Brugg/Birr

Darum sind die Busse unpünktlich

Passagiere nerven sich über Verspätungen auf der Bus-Linie Brugg-Birr.

Passagiere nerven sich über Verspätungen auf der Bus-Linie Brugg-Birr.

Passagiere ärgern sich über Verspätungen auf der Bus-Linie von Birr nach Brugg – Besserung ist in Sicht.

Regelmässig trifft das Postauto auf der Strecke Birr–Brugg mit 2 bis 3 Minuten Verspätung bei der Haltestelle Katholische Kirche in Windisch ein. Im Feierabendverkehr kommt es jeweils zu noch grösseren Verspätungen. Das stösst dem az-Leser Hans Halter sauer auf. Pünktlich komme der Bus selten an, schreibt er in einem Brief. Kurios findet er allerdings, dass der Bus auch schon zu früh abgefahren ist. Woran das wohl liegt, fragt sich der az-Leser.

Im Brief an die az schreibt er weiter: «Sehe ich mir den Fahrplan genauer an, stelle ich Erstaunliches fest: Die Fahrt von Windisch, Katholische Kirche zum Bahnhof Brugg dauert 9 Minuten, die Fahrt in Gegenrichtung jedoch nur 2 Minuten. Hans Halter begann, selber zu recherchieren. «Auf meine Anfrage hin wurde mir erklärt, dass dies notwendig sei, um den Anschluss zu garantieren.»

Fahrpläne zeitlich eng gestaltet

Im Gespräch mit Buschauffeuren habe er erfahren, dass generell eine Tendenz bei der Fahrplangestaltung zu erkennen sei: Die Fahrpläne werden zeitlich sehr eng gestaltet und am Schluss dafür eine grössere Zeitreserve eingebaut, um damit den Anschluss an Zugsverbindungen zu garantieren. Solche Fahrpläne würden es den Buschauffeuren erlauben, zügig durchzufahren.

Da bleibe doch der Komfort der Fahrgäste auf der Strecke, enerviert sich Hans Halter. «Es wird für die Busfahrer zur Gewohnheit, dass der Streckenfahrplan nicht eingehalten werden kann», meint er. «Die Passagiere haben sich daran zu gewöhnen, dass der Bus nicht mehr pünktlich fährt.»

Die Erklärung von Postauto Schweiz: «Damit wir einen regelmässigen Taktfahrplan publizieren können, müssen wir die Zeiten so planen, dass sie in den Hauptverkehrszeiten ebenfalls noch einigermassen eingehalten werden können.» Dies führe dazu, dass die Kurse an den Haltestellen am Linienende (wie beispielsweise Windisch, Katholische Kirche), eher zu spät sind. «Wichtig ist jedoch, dass am Bahnhof die Anschlüsse auf die Züge/Postautos gewährt werden können.» Damit das funktioniert, sind im Fahrplan sogenannte Pufferzeiten eingeplant. Im Fall der Linie 364 zwischen der Haltestelle Windisch Gemeindehaus und Brugg Bahnhof/Campus.

Hans Halter hat gleich selber einen Vorschlag, wie das Problem zu lösen wäre: «Ich schlage vor, 4 Minuten der Fahrzeitreserve der Endstrecke für einen Fahrplan mit mehr Zeitreserven zwischen den einzelnen Haltestellen zu opfern. Die Buschauffeure hätten so wieder die Möglichkeit, genau nach Fahrplan zu fahren.» Die verbleibenden Minuten genügten in der Regel, um den Anschuss zu garantieren.

Busschleusen geplant

Einen anderen Lösungsansatz hat Postauto Schweiz bereits im Köcher. Für Passagiere, die sich ärgern, gibt es gute Neuigkeiten: Im Verkehrsmanagement Brugg sind Massnahmen zur Verbesserung der Situation vorgesehen. «Auf der Strecke Windisch–Brugg sind sogenannte elektronische Busschleusen geplant», heisst es seitens der Medienstelle von Postauto Schweiz. «Das heisst, dass in den Hauptverkehrszeiten bei der Haltestelle durch ein Rotlicht der Individualverkehr angehalten wird, damit der Bus nach dem Fahrgastwechsel ungehindert weiterfahren kann.» Dies führe zu regelmässigeren Fahrzeiten zwischen den Haltestellen und einer besseren Fahrplanstabilität.

An den Zeiten wird sich bis dahin nichts ändern. «Wir müssen nun abwarten, bis diese Massnahmen umgesetzt worden sind», so der Mediensprecher. «Dann können wir allenfalls die Zeiten etwas anpassen.» Der Zeitpunkt der Umsetzung ist noch nicht bekannt. «Aber der Kanton Aargau hat von uns gerade letzte Woche die statistisch erfassten Verlustzeiten auf den Haltestellen gefordert, um gute Argumente für die Umsetzung zu haben», so Postauto Schweiz.

Das Aufstellen von elektronischen Anzeigetafeln, die die Echtzeit anzeigen, scheint jedoch nicht infrage zu kommen. «Das ist eine relativ teure Lösung», heisst es. Für die Bus-Fahrgäste bestünde die Möglichkeit, via Postauto-App die Daten einzusehen. Erscheint eine rote Zahl hinter der Verbindung, ist der Bus verspätet (siehe Bild).

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