Brugg
Das 1.-Mai-Thema war ein Steilpass für Ständerätin Pascale Bruderer

Die Aargauer Ständerätin äusserte sich am Tag der Arbeit zum Thema echte Chancengerechtigkeit. Ein Thema, welches die 37-Jährige bereits in jungen Jahren beschäftigt hat und dazu führte, dass sie sich politisch zu engagieren begann.

Janine Müller
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Egal, welche Voraussetzungen ein Mensch mitbringt – jeder soll die Chance erhalten, sich zu verwirklichen. Das forderte Pascale Bruderer in Brugg.

Egal, welche Voraussetzungen ein Mensch mitbringt – jeder soll die Chance erhalten, sich zu verwirklichen. Das forderte Pascale Bruderer in Brugg.

Michael Hunziker

Der 1. Mai gehört traditionell den Arbeitnehmern. Jedes Jahr gehen die Gewerkschaften auf die Strassen in der Schweiz, um den Tag der Arbeit zu begehen. Sie fordern mehr Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen und in diesem Jahr stand der 1. Mai unter dem Motto «Soziale Gerechtigkeit statt Ausgrenzung». Eine Steilvorlage für die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer, die am Freitagabend ihre 1. Mai-Rede in Brugg hielt.

Auf das Potenzial der Menschen setzen

Bruderer, die sich schon seit jeher für die Integration von behinderten Menschen einsetzt, nutzte die Gelegenheit, um vor rund 50 Sympathisanten auf Chancengerechtigkeit aufmerksam zu machen. «Echte Chancengerechtigkeit heisst, dass man von Anfang an auf das Potenzial und die Perspektiven der Menschen setzt», forderte sie. «Egal, ob sie aus finanziell gut betuchten Familien kommen oder nicht. Egal, welches Geschlecht und welche Herkunft sie haben. Egal, ob sie mit oder ohne Behinderung leben.»

Jeder einzelne Mensch soll also die Chance erhalten, sich zu verwirklichen. Doch dafür brauche es – künftig mehr denn je – die richtigen Schlüssel dafür, um auf dem Weg die nötigen Türen öffnen zu können und um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Darum ist es aus der Sicht von Pascale Bruderer wichtig, auf Frühförderung und Tagesschulen zu setzen, die Betreuungsarbeit und Angehörigenpflege zu wertschätzen, Investitionen in den Zugang zu Bildung zu machen und die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben zu forcieren.

Worte für diverse Themen

Die 37-Jährige unterliess es nicht, auf ihr Postulat aufmerksam zu machen, welches eine nationale Konferenz zum Thema «Berufliche Integration von Menschen mit Behinderung» fordert. Und auch für die Wiedergutmachungsinitiative, die sich für die Aufarbeitung der Verdingkinder-Geschichte und deren Wiedergutmachung einsetzt, hatte sie ein paar Worte übrig. «Wir dürfen nicht vergessen, was gewesen ist», sagte sie. «Es ist Zeit für die Aufarbeitung und die Wiedergutmachung.» Auch das soziale Netz fand Platz in der Rede von Pascale Bruderer.

Das soziale Netz, welches der Schweiz zu mehr Sicherheit, Solidarität und Wohlstand verholfen habe. Es ist ein ureigenes Thema der SP und der Gewerkschaften. Ein Thema, das auch mit der Reform der Altersvorsorge 2020 erneut beraten wird. Klar, dass die SP-Politikerin die Verteidigung des sozialen Netzes forderte und darauf hinwies, dass der Wohlstand nicht nur für wenige sein dürfe, sondern in einer Wohlstandssteigerung für alle münden soll.

Manzelli: «Politische Bildung ist wichtig»

Mit der Bruggerin Alessandra Manzelli und dem Bözberger Sacha Schenker äusserten sich auch zwei SP-Lokalpolitiker und Nationalratskandidaten zum Tag der Arbeit. So forderte Manzelli die Förderung von politischer Bildung in der Schweiz. «Viele nehmen ihr Recht zu wählen nicht war. Doch wie soll man sein Recht wahrnehmen, wenn man es nicht kennt?», fragte sie in die Runde. Und verurteilte gleichzeitig das Aargaer Sparpaket, das solchen politischen Unterricht in der obligatorischen Schulzeit verunmögliche.

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