Brugg-Windisch

Darum favorisiert der Kanton den Tunnel

«Die vorliegende Variante entstand in einem partizipativen, konstruktiv geführten Prozess»: Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg und Vizepräsidentin Brugg Regio.

«Die vorliegende Variante entstand in einem partizipativen, konstruktiv geführten Prozess»: Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg und Vizepräsidentin Brugg Regio.

Der Kanton setzt bezüglich Zentrumsentlastung auf einen langen Tunnel unter der Aare. Das wurde am Montag bekannt. Der Tunnel ist eine der wichtigsten Massnahmen im Raum Brugg-Windisch im Rahmen der Ostaargauischen Strassenentwicklung (Oase). Bemerkenswert: Mit dem Tunnel weicht das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) von den bisherigen beiden Strassenvarianten über die Aare ab.

Beide Varianten, die im Jahr 2017 im Richtplan auf Stufe Zwischenergebnis eingetragen wurden, seien technisch und verkehrlich machbar, sagt Frank Rüede, Projektleiter in der Abteilung Verkehr des BVU. «Die beiden Varianten 2017 über die Aare tangieren diverse nationale und kantonale Schutzgebiete. Die umweltrechtliche Machbarkeit ist aufgrund von Gesprächen mit Fachstellen und der Stellungnahmen im Rahmen der öffentlichen Anhörung als ‹nicht einfach› einzustufen», sagt er auf Nachfrage der AZ. «Im Rahmen der Vertiefungsarbeiten in Richtung Festsetzung stellte sich also die Frage, ob neben den beiden oberirdischen Varianten auch eine unterirdische mit tragbaren Kosten zu finden ist.» Die zusätzlichen Untersuchungen zu Geologie und Hydrogeologie, die Ende 2017 gemacht wurden, hätten gezeigt, dass «die Grundwasserströme nicht unzulässig tangiert würden und die Kosten einer Tunnelvariante tragbar erscheinen».

Technisch und verkehrlich machbar

Bis im Frühling 2018 lagen zwei Varianten auf dem Tisch. Eine optimierte Variante über die Aare – bei der heute bestehenden Brücke – und die neue Variante unter der Aare. «Das BVU hat zusammen mit den Gemeinden Brugg, Windisch, Hausen und Gebenstorf unter Abwägung der relevanten Kriterien einen Entscheidungsprozess geführt, der zur neuen Bestvariante unter der Aare führte», erklärt Rüede.

Blau eingezeichnet die aktuelle Variante, die weiter verfolgt wird. Grün sind die früheren Varianten aus dem Richtplan Zwischenergebnis 2017.

Blau eingezeichnet die aktuelle Variante, die weiter verfolgt wird. Grün sind die früheren Varianten aus dem Richtplan Zwischenergebnis 2017.

Auch Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg und Vizepräsidentin des Planungsverbands Brugg Regio, äussert sich positiv zum Entscheid: «Die vorliegende Variante für die Zentrumsentlastung Brugg-Windisch entstand in einem partizipativen, konstruktiv geführten Prozess», sagt sie. Bereits in einer früheren Mitteilung hiess es: «Die Stadt Brugg hat sich für eine möglichst siedlungs- und umweltverträgliche Lösung ohne neue oberirdische Aarequerung eingesetzt.»

Eine Velokampagne ist geplant

Der Tunnel unter der Aare ist gemäss Rüede technisch, verkehrlich und umwelttechnisch machbar. «Natürlich werden nach der Richtplaneintrag-Festsetzung in den folgenden Projektierungsphasen diese Untersuchungen vertieft. Es sind dann auch Umweltverträglichkeitsberichte vorzulegen», ergänzt Frank Rüede. Der Richtplaneintrag soll ca. Ende 2020 erfolgen.

Auf Nachfrage der AZ äussert sich Rüede auch zu den Kosten. Absolute Zahlen nennt er nicht, da sich diese noch verändern. Aber: «Vergleicht man die neuen Zahlen, so wäre die damalige Variante Südost aus dem Jahr 2017 etwa 200 Mio. Franken teurer als die jetzige Bestvariante unter der Aare. Und die Variante Mitte aus dem Jahr 2017 wäre rund 150 Mio. Franken günstiger.»

Zusätzlich zu dieser Tunnel-Variante sind Massnahmen im Verkehrs- und Mobilitätsmanagement geplant. Im Raum Brugg läuft die Inbetriebnahme eines Verkehrsmanagementsystems. «Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr möglichst flüssig und stetig zu führen, den Busbetrieb zuverlässiger zu machen und einen Beitrag zur stadtgerechten Mobilität zu leisten», sagt Rüede. Geplant sei auch eine Velokampagne. Diese soll den angestrebten Quantensprung in Richtung grösserer Veloanteil unterstützen.

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