Vor sechs Jahren ist das Bezirksspital Brugg geschlossen worden. Aus Kosten- und Spargründen, wie es damals beim Kanton hiess. Bis heute herrscht allerdings vornehmes Schweigen über die tatsächlichen Einsparungen. Und auch der Aufwand im kantonalen Gesundheitswesen scheint durch die Schliessung des Spitals nicht kleiner geworden zu sein. Doch das ist eine andere Geschichte.

In den vergangenen sechs Jahren ist aber, durch private Initiative, aus den «Trümmern» des einstigen Bezirksspitals – dem Phönix aus der Asche gleich – mit dem Medizinischen Zentrum Brugg (MZB) ein Kompetenzzentrum für medizinische Dienstleistungen entstanden. Dieses Zentrum wird jetzt durch eine Gemeinschaftspraxis ergänzt, an der rund ein Dutzend Ärztinnen und Ärzte tätig sein werden. Auf der Bauverwaltung Brugg liegt das Baugesuch für einen Neubau auf.

Rollenteilung

Als Bauherr tritt die Stiftung Bezirksspital Brugg auf, die Eigentümerin des Grundstücks. Vorgesehen ist, anstelle des so genannten Willi-Hauses einen Neubau mit drei Geschossen zu errichten. Gemäss dem Projekt, das von Büro Fugazza und Steinmann (Wettingen) ausgearbeitet worden ist, wird im Erdgeschoss vor allem der Bereich Gynäkologie angesiedelt. Das erste Obergeschoss wird vorwiegend den Internisten dienen. Und im zweiten Obergeschoss sind neben Büros zwei gewissermassen autarke Arztpraxen vorgesehen. Die Baukosten werden mit 10,125 Millionen Franken angegeben.

«Ziel ist es, als Träger des Gebäudes eine selbstständige Aktiengesellschaft zu bilden», erklärt Elisabeth Koller, Vizepräsidentin der Stiftung Bezirksspital Brugg und Präsidentin der Planungskommission. «Die Ärzte, die in der Gemeinschaftspraxis tätig sein werden, können die Räume entweder von dieser neuen Aktiengesellschaft oder aber vom MZB mieten.» Wie Elisabeth Koller sagt, soll auch eine Apotheke ins Gebäude integriert werden. Interessenten seien vorhanden.

Betrieb ab 2013

«Der Durchbruch ist geschafft», betont Rainer Klöti, der Vizepräsident des Verwaltungsrates der MZB AG, der Initiantin der Gemeinschaftspraxis. «Mit dem Grundsatzentscheid der Stiftung für den Neubau sind die Voraussetzungen für die Realisierung der Praxis geschaffen. Die Finanzierung ist gesichert. Das Zeitfenster für die Ärzte, die sich für die Praxis interessieren, bleibt offen. Ich bin überzeugt, dass die Gemeinschaftspraxis ab 2013 den Betrieb wird aufnehmen können. Ich bin auch überzeugt, dass die Praxis – die ein Angebot aus der Region Brugg für die Region Brugg ist – mit dieser Struktur ein Erfolgsmodell wird.»