Seit zwölf Jahren ist André Guillet (66) im Gemeinderat von Birr tätig, seit Beginn als Vizeammann. Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 24. September trat er nicht mehr an, weil er Neuen das Feld überlassen wollte. «Ich bin der Meinung, dass man ein politisches Amt spätestens nach zwölf Jahren abgeben sollte», sagt er. «Ich war überzeugt, dass es genügend Interessenten gibt.»

Bis zur letzten Minute gewartet

Er täuschte sich: Von den zwei frei werdenden Sitzen – Gemeindeammann Markus Büttikofer trat ebenfalls nicht mehr an – konnte nur einer wieder besetzt werden. Und so entschloss sich Guillet, nachdem auch die zehntägige Frist zum 2. Wahlgang abgelaufen war, sich doch nochmals als Gemeinderat zur Verfügung zu stellen (die AZ berichtete). Bis zur letzten Minute der Nachmeldefrist wartete er, bis er seine Bewerbung abgab. «Ich wollte keinesfalls, dass es einen Wahlkampf gibt», sagt er. Sein Entscheid löste in seinem Umfeld positive Reaktionen aus. «Wenn es jemanden stört, soll er den Job selber machen», findet er.

Nach 12 Jahren als Vizeammann macht er jetzt doch als Gemeinderat weiter.

André Guillet

Nach 12 Jahren als Vizeammann macht er jetzt doch als Gemeinderat weiter.

André Guillet ist bereit, eine Legislatur anzuhängen. Sollte sich aber in der Zwischenzeit jemand für das Amt interessieren, würde er früher zurücktreten. Grundsätzlich bereitet ihm das Amt Freude und er schätzt die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Behörde und auf der Verwaltung. Er hofft, dass sich in Zukunft mehr Leute für ein Amt interessieren. «Es ist zwar als Schweizer keine Pflicht, sich zu engagieren, aber schön wäre es schon, wenn man sich für ein paar Jahre in den Dienst der Gesellschaft stellt», sagt Guillet.