Villigen
Das altehrwürdige Feldweibelhaus soll zu einem Wohnhaus werden

Ein happiger Brocken: Die Gemeindeversammlung entscheidet über einen Kredit von 5,9 Millionen Franken. Mit diesem Geld soll die Überbauung im Winkel realisiert werden. Das Feldweibelhaus soll umgebaut werden und drei Wohnungen beinhalten.

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Das Modell Werkhof von der Trotte aus gesehen: Links sind das Feldweibelhaus und das Waschhaus, dann folgen Feldweibelscheune mit Anbau und neuer Annexbau. In der Mitte oben das bestehende Feuerwehrmagazin. Rechts zwischen den Bäumen sind Parkplätze geplant. ZVG

Das Modell Werkhof von der Trotte aus gesehen: Links sind das Feldweibelhaus und das Waschhaus, dann folgen Feldweibelscheune mit Anbau und neuer Annexbau. In der Mitte oben das bestehende Feuerwehrmagazin. Rechts zwischen den Bäumen sind Parkplätze geplant. ZVG

In Villigen sind ein Neubau für den Werkhof sowie ein Annexbau geplant. Das Feldweibelhaus soll umgebaut werden. Vorgesehen sind drei neue 2,5-Zimmer-Wohnungen. Daneben entstehen ein Entsorgungsplatz sowie Parkplätze für die Trotte. Gerechnet wird mit Kosten von 5,9 Mio. Franken (die az berichtete).

Das Projekt «Überbauung im Winkel» hat eine lange Vorgeschichte. Bereits 1989 wurde ein Wettbewerb für einen Werkhof bewilligt. Die Gemeindeversammlung lehnte das Vorhaben 1992 allerdings ab. Erst 2007 folgte der nächste Schritt und es wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Die Tätigkeiten wurden – durch den Zusammenschluss der Feuerwehr Geissberg – aber nicht mehr weiterverfolgt. 2012 schliesslich gab der Gemeinderat ein neues Konzept in Auftrag. Gleichzeitig wurde eine Kommission «Werkhof Villigen» einberufen.

Substanz- und Volumenschutz

Nach Gesprächen mit dem Ortsbildschutzexperten der Gemeinde sowie Vertretern des Kantons entschied der Gemeinderat, das Feldweibelhaus weiterhin als Wohnhaus zu nutzen. Der Hintergrund: Das Feldweibelhaus steht unter Substanzschutz, ein Teil der Feldweibelscheune unter Volumenschutz. Ursprünglich beantragte der Gemeinderat – gestützt auf die Meinung der Bevölkerung – eine Teiländerung der Nutzungsplanung. Diese wurde jedoch vom Kanton nicht akzeptiert.

Weiter entscheiden die Stimmberechtigten am Mittwoch, 20. November, über einen Kredit von 90 000 Franken für ein Kommunalfahrzeug, Kredite von insgesamt 877 000 Franken für die Dachsanierung bei der Turnhalle und dem Schulhaus Erbslet sowie eine Photovoltaikanlage, die Nutzungsplanung «Hightech-Zone», vier Einbürgerungen, die neuen Satzungen des Abwasserverbands Schmittenbach, ein Kredit von 141 000 Franken für die Sanierung und den Umbau der Trafostation Dorf, das Budget 2014 mit einem Steuerfuss von 82 Prozent sowie ein Kredit von 66 500 Franken für die Untersuchung eines Deponiestandorts im Kumet.

Kanton verlangt Abklärung

Der Standort im Kumet ist im Altlastenkataster eingetragen, weil dort, so der Gemeinderat, «in der Vergangenheit mit grosser Wahrscheinlichkeit Abfälle abgelagert wurden». Eine historische Untersuchung sei bereits durchgeführt worden und es sei nicht auszuschliessen, dass die Umwelt – Grundwasser und Oberflächengewässer – gefährdet werde. «Der Kanton verlangt deshalb eine Abklärung, ob eine Belastung und ein Überwachungs- oder Sanierungsbedarf besteht.»

Ebenfalls zur Diskussion steht ein Kredit von 126 300 Franken für Naturschutzmassnahmen. Der Gemeinderat plant, zusammen mit der Kommission Umwelt (KUV) zwei Projekte zu realisieren: «Amphibienlebensraum Kumetmatt an der Aare in Stilli»; «Aufwertungsmassnahmen in den Rebbergflächen mit Trockensteinmauern und Steinlinsen». (mhu)

Gemeindeversammlung Mittwoch, 20. November, 20 Uhr, Trotte.