Es war am 19. Mai: Um 23.29 Uhr verwandelte Chelsea-Star Didier Drogba den entscheidenden Elfmeter gegen Bayern-Keeper Manuel Neuer. Entgegen dem Verlauf dieses Finalspiels holte sich der Londoner Club Chelsea den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte.

Mit dabei in München war einer der vielleicht grössten Chelsea-Fans im Aargau: Peter Stauber, NAB-Mitarbeiter und wohnhaft in Brugg. Leider konnte er kein Ticket für die Allianz Arena, wo das Spiel stattfand, auftreiben. Deshalb nahm er mit seinem Vater am Public Viewing im Olympiastadion teil. Auch dort hätten, ähnlich wie in der Allianz Arena, ungefähr 60000 Menschen das Spiel geschaut. «Die Stimmung war während des gesamten Spiels überwältigend. Wir Chelsea-Fans bildeten eine krasse Minderheit», erklärt Stauber.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte der 25-Jährige noch nicht, dass ihm ein Souvenir der ganz besonderen Art zukommen würde. Glücklicherweise hat Stauber einen Kumpel, der wiederum einen Kumpel hat, der für eine Firma arbeitet, die Blachen produziert. Es ist dies die Firma Richnerstutz aus Villmergen. Sie stellte unter anderem Blachen mit Vereinslogos her, die anlässlich des Finalspiels an der äusseren Stadionwand der Allianz Arena hingen. Nach dem Spiel gab es dafür offensichtlich keine dringende Verwendung mehr. Peters Kumpel ist selber Fussballfan, sein Lieblingsclub ist indessen Manchester United. Deshalb hat er dafür gesorgt, dass der Chelsea-Fan aus Brugg die mehr als 20 Quadratmeter grosse Chelsea-Blache kriegt.

Einen Balkonplatz hat sie schon

Was Peter Stauber damit anfangen wird, weiss er noch nicht. Momentan lagert er das Ding auf seinem Balkon. Das Sammeln von Chelsea-Artikeln war schon immer seine Leidenschaft. Er besitzt dreizehn Trikots. Sein erstes, noch in Kindergrösse, ist mit dem Namen «Di Matteo» bedruckt. Das sei speziell, weil Roberto Di Matteo in der Schweiz aufgewachsen und heute Trainer von Titelgewinner Chelsea sei.

Zwei-, dreimal pro Jahr fliegt Stauber mit seinem Vater nach London, um mit seinem Team im Stadion mitzufiebern. Die restlichen Chelsea-Spiele schaut er im Wohnzimmer auf Teleclub. «Dann bin ich so emotional, dass meine Freundin nicht mit mir im gleichen Zimmer sein kann», lacht er. Peter Stauber ist aber nicht einer, der sich mit Fussballschauen begnügt. Seit er vor drei Jahren von Niederwil nach Brugg gezogen ist, spielt er bei der zweiten Mannschaft des FC Brugg.