luisa Bider
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Die Köpfe hinter «Tiefsinn statt Unsinn»: Theres Obrist (Illustratorin) und Rita Haller (Autorin). Luisa Bider

Die Köpfe hinter «Tiefsinn statt Unsinn»: Theres Obrist (Illustratorin) und Rita Haller (Autorin). Luisa Bider

Flauschige Hummeln, kleine Grasheuschrecken und Regenwürmer, die Brillen tragen: Die Protagonisten in Rita Hallers Geschichten erinnern an unbeschwerte Kindererzählungen. Doch während des Lesens wird klar, dass schmerzhafte Lebenssituationen die Geschichten beeinflusst haben. «Ich hatte in der Zeit, als ich das Buch geschrieben habe, viel zu verarbeiten», so die dreifache Mutter. «Das Buch ist nicht unbedingt für Kinder geschrieben – dafür geht es viel tiefer, als diese manchmal verstehen.»

150 Absagen

«Tiefsinn statt Unsinn» ist das erste Werk von Rita Haller aus Rüfenach. Obwohl sie schon seit Kindesalter leidenschaftlich gerne schreibt, brauchte die Sozialversicherungsfachfrau in Ausbildung viel Mut, um den nächsten Schritt zu wagen: «In einem Coaching wurde ich gefragt, was ich in meinem Leben noch erreichen wolle. Da merkte ich, dass dies die Veröffentlichung meiner Geschichten war.»

Mit ihrem Buch klopfte Haller bei rund 150 Verlagshäusern an – immer mit dem gleichen Resultat: Gewünscht wurde eine Kostenbeteiligung von bis zu 20 000 Franken. Zu viel für Rita Haller. «Doch ich habe nicht aufgegeben: Meine Lebenserfahrung hat mir gezeigt, dass man immer wieder aufstehen und weitermachen muss. Diese Erfahrung spiegelt sich auch in den Geschichten von ‹Tiefsinn statt Unsinn› wider.»

Schwesternpower

Als Haller im J.-K.-Fischer-Verlag in Frankfurt schliesslich einen Verlag fand, der die Druckkosten übernahm, ging alles sehr schnell. «Im November 2012 hörte ich vom Verlag, und im Dezember sollte das Buch schon auf den Markt.»

«Tiefsinn statt Unsinn» ist auch ein Familienprojekt: Die Illustrationen stammen von Theres Obrist, Hallers Schwester. Als gelernte Hochbauzeichnerin suchte sie eine Möglichkeit, ihre kreative Seite wieder auszuleben. «Ich habe schon immer gerne gemalt. Diese Zusammenarbeit war dann auch der Startschuss, um wieder damit anzufangen» sagt Obrist lächelnd. $

In Zukunft möchte Haller sehr gerne ein weiteres Buch veröffentlichen – der finanzielle Erfolg ist dabei nur zweitrangig. «Der Lohn für mich ist, wenn jemand mit Tränen der Rührung in den Augen zu mir kommt und sich in meinen Geschichten wiederfindet.»

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