Brugg

Das 500 Meter lange Viadukt braucht eine Auffrischung

Die Lebensdauer der Brücke beim Bahnhof Brugg soll um weitere 50 bis 100 Jahre verlängert werden.

Der Zahn der Zeit hat genagt am SBB-Viadukt mit den beiden darauf liegenden Gleisen in Brugg. Das Bauwerk soll für 20 Millionen Franken instand gesetzt werden.

Die rund 500 Meter lange und 10,6 Meter breite Brücke überquert mehrere Gleise sowie – im mittleren Abschnitt – die Aarauerstrasse. Erstellt wurde sie zwischen 1968 und 1970 zur Umfahrung des Bahnhofs. Mit dem Alter sind verschiedene bauliche Mängel aufgetreten, halten die SBB fest und nennen die undichte Abdichtung oder die korrodierten Lager, Geländer und Schutzdächer. Dazu kämen Defizite an den beiden Stützmauern sowie an Gleisen und Trassee. Die Tragsicherheit von Pfeilern und Fundationen aber sei gewährleistet.

Die Erschliessung ist eine Herausforderung

Mit einer Sanierung soll die Lebensdauer des Bauwerks um weitere 50 bis 100 Jahre verlängert werden, diejenige des Oberbaus für die nächsten 35 Jahre. Die Massnahmen sichern in Zukunft die benötigte Streckenqualität und Kapazität, führen die SBB aus. Vorgesehen sind unter anderem: eine Erneuerung der Abdichtung, eine Erneuerung des Korrosionsschutzes der Lager sowie der Treppe beim Abgang Bahnpark Brugg, der Ersatz der Geländer, lokale Betoninstandsetzungen oder eine Randborderhöhung. Die Stützmauern sollen verstärkt werden. An der Fahrbahn sind ebenfalls Massnahmen geplant wie die Erneuerung von Schotter, Schwellen und Schienen.

Für die Bauarbeiten wird das gesamte Viadukt eingerüstet. Als «herausfordernde Randbedingung» bezeichnen die SBB die Erschliessung. Wesentliche Transporte erfolgen über die Schiene, die Grobverteilung der Ware kann je nach Abschnitt durch einen Gleiskran vorgenommen werden, die weitere Verteilung durch Bagger und Dumper.

Neben der Erschliessung über das Gleis seien zusätzlich drei Personenaufgänge und Lastenaufzüge erforderlich für einen zweckmässigen Baustellenzugang sowie die Zulieferung und Grobverteilung von Kleinbauteilen, so die SBB. Je nach Arbeiten müssen die Fahrleitungen temporär ausser Betrieb genommen werden.

Der Abschluss ist im Sommer 2022 vorgesehen

Die Bauausführung erfolgt, sofern der Gleisbereich nicht tangiert ist, während des regulären Zugverkehrs. «Im Gleisbereich wird Nachtarbeit angeordnet, wenn die Betriebs- und Personensicherheit dies notwendig machen beziehungsweise die Arbeiten nur in den Betriebspausen bei gesperrtem Gleis möglich sind», halten die SBB fest.

Die Planunterlagen liegen bis 9. September bei den Abteilungen Planung und Bau in Brugg und Windisch auf. Verläuft alles reibungslos, sollen die Vorarbeiten ab Oktober 2020 beginnen, die Hauptarbeiten ab Januar 2021. Der Abschluss ist bis Sommer 2022 vorgesehen.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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