Der Geruch von Farbe erfüllt die Luft. Es zischt. Es klackert. Eine blaue Farbwolke steigt in die Höhe. Mit der Spraydose in der Hand, den Blick starr auf die Wand gerichtet, haben sich gestern 15 Bezirksschüler an der Fassade des alten Realschulhauses in Schinznach-Dorf zu schaffen gemacht.

Keine illegale Aktion, nein: Es handelt sich um dass Abschlussprojekt des Zeichenunterrichts. «Ich habe bisher mit jeder Abschlussklasse ein Sprayprojekt lanciert», erklärt David Burch, Zeichnungslehrer. Für dieses Jahr bot sich das alte Realschulhaus an, denn bereits seit einiger Zeit ist klar, das Gebäude wird abgerissen. «Ich habe daher ziemlich schnell die Erlaubnis für diese Aktion vom Gemeinderat erhalten», so Burch.

Gestern haben also die Spray-Arbeiten begonnen: Die Klasse 3B hat den Schriftzug «Schinznach-Dorf 19» auf die Fassade gesprayt. Jeder Schüler erhielt einen Buchstaben und durfte diesen gestalten, vorzeichnen und schliesslich sprayen. Natürlich erhält jeder Buchstabe auch noch ein sogenanntes «tag» – eine Künstlerunterschrift. Nächste Woche ergänzt dann die Klasse 3a das Ganze mit dem Schriftzug «We’re all loving» das Fassaden-Bild. Schlussendlich steht zu Deutsch «Wir alle lieben Schinznach-Dorf 19» auf dem alten Realschulhaus.

Schinznach-Dorf: Schüler dürfen die Fassade des alten Realschulhauses besprayen

Schinznach-Dorf: Schüler dürfen die Fassade des alten Realschulhauses besprayen

Doch das Kunstwerk wird nur von kurzer Dauer sein. Bereits im Juli soll das alte Schulgebäude abgerissen werden. Etwas schade, finden die Schüler. Trotzdem bereite ihnen die Aktion viel Spass. Denn für die Jugendlichen ist es das erste Mal, dass sie sprayen können.

Vor Ort hilft neben David Burch auch ein Student der Kunsthochschule mit Rat und Tat aus. Er wird oberhalb des Schriftzugs, den die Schüler gestalten, sein eigenes Kunstwerk anbringen.

«Für die Schüler ist das Ganze ein cooles Erlebnis, ich meine, sie dürfen ein Schulhaus besprayen», sagt Bruch und lacht. Eine Schülerin nickt und meint: «Es macht wirklich Spass!» Tatsächlich bereitet die Arbeit allen Jugendlichen sichtlich Freude.